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		<title>FrauenSicht - Shoutem Feed!</title>
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		<description>Das führende Portal für engagierte Frauen und Männer.</description>
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					<title>«Auffällig, dass nur die Frauen gehen müssen»</title>
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					<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 09:31:14 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-07-um-16.21.11-e1775572975213-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-07-um-16.21.11-e1775572975213-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-07-um-16.21.11-e1775572975213.png 767w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>In der US-Regierung war der Frauenanteil von Beginn an niedrig. Nun hat Präsident Donald Trump zwei Ministerinnen durch Männer ersetzt.]]></description>
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<p>Nach den Entlassungen von Pam Bondi und Kristi Noem sind nur noch 3 von insgesamt 18 Mitgliedern der US-Regierung Frauen. Beide sind bisher die einzigen Regierungsmitglieder, die in Trumps zweiter Amtszeit ihren Posten verloren haben. Unter den acht weiteren Regierungsmitgliedern ohne eigenes Ministerium sind auch nur drei Frauen. Nun gilt der Posten von Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard als gefährdet.</p>



<p><strong>Männer bleiben trotz Skandalen im Amt<br></strong>Die demokratische Kongressabgeordnete Jasmine Crockett schrieb auf X: «Trump opfert inkompetente Frauen deutlich schneller als inkompetente Männer.» Ihre Parteikollegin Yassamin Ansari forderte, auch FBI-Direktor Kash Patel und Kriegsminister Pete Hegseth müssten entlassen werden. «Ist es nicht auffällig, dass bisher nur Frauen gefeuert wurden? Kash Patel und Pete Hegseth haben beide eine lange Liste von Skandalen und sollten ebenfalls gefeuert werden.» Hegseth hatte über die Chat-App Signal vertrauliche Informationen auf privaten Geräten weitergegeben und damit laut Pentagon das Leben von US-Soldaten gefährdet. Patel hatte bei den Ermittlungen zum Attentat auf Charlie Kirk voreilig verkündet, der Täter sei gefasst.<br><br><strong>«Donald Trump ist ein Frauenfeind»<br></strong>Auch ein Republikaner kritisierte die Entlassung der Ministerinnen. Bill Kristol machte in den Regierungen von Ronald Reagan und George Bush senior Karriere als Beamter. Heute ist er konservativer Kommentator und Kritiker von Donald Trump: «Pam Bondi war schlimm, aber nicht schlimmer als Patel. Noem war schlimm, aber nicht schlimmer als Hegseth. Auffällig, dass nur die Frauen gehen müssen.»<br>Tara Setmayer, Mitbegründerin des Seneca-Projekts zur Förderung von Politikerinnen, sagte im «Guardian», es sei kaum überraschend, dass Donald Trump Frauen anders behandle als Männer. Für ihn seien Frauen austauschbare Objekte, die er fallen lässt, sobald sie ihm nicht mehr dienlich sind – genau wie die Frauen in seinem Kabinett. Autoritäre Führer sähen unabhängige, einflussreiche Frauen oft als Bedrohung. «Donald Trump ist ein Frauenfeind und seine Regierung zeigt das offen.»<br><br><strong>Die Nächste<br></strong>Laut dem «Guardian» könnte Tulsi Gabbard, Direktorin des Nationalen Geheimdienstes, als Nächste entlassen werden. Trump habe Kabinettsmitgliedern bereits signalisiert, dass er sie ersetzen möchte, angeblich wegen kritischer Äusserungen zum Irankrieg im Kongress. US-Frauenrechtsaktivistin Olivia Julianna schrieb auf X: «Trump hat Kristi Noem gefeuert. Trump hat Pam Bondi gefeuert. Trump wird Tulsi Gabbard als Nächste feuern. Viele Männer in seiner Regierung haben versagt und trotzdem einen Freipass bekommen. Maga-Frauen sollten sich das merken – für ihn seid ihr jederzeit ersetzbar.»</p>
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					<title>Aus frauenverachtender Satire wurde Ernst</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/aus-frauenverachtender-satire-wurde-ernst/</link>
					<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 15:51:03 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="158" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-300x158.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-300x158.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-1024x541.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-768x405.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-1536x811.png 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-390x205.png 390w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45.png 1966w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Grenzüberschreitender Humor ist ein Privileg von Männern. Bei Christian Ulmen zeigt sich nun, dass er es damit auch ernst meinte.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Der Schauspieler und Entertainer Ulmen fiel wiederholt mit frauenverachtenden Inhalten auf. Trotzdem bremste ihn niemand. Er profitierte von der verbreiteten Annahme, Kunst und Künstler liessen sich trennen. Doch nun wirft ihm seine Ex-Frau Collien Fernandes öffentlich vor, ihre Identität gestohlen und über Jahre gefälschte Pornobilder und -videos von ihr im Internet verbreitet zu haben. In Spanien und in Deutschland laufen mittlerweile strafrechtliche Ermittlungen. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.</p>



<p><strong>Frauenverachtende Kunstfiguren<br></strong>Ulmen provozierte mit Tabubrüchen und Grenzüberschreitungen – oft in der Rolle einer männlichen Kunstfigur, oft auf Kosten von Frauen. Ein Beispiel ist die Reality-Spielshow «Who wants to fuck my girlfriend?», in der er als Uwe Wöllner auftrat. Darin mussten die Partnerinnen männlicher Kandidaten unter anderem in Cafés oder im Bordell fremde Männer anflirten. Je erfolgreicher sie waren, desto mehr Punkte erhielt ihr Partner. Der Gewinner bekam am Ende einen Kranz mit der Aufschrift: «Everybody wants to fuck my Girlfriend».<br><br><strong>«Kritikerinnen verstehen Satire nicht»</strong><br>Trotz heftiger Kritik im Vorfeld, strahlte der Privatsender Tele 5 die Show im Jahr 2013 aus. Der damalige «Spiegel»-Journalist Matthias Matussek warf Kritikerinnen in der Talkshow «Markus Lanz» vor, sie hätten den satirischen Ansatz nicht begriffen. Ulmen nehme die Männer aufs Korn, die auf die Anmache hereinfallen. Diese Behauptung, Satire nicht zu verstehen, dient bis heute dazu, Kritik an frauenverachtendem Humor abzuwerten.</p>



<p><strong>«Kunst ist guter Indikator für den Mann dahinter»</strong><br>Die Programmzeitschrift TV Spielfilm» lobte damals Ulmens, «geniale Formate jenseits von Schmerz- und Geschmacksgrenzen». Solche Formen des Humors stammen ursprünglich aus den USA und Grossbritannien, sagte die Kultur-Journalistin und Autorin Rebekka Endler gegenüber dem Onlineportal «20min.ch». Um die Jahrtausendwende seien dort Formate entstanden, die gezielt gesellschaftliche Tabus brachen ­– oft durch Ekel, Scham und vermeintlich verbotene Witze. Dabei beriefen sich Satiriker auf die Trennung von Künstler und Werk, ein Prinzip, das bis heute als Ausrede für frauenverachtende Inhalte dient. Endler: «Künstler hauen hochproblematische, misogyne Inhalte ohne Angst vor Konsequenzen raus, weil das ja alles von der Kunstfreiheit gedeckt sei und Rückschlüsse auf den Mann dahinter vermeintlich nicht zulässig seien. Doch wie so oft stellen wir fest, dass die ‹Kunst› dann doch ein sehr guter Indikator für den Mann dahinter ist.»</p>



<p><strong>«Privileg von Männern»</strong><br>Christian Ulmen ist kein Einzelfall. Auch Entertainer wie Oliver Pocher, Stefan Raab, Jan Böhmermann, Dieter Bohlen und andere fallen bis heute mit frauenverachtenden Sprüchen auf – ohne ernsthafte Konsequenzen. Endler sagt, die «Seilschaften unter Medien-Männern» protegierten jene, die Grenzen überschreiten. Diese Form des Humors sei ein Privileg von Männern. «Sie werden geschützt, da der Wert ihres künstlerischen Outputs höher angesiedelt wird als der durch sie und ihr Verhalten verursachte Schaden.» Diese Dynamik, so Endler, wurzle in den patriarchalen Strukturen der Gesellschaft.</p>
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					<title>Partei-Austritt nach Kopftuch-Entscheid</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/migration1/partei-austritt-nach-kopftuch-entscheid/</link>
					<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 14:30:10 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-11.50.37-e1774279759152-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-11.50.37-e1774279759152-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-11.50.37-e1774279759152-1024x512.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-11.50.37-e1774279759152-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-11.50.37-e1774279759152.png 1090w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Die SP Schweiz hat am Parteitag beschlossen, dass Lehrerinnen ein Kopftuch tragen dürfen sollen. Nicht alle sind damit einverstanden.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Im Positionspapier der SP Schweiz von 2010 hiess es noch: «Die von vielen Musliminnen und Muslimen befürwortete Pflicht der Frau, ein Kopftuch zu tragen, ist aus Sicht der SP frauenfeindlich und entspricht nicht (mehr) unseren Wertvorstellungen.» Nun die Kehrtwende: In einer <a href="https://www.sp-ps.ch/wp-content/uploads/2026/03/Fuer-echte-Selbstbestimmung_gegen-antimuslimischen-Rassismus_Eine-Resolution-fuer-Gleichstellung_Religionsfreiheit-und-Antidiskriminierung-2026.pdf">Resolution</a>, die kürzlich am Parteitag eine Mehrheit fand, wird das Kopftuchverbot für Lehrerinnen abgelehnt. Es verstosse gegen Gleichstellung und Religionsfreiheit und sei rassistisch.<br>Damit reagiert die SP auf politische Vorstösse von Rechten, die Kopftuchverbote an Schulen fordern. Das Kopftuch sei unchristlich, fremd und diskriminiere Frauen heisst es von rechter Seite.</p>



<p><strong>«Symbol für niedrige Stellung der Frau»</strong><br>Nicht alle in der Partei tragen den neuen Kurs mit. Der St. Galler Kantonsrat Bernhard Hauser geriet letzten Sommer wegen des Kopftuchs an Schulen in Konflikt mit der Kantonalpartei. Am Parteitag der SP Schweiz nahm er nicht teil. Gegenüber «Nau.ch» erklärte er, das Kopftuch stehe für die Unterordnung der Frau: «Es signalisiert eine tiefere Stellung der Frau in der Gesellschaft. Aber auch, dass die Frau sich zu bedecken hat, um Männer nicht zu erregen.» Dies passe nicht in eine offene und demokratische Gesellschaft. Das Kopftuch als ein Zeichen der Emanzipation zu deuten, sei antiwestliche Propaganda. «Da ist doch zu fragen, warum sich eine Muslimin ausgerechnet das Kopftuch dafür aussucht: Dieses Symbol für die niedrigere Stellung der Frau.»</p>



<p><strong>Parteiaustritt nach Parteitag</strong><br>Die St. Galler Jusos warfen Hauser vor, rechte Positionen zu vertreten und forderten seinen Rücktritt. Nachdem der Parteitag die Resolution zum Kopftuch von Lehrerinnen verabschiedet hatte, zog Hauser die Konsequenzen: Er trat aus der SP aus und wechselte zur Grünliberalen Partei (GLP). Die zunehmende Intoleranz innerhalb der SP gegenüber sozialliberalen Positionen habe ihn von der Partei entfremdet, sagte er dem «St. Galler Tagblatt»: «Gemäss neuer Parteiräson gilt meine Position sogar als rassistisch. Diese Intoleranz gegenüber einer laizistisch-säkularen Politik halte ich für total verfehlt und nicht im Sinne vieler SP-Wählerinnen und -Wähler.»<br><br><strong>«Frauen tragen das Patriarchat auf dem Kopf»</strong><br>Säkulare Musliminnen teilen die Ansicht von Hauser. Das Kopftuch sei Symbol eines konservativen Gesellschaftsmodells, was insbesondere linke Kreise im Westen oft nicht wahrhaben wollen. Seyran Ateş, renommierte deutsch-türkische Anwältin und Frauenrechtsaktivistin, erklärt, dass das Kopftuch für ein Gesellschaftsmodell steht, das auf der Geschlechtertrennung und der Unterordnung der Frauen basiert: «Frauen tragen das Patriarchat auf dem Kopf.» Ähnlich äusserte sich die deutsch-türkische Soziologin und Publizistin Necla Kelek im «Deutschlandfunk». Das Kopftuch sei weltweit nie irgendwo ein Zeichen weiblicher Emanzipation gewesen, sondern immer Ausdruck konservativ-traditioneller Gesellschaftsmodelle, die Frauen diskriminieren.</p>
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					<title>Wiederbelebung: Frauen haben schlechtere Karten</title>
					<link>https://frauensicht.ch/koerper/gesundheit/wiederbelebung-frauen-haben-schlechtere-karten/</link>
					<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 17:12:55 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104-1024x511.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104-768x383.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104-1536x766.png 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104.png 1684w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Herzdruckmassagen werden meist an männlichen Puppen trainiert. Das kann für Frauen fatale Folgen haben.]]></description>
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<p>Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kann eine Herzdruckmassage über Leben und Tod entscheiden. Doch in Erste-Hilfe-Kursen wird diese meist an männlichen Trainingspuppen geübt. Zum Nachteil von Frauen, wie eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck zeigt.</p>



<p><strong>Besseres Ergebnis bei männlicher Puppe</strong><br>Für die Untersuchung führten 164 Probandinnen und Probanden eine Herz-Lungen-Wiederbelebung jeweils an einer männlichen Puppe sowie an einer weiblichen Puppe mit Silikonbrüsten und BH durch. Das Ergebnis: Die Qualität der Herzdruckmassage lag bei der männlichen Puppe im Durchschnitt bei 80 von 100 möglichen Punkten, bei der weiblichen Puppe hingegen nur bei 70 Punkten.<br><br><strong>Differenz auch bei Fachleuten</strong><br>Selbst erfahrene Rettungskräfte erzielten bei der Wiederbelebung der weiblichen Puppe schlechtere Resultate, wenn auch auf höherem Niveau. Sie erreichten im Durchschnitt 87 Punkte bei der männlichen und 75 Punkte bei der weiblichen Puppe.<br>Studienleiterin Sabine Ludwig, Direktorin des Instituts für Diversität in der Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck, erklärt: «Mit der korrekten Handposition hatten die Teilnehmenden bei der weiblichen Puppe zum Beispiel grössere Probleme. Auch die Kompressionsqualität und die Drucktiefe waren im Vergleich zur männlichen Puppe mangelhaft.»</p>



<p><strong>Unsicherheit im Umgang mit weiblichem Körper<br></strong>Medizinisch gibt es zwischen Frauen und Männern keine Unterschiede bei der Wiederbelebung: Man muss in der Mitte des nackten Brustkorbs fest und schnell drücken. Dennoch zögerten Testpersonen im Umgang mit der Frauenpuppe. Insbesondere wussten sie nicht, wie sie mit dem BH umgehen sollen. So begannen einige zu reanimieren, ohne ihn zu entfernen oder aufzuschneiden, was die Wirksamkeit der Herzdruckmassage beeinträchtigt.<br><br><strong>Überlebenschancen von Frauen erhöhen<br></strong>Die Studie bestätige frühere Studien, sagt Studienleiterin Ludwig. Sie kritisiert, dass in Erste-Hilfe-Kursen und in der Ausbildung von medizinischem Personal Geschlechterunterschiede bisher zu wenig beachtet werden. Es genüge nicht, nur mit männlichen Puppen zu üben. Um die Überlebenschancen von Frauen zu erhöhen, brauche es auch Trainings mit weiblichen Puppen.</p>
]]></content:encoded>
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					<title>Diese Männer sagten Nein zu Epstein</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/diese-maenner-sagten-nein-zu-epstein/</link>
					<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 14:43:36 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605-1024x512.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605-1536x768.png 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Prominente behaupten, von Epsteins Straftaten nichts gewusst zu haben. Doch Gegenbeispiele zeigen, dass dies billige Ausreden sind.]]></description>
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<p>Jeffrey Epstein wurde 2008 wegen der Vermittlung minderjähriger Prostituierter zu 18 Monaten Haft verurteilt. Seither war er ein <a href="https://frauensicht.ch/gewalt/epstein-opfer-warten-seit-dreissig-jahren-auf-gerechtigkeit/">registrierter Sexualstraftäter</a>. Trotzdem behaupteten Prominente und Mächtige nach der Veröffentlichung der Epstein-Akten, sie hätten davon nichts gewusst. Dabei hätte jeder mit einer simplen Google-Suche herausfinden können, dass Epstein ein verurteilter Sexualstraftäter war.</p>



<p><strong>Forschungsgelder vom Sexualstraftäter</strong><br>Zu den angeblich Ahnungslosen gehören auch Wissenschaftler, die Kontakt zu Epstein pflegten und in einigen Fällen auch Geld für ihre Forschungsprojekte vom Sexualstraftäter annahmen. Das war insbesondere für Forscher in den USA interessant, da deren Arbeit stark von Mäzenen abhängig ist. Wie leicht Epstein Intellektuelle für sich gewinnen konnte, zeigen Aussagen von Forschern, die ein Finanzierungsangebot von Epstein ablehnten. Die Fachzeitschrift «Science» hat einige Beispiele kürzlich auf ihrer Webseite <a href="https://www.science.org/content/article/why-three-scientists-said-no-epstein?utm_term=69ac3d71b546144fb892d046cf1d56f5&amp;utm_campaign=TheWeekInPatriarchy&amp;utm_source=esp&amp;utm_medium=Email&amp;CMP=weekinpatriarchy_email">veröffentlicht</a>.</p>



<p><strong>«Bleib weg von ihm»</strong><br>David Agus, Krebsforscher an der University of Southern California, kam 2012 mit Epstein in Kontakt. Durch eine Google-Suche stiess er auf die Verurteilung von 2008. Doch das schien den Krebsforscher nicht ausreichend abzuschrecken. Er erkundigte sich deshalb bei Berufskollegen. «Sie sagten alle dasselbe: &#8218;Bleib weg von ihm. Er ist ein schlechter Charakter.’» Agus sagte Epstein nicht, warum er sich nicht mit ihm treffen wollte. «Ich wollte eine mächtige Person nicht verärgern», erklärte er gegenüber Science.org: «Es war nicht meine Aufgabe, ihn zu verurteilen, und ich bin kein konfrontativer Mensch.»</p>



<p><strong>Rat der Mutter<br></strong>Scott Aaronson war im Jahr 2010 Informatiker an der Universität von Texas und zunächst fasziniert, dass ein reicher Mann seine Forschung finanzieren wollte. Der damals 29-jährige Assistenzprofessor fragte seine Mutter, ob er das Angebot von Epstein annehmen soll. Sie recherchierte und riet ihm ab. «Pass auf, dass du nicht von einer Schleimmaschine eingesaugt wirst», warnte sie. Aaronson meint heute, dass die Annahme des Geldes ihn nicht zum Komplizen von Epstein gemacht hätte. «Aber, es wäre mir sehr peinlich gewesen.» Aaronson ist nicht überrascht, dass einige Kollegen der finanziellen Verlockung erlagen. Der finanzielle Bedarf in der Forschung sei gross und damit auch der Anreiz, das Geld eines Mäzens anzunehmen, ohne allzu genau hinzuschauen. «Früher hatte ich Fördermittel des Bundes, jetzt nicht mehr», sagte er gegenüber Science.org. «Ehrlich gesagt, ich würde mich über einen Mäzen freuen, aber über einen mit besserer Moral als Jeffrey Epstein.»</p>



<p><strong>«Ich hätte mehr über Epstein herausfinden können»</strong><br>Sean Carroll war Physikprofessor am California Institute of Technology, als Epstein ihn und seine Frau im Jahr 2010 zu einer Konferenz auf seine private Karibikinsel einlud. «Es wurde als Workshop von Wissenschaftlern aus verschiedenen Bereichen angepriesen, etwas, das ich normalerweise attraktiv finde, und nach Spass klang.» Doch seine Frau, die Wissenschaftsjournalistin Jennifer Ouellette, sollte mit anderen Frauen einkaufen gehen, anstatt am Workshop teilzunehmen. Deshalb nahm das Ehepaar die Einladung nicht an. Rückblickend sagt Carroll, die Absage wäre ihm noch leichter gefallen, wenn er damals gewusst hätte, dass Epstein ein verurteilter Sexualstraftäter war. «Aber 2010 war er keine bekannte Person. Wenn ich mich wirklich bemüht hätte, hätte ich sicher mehr herausfinden können. Aber dies zu tun, kam mir nie in den Sinn.»</p>



<p><strong>Google-Suche</strong><br>Ben Moore, Professor für Astrophysik an der Universität Zürich, plante im Jahr 2011 ein Festival mit einigen der klügsten Köpfe der Welt. Ein Kollege wandte sich an Jeffrey Epstein, um das Projekt zu finanzieren. «Jeffrey Epstein wollte mir 10 Millionen Dollar geben», sagte Moore kürzlich der «NZZ am Sonntag». Doch eine einfache Google-Suche brachte ihn auf Epsteins Verurteilung aus dem Jahr 2008. «Da war mir sofort klar, dass ich mit einem solchen Mann nicht zusammenarbeiten konnte.»</p>
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														</item>
							<item>
					<title>Der Fokus auf Frauen steigert die Geburtenrate nicht</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/kinder/der-fokus-auf-frauen-steigert-die-geburtenrate-nicht/</link>
					<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 17:20:52 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.52.23-e1770050419258-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.52.23-e1770050419258-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.52.23-e1770050419258.png 514w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>China hat kürzlich Verhütungsmittel verteuert, um die Geburtenrate zu steigern. Keine effiziente Massnahme, sagt eine Expertin.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Für die weltweit sinkenden Geburtenraten machen Regierungen meist Frauen verantwortlich. Ihre Massnahmen betreffen deshalb Frauen. Mit Geld und Appellen sollen sie zum Gebären gebracht werden. Autokratien wie China, die USA, Russland und die Türkei schränken mehr oder weniger offen die Selbstbestimmungsrechte von Frauen über ihren Körper ein, um die Geburtenrate zu erhöhen. Sie verbieten beispielsweise den Sexualkundeunterricht und erschweren den Zugang zu Verhütungsmitteln und Abtreibungen. Anstatt Geschlechtergerechtigkeit zu fördern, propagieren sie das alte Frauenbild als Mutter und Hausfrau.</p>



<p><strong>Finanzielle Anreize sind ein Flop</strong><br>In Demokratien sollen Appelle und finanzielle Anreize Frauen zum Gebären motivieren. Doch diese fallen nicht auf fruchtbaren Boden, wie das Beispiel Südkorea zeigt. Das Land mit der weltweit niedrigsten Geburtenrate hat in den letzten 15 Jahren über 120 Milliarden Franken ausgegeben, um diese zu erhöhen. Unter anderem zahlt der Staat Geburtsprämien und monatliche Zahlungen bis das Kind acht Jahre alt ist. Allerdings ohne signifikanten Erfolg, wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtete. In Südkorea sind die Geschlechternormen so starr und die Arbeitsteilung so ungleich, dass Frauen begonnen haben, Ehe und Familiengründung grundsätzlich abzulehnen.</p>



<p><strong>Fokus auf die Männer richten</strong><br>Das Beispiel Südkorea zeigt: Wer die Zahl der Kinder pro Frau steigern will, sollte den Fokus auf die Männer richten. Dies ist auch die Schlussfolgerung der <a href="https://www.nber.org/system/files/working_papers/w34268/w34268.pdf?mj_campaign=nl_ref&amp;mj_content=zeitde_text_link_x&amp;mj_medium=nl&amp;mj_source=int_zonaudev_Fratzschers%20Verteilungsfragen">neuesten Arbeit</a> von Claudia Goldin, US-Ökonomin und Nobelpreisträgerin. Demnach ist das mangelnde Engagement der Männer der Hauptgrund für den Geburtenrückgang. Frauen sind heute besser ausgebildet als Männer, beruflich ambitioniert und ökonomisch so unabhängig wie nie zuvor. Doch gesellschaftliche Strukturen, Arbeitsmärkte und Rollenerwartungen hinken dieser Realität hinterher. Da Männer von diesen Strukturen profitieren, ändern sie ihr Verhalten nur sehr langsam.</p>



<p><strong>Diskrepanz zwischen Lebensentwürfen</strong><br>Beruflich ambitionierte Frauen, deren Partner sich nicht für eine Familie engagieren wollen, zögern deshalb die Familiengründung hinaus oder bekommen gar keine Kinder. Laut Goldin ist diese Diskrepanz zwischen den Lebensentwürfen von Frauen und Männern der Grund für den Rückgang der Geburtenraten («Grand Gender Convergence Gap»). Frauen entscheiden sich also nicht gegen Kinder, sondern gegen Strukturen, die ihre Lebensentwürfe nicht berücksichtigen. Die sinkenden Geburtenraten sind demnach kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem.</p>
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					<title>Trump inszenierte sich als Frauenpolitiker</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/trump-inszenierte-sich-als-frauenpolitiker/</link>
					<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 11:01:40 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-03-um-19.22.59-e1772621196553-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-03-um-19.22.59-e1772621196553-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-03-um-19.22.59-e1772621196553-768x383.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-03-um-19.22.59-e1772621196553.png 846w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>In seiner Rede zur Lage der Nation stellte sich der US-Präsident als Politiker für die Anliegen von Frauen dar. Doch Abtreibung und Epstein waren keine Themen.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>US-Präsident Donald Trump macht gewöhnlich keinen Hehl aus seiner Geringschätzung von Frauen. Zuletzt mokierte er sich über die US-Eishockeyspielerinnen, die wie die US-Männer Gold bei den Olympischen Spielen gewonnen hatten. Er müsse die Frauen auch zu seiner Rede zur Lage der Nation ins Parlament einladen, sonst drohe ihm ein Amtsenthebungsverfahren, feixte er in einem Telefonat mit dem Männer-Team.</p>



<p><strong>Republikaner brauchen Frauenstimmen<br></strong>Das frauenfeindliche Verhalten Trumps und anderer Republikaner könnte im Herbst zum Problem werden. Bei den Zwischenwahlen benötigt die Partei auch die Stimmen von Frauen. In seiner Rede inszenierte sich der US-Präsident deshalb kürzlich als Politiker, der die Anliegen von Frauen und insbesondere Müttern vertritt. Er sagte beispielsweise, dass Frauen von billigeren Medikamenten bei Zeugungen im Reagenzglas profitieren würden. Er ermögliche es Müttern, mit speziellen Anlagekonten ein Vermögen für ihre Kinder aufzubauen und mit Steuergutschriften für Kinder Geld zu sparen. Der US-Präsident verschwieg, dass davon nur wenige Mütter profitieren.<br><br><strong>Trump verärgerte Stammwählerschaft<br></strong>Themen wie die Epstein-Akten und den Schwangerschaftsabbruch mied Trump. Dies könnte die Republikaner Stimmen bei ihrer Stammwählerschaft kosten, schreibt die Plattform «The 19th». Viele Parteimitglieder fordern seit Langem die Veröffentlichung aller Epstein-Akten ohne Schwärzungen. Zu seiner Stammwählerschaft gehören auch radikale Abtreibungsgegner, die gegen Zeugungen im Reagenzglas sind. Sie lehnen deshalb die Rabatte für die Medikamente bei solchen In-Vitro-Fertilisationen ab, die Trump in seiner Rede als Erfolg präsentierte.<br><br><strong>Kein Wort zur Abtreibungspille<br></strong>Unzufrieden sind die Abtreibungsgegner auch, weil Trump den Zugang zur Abtreibungspille Mifepriston nicht erschwert (Handelsname: Mifegyne). Sie fordern seit langem, dass Mifepriston nicht mehr per Post verschickt werden darf. Die Abtreibungsgegner machen die leichte Verfügbarkeit der Pille dafür verantwortlich, dass die Zahl der Abtreibungen in den USA nicht gesunken ist, obwohl das Höchstgericht vor vier Jahren das landesweit geltende Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch aufgehoben hatte.<br>Die telemedizinische Abgabe der Abtreibungspille hat die zuständige Bundesbehörde FDA vor drei Jahren erlaubt. Sie hat letztes Jahr zwar zugesagt, diese Zulassung zu überprüfen – allerdings ohne Angabe eines Zeitrahmens. Die Republikaner wissen, dass eine Mehrheit der US-Amerikanerinnen und -Amerikaner für ein Recht auf Abtreibung ist. Ein Verbot der telemedizinischen Abgabe der Abtreibungspille könnte ihnen bei den Zwischenwahlen viele Stimmen parteipolitisch ungebundener Wählerinnen und Wähler kosten. In seiner Rede zur Lage der Nation sagte Trump kein Wort zur Abtreibungspille.</p>
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					<title>«Minderjährige Frauen» gibt es nicht</title>
					<link>https://frauensicht.ch/kultur-kirche/sprache/minderjaehrige-frauen-gibt-es-nicht/</link>
					<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 17:33:23 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17779</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-23-um-10.50.33-e1771841388545-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-23-um-10.50.33-e1771841388545-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-23-um-10.50.33-e1771841388545.png 659w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Viele Medien tun sich schwer damit, Gewalt gegen Mädchen und Frauen sprachlich zu benennen und die Opfer ernst zu nehmen.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Bei den Partys des Investmentbankers Jeffrey Epstein vergewaltigten Männer Frauen und Mädchen. Doch statt von Kindern und Vergewaltigung ist in vielen Berichten über die Epstein-Akten nun von «minderjährigen Frauen» oder von «Frauen» die Rede, mit denen Prominente «Sex» hatten.</p>



<p><strong>Kinder</strong> <strong>sprachlich unsichtbar</strong><br>Der Begriff «minderjährige Frauen» ist sprachlich ein Oxymoron, also ein Widerspruch in sich. Entweder sind die Epstein-Opfer minderjährig und damit Kinder oder volljährig und damit Frauen. Die Journalistin Melina Borčak kritisierte auf Instagram namentlich Peter Burghardt, US-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung». Er bezeichnete Epstein-Opfer als «meist junge bis minderjährige Frauen». Von Kindern ist nicht die Rede. Borčak kommentierte: «Würde man es nicht besser wissen, würde man die Kinderschändung gar nicht erkennen.»</p>



<p><strong>«Minderjährige Männer» gibt es nicht</strong><br>Wie unpassend der Begriff «minderjährige Frauen» ist, zeigt der Vergleich mit dem Pendant «minderjährige Männer». Niemand spricht bei Missbrauchsfällen im kirchlichen Umfeld von «minderjährigen Männern». Es ist von Jungen, Knaben oder Minderjährigen die Rede – also von Kindern.</p>



<p><strong>Alltägliche Geringschätzung</strong><br>Wenn Mädchen Opfer werden, macht man sie sprachlich zu «Frauen» und verharmlost damit Gewalt gegen Kinder. Und wenn man erwachsene Frauen klein halten will, nennt man sie «Mädchen». Beides entspringt der alltäglichen Geringschätzung von Frauen und Mädchen und fällt gerade deshalb kaum auf. Userin «Joy» kommentierte auf Instagram: «Um uns Frauen nicht ernst zu nehmen, nennt Mann uns gerne Mädchen bis ins hohe Alter. Aber wenn Mädchen vergewaltigt werden, sind wir plötzlich minderjährige Frauen.»</p>



<p><strong>Mutige Frau anonymisiert<br></strong>In ihrem Post machte Borčak auf eine weitere sprachliche Methode aufmerksam, mit der Opfer herabgewürdigt werden. In seinem Artikel verschwieg US-Korrespondent Burghardt den Namen einer mutigen Frau. Er schrieb, dass US-Präsident Donald Trump «in einem anderen Fall 2023 wegen sexuellen Missbrauchs einer Frau schuldig gesprochen wurde». Die Frau heisst E. Jean Carroll. Sie ging in die Öffentlichkeit und zeigte Trump an. Doch Burghardt nannte ihren Namen nicht und würdigte damit ihren Mut nicht, Trump anzuzeigen. Es ist schwer vorstellbar, dass Burghardt einen erfolgreichen männlichen Kläger anonymisiert hätte.</p>
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					<title>Epstein-Opfer warten seit dreissig Jahren auf Gerechtigkeit</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/epstein-opfer-warten-seit-dreissig-jahren-auf-gerechtigkeit/</link>
					<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 18:04:35 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-300x150.jpeg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-300x150.jpeg 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-1024x512.jpeg 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-768x384.jpeg 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-1536x768.jpeg 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-2048x1024.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Prominente und Mächtige vergewaltigten Frauen und Mädchen. Doch seit den ersten Anzeigen wurden nur zwei Täter verurteilt. Das liegt auch an den Strafverfolgungsbehörden.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Die ersten Anzeigen wegen Vergewaltigung gegen Jeffrey Epstein erstatteten Frauen vor über dreissig Jahren. Doch die Behörden leiteten keine Ermittlungen ein. Auch weitere Anzeigen blieben folgenlos. Erst als 2005 die Eltern eines Mädchens in den USA Anzeige gegen Epstein wegen sexueller Gewalt erstatteten, wurden die Behörden tätig. Sie ermittelten weitere mutmassliche Opfer.</p>



<p><strong>Geheime Vereinbarung mit Staatsanwalt</strong><br>Epstein drohte eine lebenslange Haftstrafe wegen zahlreicher Sexualstraftaten. Doch er handelte mit der Staatsanwaltschaft eine geheime Vereinbarung aus. Der Investmentbanker bekannte sich schuldig, minderjährige Prostituierte an Klienten vermittelt zu haben. Im Gegenzug liess die Staatsanwaltschaft die anderen Anklagen und weitere Ermittlungen fallen, ohne die Opfer zu informieren.</p>



<p><strong>Affront für die Opfer</strong><br>Dank der Vereinbarung konnte Epstein behaupten, die Mädchen seien keine Opfer, sondern Prostituierte gewesen. Das war ein Affront für die Opfer. Staatsanwalt Alexander Acosta, der die Vereinbarung damals unterzeichnete, wurde in der ersten Regierung von Donald Trump Arbeitsminister. Er verteidigte die Vereinbarung mit Epstein so lange, bis der öffentliche Druck zu gross wurde und er 2019 als Arbeitsminister zurücktreten musste.</p>



<p><strong>Straftaten blieben geheim</strong><br>Die Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 2008 wurde versiegelt. Niemand erfuhr, welche Straftaten die Behörden Epstein zur Last gelegt hatten. Epstein wurde wegen der Vermittlung von minderjährigen Prostituierten zu 18 Monaten Haft verurteilt. Und er musste sich als Sexualstraftäter registrieren lassen. Medien wie CNN und die «New York Times» kritisierten die Strafe und die Haftbedingungen damals als viel zu mild. Epstein durfte täglich zwölf Stunden in sein Büro in der Innenstadt von West Palm Beach gehen. Bereits nach 13&nbsp;Monaten wurde er wegen guter Führung aus der Haft entlassen.</p>



<p><strong>Die Party ging weiter</strong><br>Selbst als nach dem Urteil von 2008 mehr als dreissig weitere Vergewaltigungsopfer Anzeige erstatteten und ein zweiter Prozess unvermeidbar wurde, nahmen weiterhin hochrangige Politiker, Tech-Milliardäre, Top-Banker, Stars aus dem Showbusiness und Intellektuelle an Epsteins Partys teil. Einige liessen sich dort mit halbnackten Mädchen und Frauen fotografieren. In E-Mails relativierten sie die Vergewaltigungen und machten sich sogar darüber lustig. Ihre Opfer bezeichneten sie verächtlich als «Bitches» und «Cunts» (Luder und Fotzen). Die reichen und mächtigen Männer hielten sich offensichtlich für unantastbar. Das lag wohl auch an den schleppenden Ermittlungen und dem Wohlwollen der US-Strafverfolgungsbehörden gegenüber Epstein. Erst 2019 wurde er angeklagt, einen Ring zur sexuellen Ausbeutung&nbsp;von Minderjährigen unterhalten zu haben.</p>



<p><strong>Frauen glaubten die Behörden nicht</strong><br>Reiche und Mächtige vergewaltigten Mädchen und Frauen. Klagen von Betroffenen glaubten die Behörden jahrzehntelang nicht oder wischten sie beiseite. Glaubwürdiger als die Aussagen marginalisierter Frauen und Mädchen sind offensichtlich die E-Mails eines toten Mannes, wie die empörten Reaktionen nach der Veröffentlichung von Epstein-Akten zeigten. Diese Frauenverachtung geht mit der Veröffentlichung der Epstein-Akten weiter. In den Akten sind unzensierte Nacktfotos von Opfern mit deren Klarnamen und Adressen. Einige berichteten bereits von Morddrohungen, die sie nun erhalten haben. Die Namen ihrer prominenten Vergewaltiger wurden hingegen geschwärzt.<br>Juristische Folgen hatten ihre Taten bis heute nicht<strong>. </strong>Verurteilt wurden einzig Jeffrey Epstein und seine Gehilfin Ghislaine Maxwell. Die vielen Opfer warten noch immer auf Gerechtigkeit.</p>



<p></p>
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					<title>Frauen in den Nachrichten untervertreten: Ein Warnsignal</title>
					<link>https://frauensicht.ch/kultur-kirche/medien1/frauen-in-den-nachrichten-untervertreten-ein-warnsignal/</link>
					<pubDate>Tue, 17 Feb 2026 11:56:48 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-16.02.19-e1771265941119-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-16.02.19-e1771265941119-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-16.02.19-e1771265941119-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-16.02.19-e1771265941119-800x401.png 800w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-16.02.19-e1771265941119.png 803w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Frauen sind ein wichtiger Indikator, ob Menschenrechte eingehalten werden. In der medialen Berichterstattung ist dies zu wenig sichtbar.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Letztes Jahr war nur eine von vier Personen, die in den Nachrichten erwähnt, gezeigt oder zitiert wurden, eine Frau. Das zeigt der aktuelle Bericht des <a href="https://whomakesthenews.org/wp-content/uploads/2025/12/GMMP2025-GlobalReport.pdf">«Global Media Monitoring Project»</a>. Für diese weltweit grösste Studie zur Geschlechterrepräsentation in den Nachrichtenmedien erheben Mitarbeiterinnen seit 1995 alle fünf Jahre an einem Stichtag den Frauenanteil beim Personal und in den Nachrichten von Zeitungen, TV, Radio und Online-Medien. Am Stichtag 2025 waren Frauen nur in&nbsp;26 Prozent&nbsp;der Nachrichten ein Thema – ein Anstieg von lediglich neun Prozent seit Beginn der Erhebung vor drei Jahrzehnten.</p>



<p><strong>«Berichterstattungs-Gap»</strong><br>Die Journalistinnen Sarah Little und Zahra Nader aus Kanada sprechen auf der Plattform «Presse-toi à gauche!» von einem «Berichterstattungs-Gap», der den öffentlichen Diskurs verzerre. Little, Gründerin des feministischen Online-Magazins <a href="https://www.moretoherstory.com/">More to Her Story</a>, und Nader, Chefredaktorin des afghanischen Portals <a href="https://zantimes.com/">Zan Times</a>, sehen die Unterrepräsentation von Frauen als ein ernstes politisches Warnsignal. Ihre Begründung: «Berichte über das Leben von Frauen zeigen, ob Gesetze durchgesetzt werden, ob Gewalt bestraft wird und ob der Zugang zu Bildung, Arbeit und Sicherheit möglich ist.»</p>



<p><strong>Politisches Warnsignal</strong><br>Journalismus, der das Leben von Frauen dokumentiert, wird laut Little und Nader zu oft als fakultativ angesehen. In den Redaktionen fehle das Verständnis dafür, dass Frauen und Mädchen wichtige Indikatoren dafür sind, ob Menschenrechte tatsächlich eingehalten werden. Wenn die Stimmen von Frauen nicht öffentlich werden, sind Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen weniger sichtbar und autoritäre Strukturen können sich leichter festsetzen, so die beiden Journalistinnen.​ Die Untervertretung der Frauen in der medialen Berichterstattung müsse man deshalb als ernstes politisches Warnsignal verstehen.​</p>
]]></content:encoded>
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							<item>
					<title>«Wir dürfen nicht antreten, weil wir Frauen sind»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gesellschaft/sport/wir-duerfen-nicht-antreten-weil-wir-frauen-sind/</link>
					<pubDate>Sat, 07 Feb 2026 15:44:19 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17735</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Narmbruster-e1770478233854-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Narmbruster-e1770478233854-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Narmbruster-e1770478233854-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Narmbruster-e1770478233854.png 1003w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Bei den Olympischen Spielen in Italien dürfen Frauen in der Nordischen Kombination nicht an den Start. Betroffene kritisieren dies als ungerecht.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Die Deutsche Nathalie Armbruster ist Gesamt-Weltcupsiegerin in der Nordischen Kombination und hätte gute Chancen, Olympiasiegerin zu werden. Doch diese Kombination aus Skispringen und Langlauf, ist nur bei den Männern eine olympische Disziplin. Es ist die einzige Wintersportart, bei der Frauen nicht antreten dürfen.</p>



<p><strong>«Das ist ungerecht»<br></strong>Die 20-Jährige machte ihrem Ärger auf Instagram Luft. «Niemandem sollte die Möglichkeit verwehrt werden, seine Träume zu leben, nur weil sie eine Frau ist.» Der Ausschluss der Frauen sei ungerecht. «Wir wollen unseren Platz bei den Olympischen Spielen nicht nur, weil wir Frauen sind und Gleichberechtigung wollen. Wir haben uns unseren Platz dort verdammt noch mal verdient, weil wir hochprofessionelle Weltklasse-Athletinnen sind und alle Anforderungen erfüllen, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) einst festgelegt hat. Wir fordern also nichts anderes als Gerechtigkeit. So einfach ist das. Wenn im 21. Jahrhundert schon keine Gleichberechtigung herrscht, sollte es zumindest Gerechtigkeit geben.»</p>



<p><strong>«Wir fordern Gleichberechtigung»</strong><br>Auch die US-Amerikanerin Annika Malacinski nahm auf Instagram kein Blatt vor den Mund. Die Kombiniererinnen seien einzig wegen ihres Geschlechts von Olympia ausgeschlossen. «Nicht, weil wir nicht gut genug sind. Nicht, weil wir nicht bereit sind. Sondern weil das IOC weiterhin zögert, ausweicht und Frauen die gleichen Chancen verweigert, die Männer seit Jahrzehnten haben», schrieb die 24-Jährige. «Wir trainieren. Wir bringen Opfer. Wir liefern Ergebnisse. Das Problem ist nicht die Leistung – es ist die Politik. Wir schreiben das Jahr 2026. Dass so etwas immer noch passiert, ist inakzeptabel. Wir bitten nicht um Gefälligkeiten. Wir fordern Gleichberechtigung.»</p>



<p><strong>Überholte Argumente</strong><br>Den Entscheid, dass die Kombiniererinnen 2026 nicht für die Spiele zugelassen werden, fällte das IOC bereits vor vier Jahren. Die Sportart sei zu jung, die Breite an der Spitze zu gering – und die Einschaltquoten seien zu niedrig. Für Armbruster sind diese Argumente überholt. In der laufenden Saison standen 10 verschiedene Athletinnen aus 7 Nationen und 3 Kontinenten auf dem Podest. «Wenn das keine Vielfalt ist, weiss ich nicht, was es ist.» Heute gebe es keine Argumente mehr für den Ausschluss der Frauen.</p>



<p><strong>Geschlechtergleichstellung bis 2030</strong><br>Bei den Männern ist die Nordische Kombination seit 1924 olympisch. Für die nächsten Winterspiele 2030 will das IOC die Geschlechtergleichstellung erreichen. Entweder dürfen dann auch Frauen in der Nordischen Kombination an den Start gehen oder die Disziplin wird nach mehr als 100 Jahren für Männer aus dem Olympia-Programm gestrichen. Das IOC wird im kommenden Mai entscheiden.</p>
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														</item>
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					<title>Alte «Tanten» modernisieren das Frauenbild</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gesellschaft/sport/alte-tanten-modernisieren-das-frauenbild/</link>
					<pubDate>Mon, 02 Feb 2026 16:47:51 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17725</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.32.59-1-e1770049801237-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.32.59-1-e1770049801237-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.32.59-1-e1770049801237-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.32.59-1-e1770049801237.png 870w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Ältere Frauen balancieren auf Mauern und rutschen über Geländer. Damit sorgen sie für Aufsehen und brechen mit Klischees.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>In <strong>Schweden</strong> hat der «Tantparkour» (Tantenparcours) den öffentlichen Raum erobert. Ältere Frauen klettern gemeinsam über Bänke, rutschen auf Rutschen und kriechen unter Geländern durch.</p>



<p><strong>«Wir lachen und finden neue Freundinnen»</strong><br>Initiantin ist die 61-jährige Musiklehrerin Maria Ringsén aus der südschwedischen Stadt Borås. Sie war schockiert, als sie bei einer Wanderung nicht über einen kleinen Bach springen konnte. Sie habe dies schlicht verlernt. Darauf motivierte sie andere Frauen, sich gemeinsam im öffentlichen Raum zu bewegen. Die Frauen informierten auf Instagram über den «Tantenparcours» und fanden bald Nachahmerinnen in anderen Städten.<br>Hannele Sjö ist Mitglied der «Tantenparcours»-Gruppe in der Stadt Strängnäs: «Schon nach ein paar Mal merkt man den Unterschied, das Gleichgewicht wird besser und der Körper fühlt sich sicherer an. Ein gutes Gleichgewicht ist wichtig, damit wir so lange wie möglich zu Hause und draussen zurechtkommen.» Am besten gefällt ihr die Gemeinschaft. «Wir lachen, unterstützen uns gegenseitig und finden jede Woche neue Freundinnen», sagt Hannele Sjö.</p>



<p><strong>«Tantenparcours» macht Schluss mit Vorurteilen</strong><br>Laut einem Forschungsteam der Mittuniversitet (Mid Sweden University) bricht der «Tantenparcours» mit gesellschaftlichen Vorurteilen über ältere Frauen und stärkt deren Selbstbewusstsein. Beim «Tantenparcours» gehe es nicht um Leistung, sondern darum, den Körper auf neue Weise zu nutzen und Bewegungen wie Springen, Krabbeln oder Balancieren spielerisch auszuprobieren. Ziel sei es, sich draussen selbstbewusst zu bewegen. «Die Frauen entdecken ihre Fähigkeiten und ihr Recht, Parks, Plätze, Spielplätze und Naturräume zu nutzen. Das ist eine Möglichkeit, diskriminierende Vorstellungen von älteren Körpern als passiv oder unsichtbar zu durchbrechen», sagt Kristin Godtman Kling von der Mittuniversitet.</p>



<p><strong>«Form des Alltagsfeminismus»<br></strong>Laut der Kulturgeografin ist der «Tantenparcours» eine Form des Alltagsfeminismus. «Wenn ältere Frauen auf Spielgeräte klettern oder unter Geländern hindurchkriechen, stellen sie sowohl Geschlechter- als auch Altersnormen in Frage. Indem sie in den Social Media sichtbar sind, inspirieren sie mehr Menschen dazu, neu über das Älterwerden und körperliche Aktivität nachzudenken.»</p>



<p>Die Studie über den «Tantenparcours» ist Teil eines dreijährigen Forschungsprojekts der Mittuniversitet, das den Zusammenhang zwischen Gesundheit, Naturerlebnis und Barrierefreiheit für ältere Menschen untersucht. Ziel ist es, besser zu verstehen, was ältere Menschen von alltäglichen Aktivitäten im Freien abhalten kann.</p>
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					<title>Frauen können sich gegen digitale Gewalt wehren</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/frauen-koennen-sich-gegen-digitale-gewalt-wehren/</link>
					<pubDate>Tue, 20 Jan 2026 14:32:37 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/dbb-e1766593714522-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/dbb-e1766593714522-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/dbb-e1766593714522.png 657w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Ein Online-Marktplatz veröffentlichte die Kontaktanzeige einer Frau, die von der Anzeige nichts wusste. Der Marktplatz-Betreiber ist haftbar.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Der Europäische Gerichtshof (EuGH)&nbsp;hat in einem&nbsp;<a href="https://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&amp;docid=306764&amp;pageIndex=0&amp;doclang=DE&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1&amp;cid=15316896">Grundsatzurteil</a>&nbsp;entschieden, dass Betreiber von Online-Marktplätzen in der EU mitverantwortlich sind, wenn auf ihren Seiten Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Sie können sich nicht darauf berufen, lediglich die technische Plattform bereit zu stellen (C-492/23).&nbsp;</p>



<p><strong>Frau wusste nichts von Kontaktanzeige<br></strong>Geklagt hatte eine Frau gegen den österreichischen Russmedia-Konzern. Auf einem rumänischen Online-Marktplatz des Konzerns hatte jemand anonym sexuelle Dienstleistungen der Frau angeboten, mit ihrer Telefonnummer und Fotos von ihr. Die Frau wusste nichts davon. Die Veröffentlichungen erfolgten ohne ihre Einwilligung. Auf Aufforderung der Frau löschte der Online-Marktplatz die Anzeige zwar rasch. Doch sie war bereits auf anderen Webseiten verbreitet worden und blieb dort weiterhin einsehbar.</p>



<p><strong>Mitverantwortung wegen Nutzungsrechten<br></strong>Russmedia argumentierte, lediglich die technische Plattform bereit zu stellen und für darauf veröffentlichte Inhalte nicht verantwortlich zu sein. Für den EuGH jedoch ist Russmedia aufgrund der&nbsp;Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) mitverantwortlich für die Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Frau. Dies auch deshalb, weil sich Russmedia in den Allgemeinen Nutzungsbedingungen das Recht vorbehält, veröffentlichte Inhalte kommerziell zu eigenen Zwecken zu nutzen. «Russmedia veröffentlicht daher die in den Anzeigen enthaltenen personenbezogenen Daten nicht oder nicht nur für die inserierenden Nutzer, sondern verarbeitet diese Daten und kann zu ihren eigenen Werbezwecken und aus kommerziellen Eigeninteressen Profit aus ihnen ziehen», heisst es im Urteil. Russmedia habe deshalb ein Eigeninteresse an der Veröffentlichung der&nbsp;personenbezogenen Daten der Klägerin gehabt.&nbsp;</p>



<p><strong>Inhaltsprüfung ist Pflicht</strong><br>Laut EuGH muss der Betreiber eines Online-Marktplatzes vor der Veröffentlichung einer Anzeige prüfen, ob diese sensible Daten enthält. Falls dies der Fall ist, muss er ausserdem prüfen, ob der Nutzer, der die Anzeige platzieren will, mit der Person identisch ist, deren sensible Daten in dieser Anzeige enthalten sind. Wenn dies nicht der Fall ist, muss der Betreiber die Veröffentlichung verweigern. Eine Ausnahme ist laut dem EuGH nur möglich, wenn der inserierende Nutzer nachweisen kann, dass die betroffene Person der Veröffentlichung ihrer sensiblen Daten auf dem Online-Marktplatz ausdrücklich zugestimmt hat. Im Urteil heisst es weiter, der Betreiber müsse sicherstellen, dass eine solche Anzeige nicht kopiert und auf anderen Webseiten unrechtmässig weiterverbreitet wird. Der konkrete Fall geht nun zurück an die Vorinstanz in Rumänien.</p>



<p><strong>Urteil stärkt Rechte von Frauen</strong><br>Mit diesem Urteil stärkt der EuGH insbesondere die Rechte von Frauen, die Opfer von digitaler Gewalt wie Deepfakes werden, so der&nbsp;Deutsche Juristinnenbund (djb).&nbsp;Betroffene können Plattformen nun direkt verklagen, ohne zuerst jeden einzelnen rechtswidrigen Inhalt melden zu müssen. Dies sei ein wichtiger Schritt für die Rechte von Frauen im digitalen Raum. Bisher sei es für Betroffene von digitaler Gewalt schwer gewesen, missbräuchlich veröffentlichte Daten wie Telefonnummern, Fotos, Videos, politische Meinungen oder sexuelle Orientierung löschen zu lassen, schreibt der Juristinnenbund.&nbsp;</p>
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					<title>«Demonstrationen gegen Abtreibung verbieten»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/koerper/schwangerschaftsabbruch/demonstrationen-gegen-abtreibung-verbieten/</link>
					<pubDate>Fri, 16 Jan 2026 14:00:44 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-11-um-17.11.51-e1768148064573-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-11-um-17.11.51-e1768148064573-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-11-um-17.11.51-e1768148064573.png 586w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Den Behörden ist die Meinungsfreiheit von Abtreibungsgegnern wichtiger als der Schutz von Frauen vor Diskriminierung. Ein Verein will das ändern.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Demonstrationen gegen das Recht auf einen straffreien Schwangerschaftsabbruch gibt es vielerorts. Die Behörden bewilligen diese «Pro-Life»-Demonstrationen von Fundamentalisten meist mit dem Argument der Meinungsfreiheit. In der <strong>Schweiz</strong> stellt der <a href="https://www.strukturelle.ch/">Verein «Strukturelle»</a> diese Begründung nun infrage. Zweck des Vereins ist es, die Gleichstellung von Frau und Mann zu fördern.</p>



<p><strong>Beschwerde gegen Bewilligung</strong><br>Ende letzten Jahres legte der Verein bei den zuständigen Behörden in Freiburg (Fribourg) Beschwerde ein gegen die Bewilligung der Demonstration einer kleinen Gruppe fundamentalistischer Katholiken im Zentrum der Stadt. Die&nbsp;Polizei&nbsp;begründete die Genehmigung der Kundgebung gegen das Abtreibungsrecht mit dem Schutz der Meinungsfreiheit. «Strukturelle» argumentiert, dass die Kundgebung zur Diskriminierung von Frauen aufrufe und ihre Rechte verletze.<br>Die Staatsanwaltschaft Freiburg lehnte eine Behandlung der Beschwerde ab. Sie begründete dies mit der Antidiskriminierungsnorm im Schweizer Strafgesetzbuch (Artikel 261bis). Darin werde das&nbsp;Geschlecht&nbsp;nicht ausdrücklich erwähnt.</p>



<p><strong>Städtische Verordnung verbietet Diskriminierung</strong><br>Vereinspräsidentin Maya Dougoud sagte gegenüber «24 heures», dass Aufrufe zur Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zwar nicht wörtlich im Schweizer Strafgesetzbuch genannt sind, jedoch in der Verordnung der Stadtpolizei Freiburg. «Die Freiburger Verordnung legt fest, dass eine Demonstration verboten werden kann, wenn das Verhalten gegen die öffentlichen Sitten verstösst, wenn Ausdrucksformen vorliegen, die eine Person oder eine Gruppe von Personen diskriminieren, insbesondere aufgrund ihres Geschlechts.» Dougoud, die unter anderem Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen ist, argumentiert mit internationalen Abkommen gegen die Diskriminierung von Frauen und kann sich auch auf das Bundesgericht stützen. Laut dem Höchstgericht dürfen Behörden die Meinungsäusserungsfreiheit nicht so weit auslegen, dass der Kampf gegen Diskriminierung seiner Substanz beraubt werde.</p>



<p><strong>Weiter auf dem Rechtsweg<br></strong>«Strukturelle» hat nun zwei Beschwerden eingelegt: Bei der Stadtregierung gegen die Bewilligung der Kundgebung durch die Polizei und beim Kantonsgericht gegen den Entscheid der Staatsanwalt, keine Untersuchung zu eröffnen. Sollte keine der Beschwerden Erfolg haben, will sich der Verein an die höheren Instanzen wenden.</p>
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					<title>Trumps Frauenfeindlichkeit untergräbt Demokratie</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/trumps-frauenfeindlichkeit-untergraebt-demokratie/</link>
					<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 10:54:07 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="157" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33-300x157.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33-300x157.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33-1024x537.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33-768x403.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33-390x205.png 390w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33.png 1170w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Frauenfeindliche Aussagen des US-Präsidenten scheinen nicht mehr zu empören. Dieses Schweigen verschiebt die Grenzen des Sagbaren.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Der US-Präsident beleidigt, beschimpft und demütigt Frauen öffentlich. Daran haben sich offensichtlich alle gewöhnt. Als er Ende letzten Jahres&nbsp;an Bord der Präsidentenmaschine «Air Force One» vor versammelter Journalistenschar&nbsp;mit ausgestrecktem Zeigefinger auf die renommierte&nbsp;Bloomberg-Korrespondentin&nbsp;Catherine Lucey zeigte und&nbsp;brüllte «Still! Still, Schweinchen!», reagierte niemand im Flugzeug. Lucey hatte eine Frage zu den Epstein-Akten gestellt.&nbsp;</p>



<p><strong>Gewöhnung an Frauenfeindlichkeit</strong><br>Auch aus der Politik reagierte niemand auf Trumps Beleidigung. Einzig der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, postete dazu eines seiner Memes. Trumps Frauenfeindlichkeit scheint die amerikanische Öffentlichkeit nicht mehr zu alarmieren, sondern bestenfalls zu amüsieren oder zu langweilen.</p>



<p><strong>Trump musste sich entschuldigen</strong><br>Im Wahlkampf 2016 war das noch anders. Damals kam ein älteres Video an die Öffentlichkeit, in dem Trump sagte:&nbsp;«Wenn du ein Star bist, lassen sie dich alles tun. Du kannst alles tun (&#8230;) ihnen an die&nbsp;Muschi greifen. Du kannst alles tun.» Die Empörung über diese frauenfeindliche Aussage war gross, auch in der eigenen Partei. Trump musste sich öffentlich entschuldigen.&nbsp;</p>



<p><strong>Frauenfeindlichkeit normalisiert</strong><br>Das ist heute undenkbar, weil Trump Frauenfeindlichkeit normalisiert hat. Er diskreditiert nicht nur Journalistinnen, sondern auch&nbsp;<a href="https://frauensicht.ch/politik/trump-drangsaliert-gezielt-schwarze-politikerinnen/">Politikerinnen</a>&nbsp;und Juristinnen.&nbsp;Wenn ein Präsident wie Trump frauenfeindliche Sprache normalisiert, verschiebt er den Rahmen des Sagbaren. Frauenfeindliche Aussagen in Talkshows, Social Media und Wahlkämpfen gelten nicht mehr als unsagbar, sondern als normal.</p>



<p><strong>Konkrete Folgen für Frauen</strong><br>Die offene Frauenfeindlichkeit der US-Regierung hat für Frauen konkrete Folgen, wie ein paar Beispiele zeigen:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat Trump nach Amtsantritt per Dekret alle staatlich finanzierten Gleichstellungsprogramme am Arbeitsplatz&nbsp;<a href="https://frauensicht.ch/politik/konzern-widersetzt-sich-anti-gleichstellungskurs/">gestoppt</a>. Private Firmen erhalten nur noch Aufträge des Bundes, wenn sie ebenfalls auf Gleichstellungsmassnahmen verzichten.&nbsp;</li>



<li>Kriegsminister Pete Hegseth, der wie Trump sexueller Übergriffe beschuldigt wird, hat Frauen aus der Führung der Armee weitgehend entfernt. Kürzlich hat er «männliche Standards» bei den Anforderungen für Kampfeinsätze angekündigt. Soldatinnen werden diese nicht erfüllen können und damit aus Kampfeinheiten entfernt.</li>



<li>An Friedens- und anderen Verhandlungen der Regierung nehmen kaum noch Frauen teil.</li>



<li>Frauen sollen weitere Selbstbestimmungsrechte verlieren. Die Regierung will nach Abtreibungen auch die Geburtenkontrolle erschweren, um die Geburtenrate zu erhöhen. Abtreibungen sind in zahlreichen US-Bundesstaaten nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr legal.&nbsp;</li>



<li>Das US-Bildungsministerium hat Ende letzten Jahres die Studienkredite für Frauenberufe wie Pädagogik und Krankenpflege massiv gekürzt. Betroffene müssen sich nun entweder zu teuren Konditionen privat verschulden oder den Beruf wechseln. Für die Professionalisierung typischer Frauenberufe hatten Frauen lange gekämpft.</li>
</ul>



<p><strong>«Frauenfeindlichkeit ist ein Trojaner»<br></strong>Die Frauenfeindlichkeit der US-Regierung werde auch für die Demokratie Folgen haben, sagte Cynthia Miller-Idriss in der «Los Angeles Times». Die Soziologin von der privaten «American University» in Washington forscht über den Zusammenhang von Frauenfeindlichkeit und Extremismus. Frauenfeindlichkeit sei ein Trojaner, um Demokratie und Rechtsstaat anzugreifen. Über Frauenfeindlichkeit schleiche der Autoritarismus in die Gesellschaft ein, der individuelle Rechte missachtet. Angriffe auf Frauen und ihre Rechte seien deshalb immer ein Warnzeichen. «Wenn Frauen Rechte verlieren, bröckeln Demokratien. Autoritäre wissen das.»</p>



<p><strong>Erosion der Frauenrechte gefährdet Demokratie</strong><br>Angriffe auf die Demokratie beginnen deshalb oft mit der Erosion der Frauenrechte, sagt Cynthia Miller-Idriss. Die Methoden seien einfach: Frauen werden herabgesetzt, verunglimpft, ihnen werden Rechte wie das Abtreibungs- oder Wahlrecht genommen und sie werden aus der Erwerbsarbeit und dem öffentlichen Leben gedrängt. US-Frauenrechtsaktivistinnen warnen seit langem, dass die Demokratie an Legitimität verliert, wenn die Rechte der Hälfte der Bevölkerung als verhandelbar gelten<strong>.&nbsp;</strong>Dadurch entstehe eine Gruppe, deren Status niedriger sei als der einer anderen Gruppe.&nbsp;Das widerspreche dem Wesen der Demokratie fundamental.</p>
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					<title>Ministerin wurde als Frau ausgelacht</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/ministerin-wurde-als-frau-ausgelacht/</link>
					<pubDate>Fri, 02 Jan 2026 17:06:55 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17691</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2025-12-30-um-19.15.00-e1767279286994-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2025-12-30-um-19.15.00-e1767279286994-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2025-12-30-um-19.15.00-e1767279286994.png 719w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Ein Minister und eine Ministerin sagen das Gleiche. Gedemütigt wird nur die Frau. Als die Politikerin danach gegen die Mobber austeilt, reagieren diese empfindlich.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Selten sind patriarchale Strukturen in der Politik so gut erkennbar, wie bei einem aktuellen Anschauungsbeispiel aus&nbsp;<strong>Deutschland</strong>. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas erläuterte Ende November beim Arbeitgebertag die Rentenreform. Laut Medienberichten sagten Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Kanzler Friedrich Merz (CDU) an diesem Anlass inhaltlich etwa das Gleiche. Doch der männlich dominierte Saal lachte nur Bas während ihrer Rede zweimal aus. Klingbeil sagte später in der TV-Sendung «Maischberger»: «Ich habe kurz vor Bärbel Bas auf diesem Arbeitgebertag geredet. Mir wurde applaudiert. Die Frau wird ausgelacht. Finde ich dann auch sehr komisch. Obwohl wir beide das Gleiche gesagt haben.»</p>



<p><strong>«Die Herren in ihren bequemen Sesseln»<br></strong>Ein paar Tage nach dem Arbeitgebertag mokierte sich Bas auf dem Parteitag der Jusos über die Arbeitgeber: «Da sassen sie – ich sag’ das jetzt mal ganz offen –, die Herren, meistens waren es Männer, in ihren bequemen Sesseln, der eine oder andere im Massanzug. Und die Ablehnung war deutlich zu spüren.» Da sei deutlich geworden, «gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen.»</p>



<p><strong>Die Frau soll respektvoller sein</strong><br>Daraufhin beschwerten sich 15 Wirtschaftsverbände in einem <a href="https://www.bvmw.de/de/arbeit-und-soziales/news/mittelstandsallianz-richtet-offenen-brief-an-bundesministerin-baerbel-bas">offenen Brief</a> über den Ton der Ministerin und forderten mehr Respekt: «Diese Menschen erwarten kein Schulterklopfen, aber sie haben Anspruch auf Respekt. Auf Fairness. Auf einen politischen Diskurs, der nicht spaltet, sondern verbindet. Und auf eine Bundesregierung, die Leistungsträger nicht pauschal abwertet, sondern deren Beitrag würdigt.» <br>Fairness und Respekt hätte sich Bas wohl Tage zuvor auch gewünscht, als die Mittelständler sie auslachten. </p>



<p><strong>Die Frau ist verantwortungslos<br></strong>Am Schluss des Briefes&nbsp;unterstellen die Verbände der Arbeitsministerin Verantwortungslosigkeit und disqualifizieren sie damit für ihr Amt: «Wir möchten Sie eindringlich bitten, Ihre Aussagen öffentlich zu präzisieren und klarzustellen, (…) so wie es dem Anspruch einer verantwortungsvollen Regierungsführung entspricht.»&nbsp;In «Spiegel Online» kommentierte die feministische Autorin Alexandra Zykunov: «Männerdominierte Gruppe lacht Frau aus, Frau gibt Kontra, doch statt ihr Verhalten zu reflektieren, werden die Männer natürlich sauer.»</p>



<p><strong>«Doppelmoral der Wirtschaftsverbände»</strong><br>Die SPD-Frauen werfen den Mittelständlern Doppelmoral vor.&nbsp;Männliche Politiker gelten als «führungsstark» und «durchsetzungsfähig», wenn sie «Kante zeigen» oder verbal austeilen. Reagiere jedoch eine Frau auf offene Herabwürdigung mit einer angriffigen Ansage, werde ihr die Eignung für das Amt abgesprochen. Dies sei der Versuch, «eine starke weibliche Stimme mundtot zu machen, die es wagt, den Konsens der ‘Männer in Massanzügen’ zu stören.» Eine Ministerin auf offener Bühne auszulachen, sei ein «Akt der Respektlosigkeit».</p>



<p><strong>Auslachen stärkt Patriarchat</strong><br>Frauen auszulachen ist ein Mittel, um patriarchale Strukturen aufrechtzuerhalten, schreibt die feministische Philosophin Kate Manne in ihrem Standardwerk über die Logik der Misogynie. Es diene dazu, die Autorität von Frauen zu untergraben und sie als weniger kompetent darzustellen als ihre männlichen Kollegen.&nbsp;Das war wohl auch die Absicht der «Herren in ihren bequemen Sesseln». Denn inhaltliche Kritik übten sie keine. Das wäre auch schwierig gewesen, wie ein&nbsp;<a href="https://www.focus.de/politik/bas-wird-fuer-renten-satz-ausgelacht-dabei-ist-der-voellig-korrekt_18ea0a20-0dd3-4dae-adbc-8c734da9bcca.html">Faktencheck von «Focus Online»</a>&nbsp;zeigte. Danach waren alle Aussagen der Arbeitsministerin zur Rentenreform inhaltlich korrekt.&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Erneut fehlen Frauen an Friedensverhandlungen </title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/erneut-fehlen-frauen-an-friedensverhandlungen/</link>
					<pubDate>Wed, 24 Dec 2025 16:38:03 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17661</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="159" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/SRF-300x159.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/SRF-300x159.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/SRF-768x407.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/SRF-390x205.png 390w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/SRF.png 989w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Die Friedensverhandlungen für die Ukraine führen fast nur Männer. Das ist ein schlechtes Zeichen für einen stabilen Frieden.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Frauen sind nach wie vor kaum an Friedensverhandlungen beteiligt. Das zeigen aktuelle Beispiele wie der Ukraine- und der Gazakrieg. Laut der Uno lag der Frauenanteil bei Friedensverhandlungen 2024 nur bei mageren 7 Prozent. Dabei ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass Friedensabkommen länger halten, wenn Frauen an den Verhandlungen teilgenommen haben.&nbsp;</p>



<p><strong>Uno-Resolution 1325<br></strong>Die Uno anerkannte dies vor 25 Jahren in einer als Meilenstein gefeierten Resolution zu «Frauen, Frieden und Sicherheit» (WPS). Alle Mitglieder des Sicherheitsrates hatten ihr zugestimmt, was eine Seltenheit ist. Ziel der Resolution ist es unter anderem, Frauen an allen sicherheitsrelevanten Prozessen und Entscheidungen gleichberechtigt zu beteiligen.&nbsp;</p>



<p><strong>Mit Frauen ist der Frieden stabiler<br></strong>Doch 25 Jahre später sei die Bilanz «entmutigend», was den Frauenanteil bei Friedensverhandlungen betrifft. Das erklärte Politikwissenschaftlerin Elisa Piras im Magazin des Forschungszentrums «Eurac Research». Dabei sei wissenschaftlich erforscht, dass Verhandlungen, an denen Frauen beteiligt waren, zu einem stabileren Frieden führten. Frauen sind nicht wegen ihres Geschlechts friedlicher. Aber sie bringen in Friedensverhandlungen Vorschläge ein, die über die militärische Befriedung hinausgehen, so Piras. Sie hätten in der Zivilgesellschaft andere Netzwerke als Männer. Und sie seien eher bereit, grundlegende Probleme in Verhandlungen einzubringen, wie Sicherheit und den Zugang zu Arbeit, Gesundheit und Bildung.&nbsp;</p>



<p><strong>Keine Priorität<br></strong>Die weitgehende Abwesenheit von Frauen an Friedensprozessen nach einem Vierteljahrhundert zeigt laut Piras, dass Grundsatzerklärungen und ehrgeizige Reformprogramme der Uno oft nicht umgesetzt würden. Dafür seien die einzelnen Staaten verantwortlich. Doch nur 108 Staaten beschlossen «Nationale Aktionspläne» zur Resolution 1325. Mindestens ein Drittel dieser Pläne sei bereits ausgelaufen und nicht erneuert worden, so Piras. Für eine Mehrheit der Pläne gebe es zudem keine finanziellen Mittel, um sie umzusetzen. Piras: «Das ist ein deutliches Signal, dass das Thema keine Priorität hat.» Zu den Staaten ohne Aktionsplan gehören Russland, China, Israel, Indien und die Türkei.</p>



<p><strong>Militarisierung der Frauen<br></strong>Resolution 1325 brachte nicht mehr Frauen an die Verhandlungstische. Stattdessen habe man die Frauen militarisiert. «Es werden mehr Frauen zu Soldatinnen gemacht, aber Dynamiken und Strukturen bleiben unverändert.» Im Herbst 2024 rief der Uno-Generalsekretär die Mitgliedstaaten auf, Frauen häufiger und in entscheidenden Rollen an Friedensprozessen zu beteiligen. Ein Jahr später hatten sich jedoch erst 29 Staaten dazu&nbsp;<a href="https://peacemaker.un.org/en/thematic-areas/gender-women-peace-security/common-pledge">verpflichtet</a>. Zu diesen Staaten gehören die USA, die nun mit nahezu frauenlosen Delegationen zu Friedensverhandlungen erscheinen.</p>
]]></content:encoded>
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							<item>
					<title>Männliche Form nach CDU-Antrag aus Reglement gestrichen</title>
					<link>https://frauensicht.ch/kultur-kirche/sprache/maennliche-form-nach-cdu-antrag-aus-reglement-gestrichen/</link>
					<pubDate>Tue, 25 Nov 2025 14:38:30 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17623</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-17-um-16.12.02-e1763393234345-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-17-um-16.12.02-e1763393234345-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-17-um-16.12.02-e1763393234345.png 508w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Die CDU Friedrichsdorf will bei Personenbezeichnungen keine Doppelformen. Doch sie hat die Rechnung ohne den Bürgermeister gemacht.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Im Reglement (Satzung) der Freiwilligen Feuerwehr der hessischen Stadt Friedrichsdorf in <strong>Deutschland</strong> wurden bisher beide Geschlechter genannt, beispielsweise «die Wehrführerin / der Wehrführer» oder «der Stadtbrandinspektor / die Stadtbrandinspektorin». Daran störte sich die CDU-Fraktion im Stadtparlament.</p>



<p><strong>Antrag der CDU-Fraktion</strong><br>Diesen Sommer beantragte sie erfolgreich, «aus Gründen der Übersichtlichkeit» jeweils nur eine Personenbezeichnung zu nennen. Ein Eingangssatz sollte klarstellen, dass alle anderen Geschlechter mitgemeint sind. Welche Personenbezeichnung in der Satzung stehen soll, präzisierte die CDU im Antrag allerdings nicht. Für sie war es offensichtlich selbstverständlich, dass die weiblichen Formen gestrichen werden sollten.</p>



<p><strong>Grüner Bürgermeister überrascht CDU<br></strong>Der grüne Bürgermeister Lars Keitel musste den Parlamentsbeschluss umsetzen. Er strich jedoch nicht die weiblichen, sondern die männlichen Formen. «Ich habe mich für die Beibehaltung der weiblichen Formen entschieden», sagte Keitel im Hessischen Rundfunk. «Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen in der Feuerwehr und dort auch in Führungspositionen tätig sind.» Frauen seien auch in Zukunft wichtige Einsatzkräfte für die Feuerwehr. «Wenn man diese Formulierungen als Provokation wahrnimmt, dann haben wir in Deutschland noch einiges zu tun», so Keitel.</p>



<p><strong>CDU: «Falsches Signal»</strong><br>Die CDU-Fraktion fühlte sich übertölpelt. Es sei nicht ihre Absicht gewesen, dass nun ausschliesslich weibliche Formen in der Satzung stehen, sagte die Fraktionsvorsitzende Katja Gehrmann. Das sei ein falsches Signal, da nicht alle Führungsämter weiblich besetzt sind. «Wir bedauern diese einseitige Umsetzung, denn sie widerspricht dem Anspruch auf Wertschätzung gegenüber allen Feuerwehrangehörigen.»</p>



<p><strong>Feuerwehr kann «gut damit leben»</strong><br>Stadtbrandinspektor Pino Raguso leitet die Freiwillige Feuerwehr. Er sagte im Hessischen Rundfunk, dass sich alle Führungskräfte in der Feuerwehr auf die neue Sprachregelung geeinigt hätten. An deren Ausarbeitung seien vier Männer und drei Frauen beteiligt gewesen. Ob diese Satzung in Deutschland einmalig ist, wisse er nicht. «Aber ich kann versichern, dass wir alle damit gut leben können.»</p>



<p><strong>Konservatives Plädoyer für Doppelformen</strong><br>In der <strong>Schweiz</strong> sorgten Doppelformen kürzlich ebenfalls für eine Kontroverse, wie die «Sonntagszeitung» berichtete. Anlass war ein Artikel in der «Eisenbahn-Revue», in dem nur von Lokomotivführern die Rede war. Dies kritisierte Christian Aebi vom Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern. Daraufhin kritisierte Chefredaktor Walter von Andrian die «politisch gepredigte, meist sinnlose Aneinanderreihung von männlichen und weiblichen Formen». Nun warf Aebi dem Chefredaktor Diskriminierung vor und verlangte eine Entschuldigung sowie eine Richtigstellung. Der Chefredaktor reagierte mit dem Vorwurf, Aebi verletze die Medienfreiheit. Er wandte sich an dessen Vorgesetzten, Regierungsrat Christoph Neuhaus. Dieser ist Mitglied der konservativen SVP, die bei jeder Gelegenheit gegen gerechte Sprache wettert. Doch Neuhaus reagierte überraschend mit einem Plädoyer für Doppelformen. «Für Sie genügt Lokführer», schrieb er. Es sei jedoch «mehr als angebracht», die weibliche und männliche Form zu nennen, damit sich auch beide angesprochen fühlen. Und prophylaktisch fügte er hinzu: «Sie brauchen sich nun nicht als heroischer Kämpfer gegen Genderwahn und als armes Opfer medial zu inszenieren. Und schon gar nicht aufzujaulen, die Medienfreiheit sei so gefährdet.»</p>
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					<title>Fotograf manipulierte verletzliche Frauen</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/gerichtsurteile/fotograf-manipulierte-verletzliche-frauen/</link>
					<pubDate>Sun, 23 Nov 2025 15:58:08 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-21-um-14.25.31-e1763731666550-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-21-um-14.25.31-e1763731666550-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-21-um-14.25.31-e1763731666550.png 660w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Ein Strafverfahren zeigt, wie unterschiedlich Gerichte psychischen Druck bei Gewaltdelikten bewerten: 11 Jahre, 30 Monate und schliesslich 6 Jahre.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>In Fällen sexueller Gewalt kann nach <strong>Schweizer</strong> Recht psychischer Druck eine Nötigung sein. Dafür muss dieser Druck «erheblich» sein. Was dies heisst, beurteilen Gerichte sehr unterschiedlich, wie ein mehrjähriges Verfahren zeigt.</p>



<p><strong>Übergriffiger Fotograf</strong><br>Konkret geht es um den Fall eines heute 50-jährigen Hobbyfotografen. Er lud junge Frauen zu sich nach Hause für Fotoshootings ein. Dafür suchte er auf Facebook nach jungen Frauen mit psychischen Problemen. Während der Shootings setzte er sie unter Druck, sich auszuziehen und sexuelle Handlungen zu dulden. Die Opfer waren zum Zeitpunkt der Taten zwischen 17 und 34 Jahre alt. Eine der Betroffenen erstattete Anzeige. Die Polizei stellte daraufhin unter anderem Fotos und Videos sicher. Weitere Opfer zeigten den Fotografen an, weil er sie ohne ihr Wissen gefilmt hatte.</p>



<p><strong>11 Jahre Haft</strong><br>In erster Instanz verurteilte das Strafgericht des Saanebezirks im Jahr 2021 den Fotografen zu elf Jahren Freiheitsstrafe wegen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, sexueller Nötigung, Vergewaltigung und Pornografie. Die Staatsanwaltschaft hatte nur sechs Jahre gefordert.</p>



<p><strong>30 Monate teilbedingt</strong><br>In zweiter Instanz verurteilte das kantonale Berufungsgericht den Fotografen lediglich wegen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon 15 Monate unbedingt. Von den Vorwürfen der sexuellen Nötigung, Vergewaltigung und Pornografie sprach es ihn frei. Aufgrund der Fotos und von Videos sei davon auszugehen, dass die Frauen den sexuellen Handlungen zugestimmt hätten. Da der Fotograf ein Amateur ist, seien die Frauen nicht von ihm abhängig gewesen.</p>



<p><strong>Aussagen der Opfer missachtet</strong><br>Das Schweizer Höchstgericht (Bundesgericht) hob dieses Urteil auf und wies es zur Neubeurteilung an das kantonale Berufungsgericht zurück. Auch ein Amateurfotograf könne psychischen Druck ausüben. Das Gericht habe zudem die Aussagen der Opfer nicht berücksichtigt. Allein anhand der Fotos und Videos könne man nicht von einer Einwilligung ausgehen. Diese Beweismittel stellen die über Stunden dauernden Fotoshootings und deren Ablauf nur unzureichend dar. Zudem geben sie keine Auskunft über die psychische Verfassung der Opfer, beispielsweise über ihre Angst oder ihren Wunsch nach guten Fotos.</p>



<p><strong>6 Jahre Haft</strong><br>Das kantonale Berufungsgericht folgte daraufhin der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Fotografen wegen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, sexueller Nötigung und Vergewaltigung zu sechs Jahren Freiheitsstrafe. Der Fotograf habe über Social Media gezielt verletzliche junge Frauen angesprochen, ihnen geschmeichelt, sie manipuliert und ihre Unsicherheiten ausgenutzt. Während der mehrstündigen Fotoshootings habe er sie zu immer mehr Nacktheit und sexuellen Handlungen gedrängt. Wenn sie sich weigerten, setzte er sie verbal herab. Fehlendes Einverständnis ignorierte er. Das Gericht befand, er habe das asymmetrische Machtverhältnis zwischen ihm und den Frauen ausgenutzt. Bei den Opfern habe das Vorgehen des Fotografen zu Verwirrung, Angst Schockstarre oder psychischer Dissoziation geführt, was Widerstand verunmöglichte.</p>



<p><strong>Urteil rechtskräftig<br></strong>Den Einspruch des Fotografen gegen das Urteil des Berufungsgerichts wies das Bundesgericht diesen Herbst ab. Das <a href="http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2F10-09-2025-6B_535-2025&amp;lang=de&amp;type=show_document">Urteil</a> (französisch) ist damit rechtskräftig (Aktenzeichen: 6B_535/2025).</p>
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					<title>«Am Arbeitsplatz verdrängen Frauen männliche Tugenden»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/arbeit/erwerbsarbeit/am-arbeitsplatz-verdraengen-frauen-maennliche-tugenden/</link>
					<pubDate>Wed, 19 Nov 2025 14:05:55 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-13-um-16.22.27-e1763393421229-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-13-um-16.22.27-e1763393421229-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-13-um-16.22.27-e1763393421229-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-13-um-16.22.27-e1763393421229.png 863w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>In der «New York Times» können zwei Frauen die Gleichstellung am Arbeitsplatz unwidersprochen in Frage stellen. Ein alter patriarchaler Trick.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Die «New York Times» ist eine weltweit angesehene Tageszeitung. Der konservative Autor und Kolumnist Ross Douthat bot kürzlich in seinem Podcast zwei konservativen Autorinnen eine Bühne, um die Gleichstellung zu kritisieren.</p>



<p><strong>«Weibliche Wokeness statt männlicher Tugenden»</strong><br>Im Interview behauptet die konservative Kommentatorin und Autorin Helen Andrews, dass Frauen männliche Tugenden aus der Arbeitswelt verdrängt hätten. Nun dominiere weibliche Wokeness statt männlicher Tugenden wie Rationalität, Risikobereitschaft und Kampfgeist. Heutzutage würden männliche Untugenden bestraft, weibliche jedoch nicht.<br>Auf die Frage, was eine weibliche Untugend sei, sagt sie, dass Frauen zu viel klatschen und nicht mit Konflikten umgehen können. Diese Konfliktaversion sei am Arbeitsplatz toxisch. Sollte es beispielsweise einmal mehr Anwältinnen als Anwälte geben, könnte die weibliche Konfliktaversion sogar den Rechtsstaat gefährden, behauptet Andrews. Hinzu komme, dass das Antidiskriminierungsgesetz Personalverantwortliche zu stark einschränke. So dürfe ein Arbeitgeber Frauen mit Kinderwunsch beispielsweise nur Teilzeitstellen empfehlen, wenn er das auch bei Männern mit Kinderwunsch macht.</p>



<p><strong>«New York Times» änderte heimlich Titel</strong><br>Die «New York Times» transkribierte den Podcast und veröffentlichte den Text online unter dem Titel: «Haben Frauen den Arbeitsplatz ruiniert?» Nur wenige Stunden später ersetzte die Redaktion den Titel heimlich durch eine abstraktere und damit weniger provokative Version: «Hat der liberale Feminismus den Arbeitsplatz ruiniert?» Die Korrektur erfolgte ohne Transparenzhinweis. Dies sei feige, kommentierte die feministische Autorin Jessica Valenti auf ihrem Blog. «Wenn sie frauenfeindliches Gefasel veröffentlichen, sollen sie wenigstens den Mut haben, dazu zu stehen.» Denn nach der Lektüre des kritisierten Interviews sei klar, «dass der ursprüngliche Titel der richtige war».</p>



<p><strong>«Debatte über Frauenrechte ist eine Bedrohung»<br></strong>In einem Land, in dem ungewollt Schwangere verhaftet werden oder in Lebensgefahr geraten können und die Verhütungspille landesweit verboten werden soll, sei das keine theoretische Debatte, sondern eine reale Bedrohung für Frauenrechte, so Valenti. Diese werden in den USA auch in der Politik hinterfragt. In derselben Woche, in der die «New York Times» den Podcast veröffentlichte, stellten fundamentalistische Prediger zum wiederholten Mal öffentlich das Wahlrecht von Frauen in Frage. Anlass war die Wahl des Demokraten Zohran Mamdani zum Bürgermeister von New York. Der landesweit bekannte Autor und Pastor Dale Partridge postete, dass «fast jede legalisierte moralische Gräueltat der letzten hundert Jahre durch das Frauenwahlrecht möglich gemacht wurde».</p>



<p><strong>Sexualtäter machen Karriere</strong><br>Der Angriff der «New York Times» auf die Gleichstellung am Arbeitsplatz geschieht in einer Zeit, in der in den USA die geschlechtsspezifische Lohnkluft wieder grösser geworden ist und Sexualtäter Karriere machen können, schreibt der «Guardian». Verteidigungsminister Pete Hegseth und zwei der fünf Männer am Obersten US-Gericht wurden wegen sexueller Übergriffe angeklagt. Und der Präsident der USA ist ein verurteilter Sexualstraftäter,&nbsp;der mit dem verurteilten Pädophilen Jeffrey Epstein&nbsp;befreundet war. «Und die ‘New York Times’ erwartet, dass wir ernsthaft über die Behauptung nachdenken, dass der Arbeitsplatz jetzt Männern feindlich gesinnt ist», so der «Guardian».</p>



<p><strong>Der patriarchale Trick</strong><br>Es ist kein Zufall, dass Ross Douthat es Frauen überliess, gegen Frauenrechte zu Felde zu ziehen. Das Patriarchat versuche seit jeher, Frauen zu spalten, damit sie keine Veränderungen erreichen, schreibt die Soziologin Franziska Schutzbach in ihrem Grundsatzwerk über die «Revolution der Verbundenheit».</p>
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					<title>Diese Frauen hätten Schlagzeilen machen sollen</title>
					<link>https://frauensicht.ch/lobbys/frauen/diese-frauen-haetten-schlagzeilen-machen-sollen-7/</link>
					<pubDate>Thu, 13 Nov 2025 15:17:43 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-06-um-12.06.54-e1762427333267-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-06-um-12.06.54-e1762427333267-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-06-um-12.06.54-e1762427333267-1024x512.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-06-um-12.06.54-e1762427333267-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-06-um-12.06.54-e1762427333267-1536x768.png 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-06-um-12.06.54-e1762427333267.png 1841w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Frauenrechtsaktivistinnen schaffen es nur selten in die Schlagzeilen. Deshalb hier, was 2025 Schlagzeilen machte oder hätte machen müssen.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p><strong>«Frauen schweigen nicht mehr»</strong><br>Anlässlich des Internationalen Frauentags im Frühjahr hat der Geheimdienst im <strong>Iran</strong> Aktivistinnen willkürlich festgenommen. Unter den Betroffen waren laut Amnesty International die Kurdinnen Baran Saeedi, Souma Mohammadrezaei, Sohaila Motaei und Leila Pashaei. Sie alle setzen sich seit Jahren für Frauenrechte im Iran ein und riskieren damit jedes Mal ihre Freiheit.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Baran Saeedi&nbsp;wurde bereits während der «Frau, Leben, Freiheit»-Proteste nach dem Tod von Masha Amini im Jahr 2022 inhaftiert. Nach zwei Monaten kam sie damals auf Kaution frei.</li>



<li>Souma Mohammadrezaei&nbsp;wurde vor ihrer Verhaftung mehrfach vorgeladen und bedroht, weil sie sich für die Rechte von Frauen einsetzt.</li>



<li>Sohaila Motaei&nbsp;war Anfang dieses Jahres kurzzeitig in Haft, weil sie gegen die Todesurteile mehrerer inhaftierter Frauen protestiert hatte. Wegen ihrer Teilnahme an den «Frau, Leben, Freiheit»-Protesten war sie zuvor zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.</li>



<li>Leila Pashaei&nbsp;hatte sich während einer Veranstaltung zum Weltfrauentag gegen Kopftuchzwang, Kinderheirat, Gewalt gegen Frauen und Hinrichtungen von Frauen im Iran ausgesprochen. In ihrer Rede sagte sie: «Die Frauen im Iran werden von Behörden gefangen gehalten, die die Macht der Frauen fürchten. (…) Die Frauenbewegung hat den Punkt überschritten, an dem es noch ein Zurück gibt. (&#8230;) Frauen weltweit, insbesondere im Nahen Osten, werden nie wieder zum Schweigen gebracht werden.»</li>
</ul>



<p><strong>«Wir kämpfen gegen die Diskriminierung vergewaltigter Frauen»<br></strong>Als 2020 in <strong>Äthiopien</strong> in der Region Tigray ein Bürgerkrieg begann, sorgte dieser international für wenig Schlagzeilen. Er dauerte zwei Jahre und forderte Hunderttausende Opfer. Mindestens 120’000 Frauen sollen von den Soldaten der Armeen Äthiopiens und Eritreas brutal vergewaltigt worden sein. Damit war fast jede zehnte Frau im Tigray betroffen. Die Dunkelziffer gilt als hoch.<br>Mitten im Krieg begann die Pianistin und Musiklehrerin Meseret Hadush, sich um Betroffene zu kümmern. Nach dem Krieg gründete sie die Frauenrechtsorganisation «<a href="https://hiwyetigray.org/">Hiwyet</a> (Heilung) Tigray Charity Association». Diese dokumentiert die Verbrechen, kümmert sich um die medizinische Versorgung der Frauen und leistet Starthilfen für den Wiedereinstieg in die Gesellschaft. Viele der Frauen brauchen auch psychologische Hilfe, da ihre Familien, ihre Männer und ihr soziales Umfeld sie abweisen. Angesichts der grossen Zahl Betroffener hat «Hiwyet» viel zu wenig Mittel, wie Hadush in einem sehenswerten <a href="https://www.arte.tv/de/videos/120675-000-A/tigray-vergewaltigung-als-waffe/">Arte-Dokumentarfilm</a> sagte. Darin kritisierte sie auch die Vergewaltigungen, die Tigray-Milizen an Frauen in benachbarten Regionen begangen haben.<br>Die Arbeit für die Vergewaltigungsopfer ist für Hadush nicht ungefährlich. Sie wird angefeindet und wurde sogar kurzzeitig eingesperrt. Man habe sie aufgefordert, ihre Arbeit einzustellen und nicht mehr über die Vergewaltigungen zu sprechen. Doch dies sei wichtig für die betroffenen Frauen, um heilen zu können. Hadush: «Wenn wir sexuell missbrauchte Frauen diskriminieren, unterstützen wir das Ziel der Täter, unsere Gesellschaft zu zerstören. Dagegen kämpfen wir.» Im Herbst ehrte die Stadt Bremen Hadush für ihren mutigen Einsatz mit dem Solidaritätspreis.</p>



<p><strong>«Frauenfussball steht für Freiheit, Gleichheit, Anerkennung»</strong><br>Khalida Popal spielte als Kind mit ihren Brüdern Fussball in <strong>Afghanistan</strong>. Die Faszination für diesen Sport liess sie nicht mehr los. Als die Taliban 1996 an die Macht kamen, floh ihre Familie mit der damals Neunjährigen nach Pakistan. Nach dem Fall des Taliban-Regimes im Jahr 2001 kehrte sie nach Kabul zurück. Trotz Anfeindungen und Drohungen begann Khalida, Mädchen durch Schulprojekte und mit Kampagnen für den Fussball zu begeistern. 2007 gründete sie das erste afghanische Frauenfussball-Nationalteam. Später wurde sie Finanzverantwortliche im afghanischen Fussballverband.<br>Für ihr Engagement zahlte Khalida Popal einen hohen Preis. Sie erhält bis heute Morddrohungen. In Afghanistan raste eines Tages ein Lastwagen gezielt in ihr Auto und Männer schossen durch das Seitenfenster. Sie konnte sich im letzten Moment retten. Schliesslich verliess sie 2011 das Land und kam über Umwege nach Dänemark.<br>Nach der erneuten Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 gehörte Popal zu einem Team von Funktionärinnen und Anwältinnen, die Dutzenden Fussballerinnen und ihren Familien über geheime Routen zur Flucht verhalfen. Sie habe sich schuldig gefühlt, weil sie die jungen Frauen für Fussball begeistert und damit in Lebensgefahr gebracht habe. Die geflohenen Fussballerinnen leben seither auf der ganzen Welt verstreut. Popal stellte ein Exil-Nationalteam zusammen.<br>Allerdings bremst sie nun der Weltfussballverband Fifa. Er erkennt ein Nationalteam nur an, wenn der nationale Verband es unterstützt. In Afghanistan wird der nationale Verband jedoch von den Taliban kontrolliert, die Fussballerinnen lieber töten, als sie anzuerkennen. Popal ruft deshalb die Fifa-Mitgliedstaaten dazu auf, die Regularien zu ändern, damit das afghanische Exil-Nationalteam offiziell spielen kann. «Frauenfussball steht nicht nur für Sport, sondern für etwas Grosses: Freiheit, Gleichheit, Anerkennung. »</p>



<p><strong>«Mein Mann benutzte mich wie ein Stück Fleisch»<br></strong>In&nbsp;<strong>Frankreich</strong>&nbsp;sorgte der Fall der mutigen Gisèle Pelicot auch dieses Jahr für Schlagzeilen. Einer ihrer 51 verurteilten Vergewaltiger hatte gegen seine Verurteilung Berufung eingelegt. Gisèle Pelicot musste sich deshalb erneut vor Gericht Videos ihrer Vergewaltigungen anschauen. «Stehen Sie zu Ihren Taten und hören Sie auf, sich hinter Ihrer Feigheit zu verstecken», forderte sie. Doch ihr Vergewaltiger zeigte sich weiterhin keiner Schuld bewusst. Das Gericht verschärfte das Urteil gegen den Täter. Ihr Ehemann Dominique Pelicot hatte seine Frau jahrelang betäubt, missbraucht und 90 fremden Männern zur Vergewaltigung überlassen.&nbsp;<br>Recherchen zeigen, dass es offenbar überall Männer gibt, die bereit sind, die eigene Frau zu betäuben und zu vergewaltigen. In <strong>Deutschland</strong> hat das NDR-Investigativformat STRG­_F ein Netzwerk von Vergewaltigern aufgedeckt, die Frauen betäubten, vergewaltigten und ihre Taten filmten. Die Videos stellten sie den anderen Mitgliedern des Netzwerks zur Verfügung und veröffentlichten sie auf Pornoseiten. Eine der vielen Betroffenen war Marlene aus Niedersachsen, die den Mut fand, im Fernsehen auszusagen – im Schutz der Anonymität. 15 Jahre lang hatte ihr Mann sie immer wieder betäubt, vergewaltigt und die Videos seiner Taten veröffentlicht. Marlene: «Ich habe einen Menschen geliebt, dem ich mein Leben anvertraut habe, dem ich absolut vertraut habe und der solche furchtbaren Dinge mit mir getan hat. Er hat mich einfach benutzt wie ein Stück Fleisch.» Ihr Mann ist mittlerweile verstorben und kann nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden. <a href="https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama/archiv/2025/frauen-betaeubt-und-gefilmt-das-netzwerk-der-vergewaltiger,vergewaltiger-netzwerk-100.html">Recherchen</a> von STRG_F und dem TV-Magazin «Panorama» zeigten diesen Sommer, dass das Netzwerk der Vergewaltiger weiterhin aktiv ist.</p>



<p></p>



<p></p>
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														</item>
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					<title>Kirk-Witwe: Hausfrauen-Ideologie als Geschäftsmodell</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gesellschaft/geschlechterrollen/kirk-witwe-hausfrauen-ideologie-als-geschaeftsmodell/</link>
					<pubDate>Thu, 06 Nov 2025 11:05:06 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-03-um-18.13.43-e1762190911351-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-03-um-18.13.43-e1762190911351-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-03-um-18.13.43-e1762190911351-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-03-um-18.13.43-e1762190911351.png 985w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Charlie Kirks Witwe Erika inszeniert sich als traditionelle Ehe- und Hausfrau. Doch sie selbst verdient als Geschäftsfrau viel Geld.]]></description>
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<p>Anfang September wurde der radikale amerikanische Polit-Aktivist&nbsp;Charlie Kirk ermordet. An der Abschiedsfeier für ihn verkündete seine Witwe Erika Kirk, dass sie die neue Geschäftsführerin seiner reaktionären Jugendbewegung «Turning Point USA» sei. Das widerspricht fundamental dem, was sie als Antifeministin in Podcasts und Interviews propagiert: Das Ideal der traditionellen Ehefrau (Tradwife), die sich um den Haushalt und die Kinder kümmert und nicht nach Macht strebt. Dabei beruft sie sich auf die Bibel. Für sie selber gilt das offensichtlich nicht.</p>



<p><strong>Inszenierung als traditionelle Ehefrau</strong><br>Das mag auch daran liegen, dass sie schon vor der Ermordung ihres Mannes nicht so lebte, wie sie es propagierte. Die studierte Politologin und Juristin heiratete erst mit 33 und bekam erst Mitte 30 ihre Kinder. Beides widerspricht dem von ihr propagierten Frauenbild. Zudem hatte sie seit Jahren ein eigenes Modelabel und einen Podcast, mit denen sie viel Geld verdiente.</p>



<p><strong>Hausfrauen-Propaganda als lukratives Geschäft</strong><br>Das Beispiel von Erika Kirk zeigt, dass die traditionelle Ehefrau eher ein Geschäftsmodell von Unternehmerinnen ist als ein Lebensstil. Influencerinnen wie Erika Kirk verdienen mit der Propaganda traditioneller Geschlechterrollen viel Geld. Das trifft auch auf andere Tradwife-Influencerinnen zu, wie beispielsweise Hannah Neeleman. Wie Erika Kirk hat auch sie einen Titel als Schönheitskönigin. Und auch sie propagiert traditionelle Geschlechterrollen. Neeleman hat rund 10 Millionen Followerinnen und Follower auf Instagram. Die Plattform HypeAuditor schätzt ihre monatlichen Einnahmen aus Instagram auf über 25&#8217;000 US-Dollar.</p>



<p><strong>Widerspruch zum eigenen Lebensstil<br></strong>Erfolgreiche Tradwife-Influencerinnen wie Kirk und Neeleman erreichen Millionen Followerinnen und Follower. Sie werben für Produkte wie Ratgeber, Make-up, Küchenutensilien oder Kleidung, die zum Hausfrauen-Dasein passen. Die Hausfrauen-Propaganda ermöglicht es den Tradwife-Influencerinnen also, finanziell unabhängig zu werden. Dies steht jedoch im Widerspruch zu ihrer Propaganda für die Hausfrau, die auf eine berufliche Karriere verzichtet und sich stattdessen um Haushalt und Familie kümmert.</p>



<p><strong>Antifeministinnen profitieren von Feministinnen</strong><br>Tradwife-Influencerinnen distanzieren sich vom Feminismus. Doch sie profitieren von den Kämpfen früherer Generationen, die sich für gleiche Rechte, Zugang zu Universitäten, Arbeitsplätzen und medizinischer Versorgung eingesetzt haben, schreibt «Spiegel Online». Man könne das als verlogen bezeichnen oder positiv deuten. Selbst Erzkonservative profitieren von feministischen Errungenschaften, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.</p>
]]></content:encoded>
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					<title>«Prostitution fördert Hass gegen Frauen»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/koerper/prostitution/prostitution-foerdert-hass-gegen-frauen/</link>
					<pubDate>Mon, 27 Oct 2025 10:25:09 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17575</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-25-um-13.29.29-e1761391830500-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-25-um-13.29.29-e1761391830500-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-25-um-13.29.29-e1761391830500.png 590w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Prostitution wertet Frauen ab. Das hat negative Folgen für alle Frauen, warnt ein Plädoyer für das Verbot von Prostitution.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>In <strong>Deutschland</strong> ist Prostitution eine legale Erwerbsarbeit. Jeden Tag kaufen mehr als eine Million Männer Frauenkörper, mit denen sie machen, was sie wollen. Was dies konkret heissen kann, schildert die Autorin Barbara Schmid am Beispiel von Maria in ihrem Buch <a href="https://www.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/barbara-schmid/die-unverborgene-gewalt-gegen-frauen/id/9783747407226/">«Die (un)verborgene Gewalt gegen Frauen».</a></p>



<p><strong>«Für die Männer sind wir nur ein Stück Fleisch»</strong><br>Maria aus Ungarn wurde mit 18 Jahren zur Prostitution gezwungen. In den folgenden zehn Jahren hatte sie Tausende Freier. Für diese spielte es keine Rolle, wie es ihr ging, ob sie Schmerzen hatte, etwas nicht mitmachen oder ein Kondom verwenden wollte. Sobald Maria das Geld angenommen hatte, ignorierten viele Männer entsprechende Absprachen. Sie wurde geschlagen, getreten und gewürgt. «Es geht den Männern um Macht, sie wollen uns demütigen. Für die sind wir&nbsp;keine Menschen, sondern nur ein Stück Fleisch, das sie zu befriedigen hat», sagt Maria. Nach zehn Jahren schaffte sie den Ausstieg. </p>



<p><strong>Prostitution ist kein «Job wie jeder andere»</strong><br>Autorin Barbara Schmid warnt davor, Prostitution als «Job wie jeden anderen» zu verharmlosen und zu normalisieren. Nur eine kleine Minderheit der Frauen prostituiere sich freiwillig und tue dies öffentlichkeitswirksam in Talkshows kund. Die grosse Mehrheit der Frauen werde zur Prostitution gezwungen. Diese Frauen litten unter der Legalisierung der Prostitution in Deutschland und auch in der Schweiz besonders, so Schmid.</p>



<p><strong>Prostitution macht Frauen zur Ware</strong><br>Die Legalisierung gibt Männern ein Recht auf Sex, auch ohne Einwilligung der Frauen, schreibt Schmid. Die meisten Freier wollen nicht einmal ein Minimum an sozialer Interaktion. «So betrachtet fördert unsere liberale Prostitutionsgesetzgebung asoziales Verhalten von Männern, indem es ihnen nicht um die Frau, sondern um den Körper geht.» Frauen werden zur Ware und damit entmenschlicht. Mangelnde Empathie und Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen haben Folgen für alle Frauen. Statt einvernehmlichen Sex fordern Männer dann von ihren Partnerinnen das, was sie mit Prostituierten gemacht haben: Immer extremere Praktiken, Schläge und Erniedrigungen.</p>



<p><strong>Den Kauf von Frauenkörpern verbieten</strong><br>Prostitution zerstöre nicht nur die betroffenen Frauen körperlich und seelisch, sondern fördere Hass und Gewalt gegenüber allen Frauen, schreibt Barbara Schmid. Die Gesellschaft könne dies stoppen, wenn sie den Kauf von Frauenkörpern kriminalisiere. Im Gegenzug müsse man die Prostituierten entkriminalisieren und sie beim Ausstieg unterstützen. Länder wie Schweden, Norwegen, Frankreich und Kanada zeigen, dass dieses «Nordische Modell» nicht nur zu einem Rückgang von Prostitution und Menschenhandel führt, sondern auch zu mehr Respekt gegenüber allen Frauen beiträgt.</p>



<p>_____________<br><em>Barbara Schmid, Die (un)verborgene Gewalt gegen Frauen, Mvg Verlag 2025, ISBN 978-3-7474-0722-6, CHF 22.40 / EUR 18.–.</em><br>_____________</p>



<p></p>
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														</item>
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					<title>Mit dem Ostflügel verschwindet Frauengeschichte</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/mit-dem-ostfluegel-verschwindet-frauengeschichte/</link>
					<pubDate>Sat, 25 Oct 2025 11:24:34 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-24-um-17.29.00-e1761390337946-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-24-um-17.29.00-e1761390337946-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-24-um-17.29.00-e1761390337946.png 646w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>In den USA liess Donald Trump überraschend den Ostflügel des Weissen Hauses abreissen. Dort hatten First Ladies Frauen gefördert.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Anstelle des Ostflügels lässt US-Präsident Donald Trump einen 250-Millionen-Dollar-Ballsaal errichten. Der Abriss kam für alle überraschend. Historikerinnen kritisieren, dass er unter anderem die wichtige Geschichte der First Ladies zerstört.</p>



<p><strong>Eleanor Roosevelt machte Frauen sichtbar</strong><br>Als erste nutzte Eleanor Roosevelt während der Amtszeit ihres Mannes Franklin D. Roosevelt ab 1933 den Ostflügel. Sie professionalisierte die Arbeit der First Lady und stellte dafür erstmals Mitarbeitende an. Diese hatten ihre Büros im Ostflügel. In dessen Räumlichkeiten empfing Roosevelt Medien sowie Vertreterinnen der Bevölkerung, darunter die US-Pfadfinderinnen und die «Women&#8217;s Trade Union League». An ihrer ersten Pressekonferenz im Jahr 1933 nahmen 35 Medienschaffende teil, ausschliesslich Frauen. Während ihrer Zeit als First Lady hielt sie hunderte Pressekonferenzen ab. Damit trug sie dazu bei, Frauen in der Politik und in den Medien sichtbarer zu machen. Roosevelt selbst hatte ihr eigenes Büro jedoch nicht im Ostflügel.</p>



<p><strong>Geringschätzung der First Ladies<br></strong>Bis Ende der 70-er-Jahre arbeiteten First Ladies in der Präsidentenresidenz und dort oft in ihren Schlafzimmern. Erst 1977 richtete Rosalynn Carter als erste First Lady ein eigenes Büro im Ostflügel ein. Bis zuletzt hatte Melania Trump dort ihr Büro. In der Vergangenheit war der Ostflügel auch immer wieder ein Ort für Demonstrierende, welche die First Lady auf ihre Anliegen aufmerksam machen wollten. Die Historikerin Katherine A. S. Sibley von der privaten «Saint Joseph&#8217;s University» in Philadelphia sagte der Plattform «The 19th», das Büro der First Lady im Ostflügel sei ein Sinnbild für die wichtige Rolle der First Ladies gewesen. Der Abriss zeige, dass Trump deren Arbeit geringschätze und die Geschichte der First Ladies wohl nicht kenne.</p>



<p><strong>Der «grösste Fan» zerstört den Ostflügel<br></strong>Als Trump in diesem Sommer die Durchführungsverordnung für den Ballsaal unterzeichnete, sagte er, der Ostflügel werde stehen bleiben. Er sei dessen «grösster Fan». Die zuständige Behörde sagte, sie sei für den Abriss nicht verantwortlich, sondern nur für den Neubau. Weitere Anfragen beantwortete sie wegen des Shutdowns nicht. Die Regierung bezeichnete kritische Reaktionen auf den Abriss des Ostflügels als «neuestes Beispiel für die erfundene Empörung der verrückten Linken und ihrer Fake-News-Verbündeten».</p>
]]></content:encoded>
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					<title>Ex-Premierministerin: «Empathie ist eine Stärke»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/ex-premierministerin-empathie-ist-eine-staerke/</link>
					<pubDate>Wed, 22 Oct 2025 12:34:08 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-22-um-12.35.10-e1761134755546-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-22-um-12.35.10-e1761134755546-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-22-um-12.35.10-e1761134755546.png 747w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Selbstzweifel und Dünnhäutigkeit sind für eine politische Karriere kein Nachteil, sagt Jacinda Ardern, ehemalige Regierungschefin Neuseelands.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Fast alle Politikerinnen erleben Anfeindungen im Zusammenhang mit ihrem politischen Mandat. Dies zeigt eine aktuelle <a href="https://www.news.uzh.ch/de/articles/media/2025/anfeindungen-parlamentarier.html">Umfrage</a> im Auftrag der Schweizer Regierung. Auch Jacinda Ardern wurde oft beleidigt und bedroht, bis sie vor zwei Jahren wegen Erschöpfung von ihrem Amt als Regierungschefin von Neuseeland zurücktrat. Trotz dieser Erfahrung sagt Ardern, Dünnhäutigkeit und Selbstzweifel seien keine Schwächen, sondern Stärken. Sie seien Motivation, etwas zu verändern.<br><br><strong>«Menschlichkeit und Anstand»</strong><br>Ihre Autobiografie «A Different Kind of Power» ist im Sommer auf Deutsch erschienen. Darin geht es um Eigenschaften wie Sensibilität oder Dünnhäutigkeit, die Ardern anfangs für Schwächen hielt. Im Amt wurden sie dann aber sehr wichtig für sie. In einem Interview mit der ARD sagte Ardern, diese Eigenschaften seien keine Frage des Geschlechts. «Menschlichkeit und Anstand, das sind die Eigenschaften, die alle Mächtigen mitbringen sollten – Frauen wie Männer.»</p>



<p><strong>«Einfach mal Ja sagen»<br></strong>Mit 17 trat Ardern der neuseeländischen Labour Party bei. Sie hielt sich für wenig durchsetzungsfähig und selbstbewusst und hatte deshalb nicht die Absicht, in der Politik Karriere zu machen. Als Funktionäre der Partei sie 2008 ermutigten, sich in die Wahlliste für das nationale Parlament einzutragen, zögerte sie. Sie arbeitete damals als politische Beraterin in London und hielt ihre Wahlchancen für gering. Doch dann sagte sie sich: «Du hast schon so oft Nein gesagt. Vielleicht sagst du diesmal einfach mal Ja.» Die damals 28-Jährige wurde gewählt und blieb bis zu ihrem Rücktritt Mitglied des neuseeländischen Repräsentantenhauses.</p>



<p><strong>«Empathie und Selbstzweifel sind keine Nachteile»<br></strong>Im Parlament wurde sie oft verspottet und verhöhnt. Sie fragte sich, ob sie «zu dünnhäutig» für die Politik sei. Ein Parteiveteran riet ihr, authentisch zu bleiben: «Versprich mir, dass du nicht versuchen wirst, härter zu werden, Jacinda. Du fühlst Dinge, weil du Empathie hast und weil du dich sorgst. In dem Moment, in dem du das änderst, wirst du aufhören, gut in deinem Job zu sein.»</p>



<p>Sie habe oft das Gefühl gehabt, für eine Karriere in der Politik zu ängstlich und zu einfühlsam zu sein und zu viele Selbstzweifel zu haben, schreibt Ardern in ihrem Buch. Erst mit der Zeit habe sie gelernt, diese Eigenschaften als Vorteile und nicht als Nachteile zu sehen. «Wenn ihr dünnhäutig und sensibel seid, wenn Kritik euch in zwei Hälften reisst, dann ist das keine Schwäche, sondern Empathie», schreibt Ardern. «Alle Eigenschaften, die ihr für Schwächen haltet, sind in Wirklichkeit eure Stärken. Sie werden euch eine andere Art von Macht verleihen und euch zu Führungspersönlichkeiten machen, die diese Welt mit all ihren Turbulenzen vielleicht gerade braucht.» Wenn man wirklich etwas ändern wolle, brauche man Empathie. «Sie motiviert dich, Dinge zu ändern – und das ist eigentlich etwas Gutes in der Politik.»<br><br><strong>Mit Kritik leben gelernt<br></strong>Als Oppositionspolitikerin wurde Ardern oft dafür kritisiert, in Debatten zu wenig konfrontativ zu sein. Kommentatoren nannten sie «substanzlos», «ziemlich dumm» und eine Person, die mehr Schein als Sein verkörpere. Ardern schreibt: «Wenn die einzige Möglichkeit, in der Opposition zu punkten, darin besteht, Leute anzugreifen und niederzumachen, dann&nbsp;war&nbsp;ich vielleicht nur mittelmässig.» Sie habe menschlich bleiben wollen. «Also habe ich mich mit dieser Kritik abgefunden.»<br><br><strong>Rücktritt nach Hasskampagnen<br></strong>Ardern kam bis 2017 über die Parteiliste ins Parlament. Erst 2017 wurde sie erstmals direkt ins Parlament gewählt. Trotz der Niederlagen zuvor machte sie immer weiter. «Ich habe mich in den Schlaf geweint. Dann ging ich wieder an die Arbeit.»</p>



<p>2017 wurde sie mit erst 37 Jahren Regierungschefin. In ihre Amtszeit fielen Herausforderungen wie Terrorakte und die Pandemie. Sie wurde zur Hassfigur von Impfgegnern und selbsternannten Freiheitskämpfern. 2023 trat sie mit der für die Politik noch immer ungewöhnlichen Begründung <a href="https://frauensicht.ch/gewalt/gewalt1/ding-dong-die-hexe-ist-weg/">zurück</a>, dass sie erschöpft sei.</p>



<p><strong>–––––</strong><br><em>Jacinda Ardern, A Different Kind of Power, Deutschsprachige Ausgabe, btb Verlag, München 2025, ISBN 978-3-442-76277-4, CHF 28.–/EUR 26.–</em><br><strong>–––––</strong></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
														</item>
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					<title>Haarsträubend: «Frauen und andere Minderheiten»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/kultur-kirche/medien1/haarstraeubend-frauen-und-andere-minderheiten/</link>
					<pubDate>Wed, 15 Oct 2025 13:43:43 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17529</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-15-um-15.26.09-e1760534828427-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-15-um-15.26.09-e1760534828427-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-15-um-15.26.09-e1760534828427.png 673w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Medien schieben Frauen wieder in die Ecke der «anderen Minderheiten» – als gehörten sie zu einer Randgruppe, die man der Vollständigkeit halber erwähnt. ]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Neustes Beispiel: Nach der Parlamentswahl in Syrien gingen 6 von 140 Sitzen an Frauen – ganze vier Prozent. Und das bei einem Bevölkerungsanteil von fünfzig Prozent. Wer Frauen unter diesen Umständen als «Minderheit» bezeichnet, hat entweder den Taschenrechner verloren oder den Blick auf die Realität.</p>



<p><strong>Sprachliches Feigenblatt</strong><br>Die Phrase «Frauen und andere Minderheiten» macht aus einem strukturellen Problem ein sprachliches Feigenblatt: Die Dimension der Untervertretung wird verwässert, der Skandal kleingeschrieben. Wenn die Hälfte der Bevölkerung sich mit vier Prozent der Sitze begnügen muss, ist das keine Randnotiz, sondern ein demokratisches Armutszeugnis.</p>



<p><strong>Weitere Beispiele</strong><br>Es fällt auf, dass Medienschaffende Frauen immer mal wieder mit «anderen Minderheiten» in einen Topf werfen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Online-Zeitung «Bajour» kritisierte kürzlich, dass «Frauen und andere Minderheiten» sich immer wieder Räume im öffentlichen Raum suchen müssen.</li>



<li>Die «Südthüringer Zeitung» zitierte ohne mit den Wimpern zu zucken eine Fachfrau, wonach die Digitalisierung der Gesellschaft Gewalt gegen «Frauen und andere Minderheiten» fördere.</li>



<li>Der «Tagesanzeiger» berichtete von einem Büro in Kalifornien, das dafür sorgt, dass bei der Feuerwehr genügend «Schwarze, Frauen und andere Minderheiten» arbeiten.</li>



<li>Gemäss der Boulveard-Zeitung «Blick» sieht sich eine Band mit einer Unterrepräsentation von «Frauen und anderen Minderheiten» konfrontiert.</li>



<li>Der «Nebelspalter» berichtete von einem Projekt, das die Klimaresistenz von «Frauen und anderen Minderheiten» in Asien fördern soll.</li>



<li>Der öffentlich-rechtliche Sender SRF paraphrasierte die Aussagen von Aktivistinnen, denen zufolge der nationale Frauenstreik nötig sei, um auf die Anliegen von «Frauen und anderen Minderheiten» aufmerksam zu machen.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Das Geschwätz von der «Krise der Männlichkeit»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gesellschaft/geschlechterrollen/das-geschwaetz-von-der-krise-der-maennlichkeit/</link>
					<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 13:04:51 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17507</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-01-um-16.22.26-e1759329323473-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-01-um-16.22.26-e1759329323473-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-01-um-16.22.26-e1759329323473-1024x512.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-01-um-16.22.26-e1759329323473-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-01-um-16.22.26-e1759329323473-1536x768.png 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-01-um-16.22.26-e1759329323473.png 1883w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Männer seien in der Krise, heisst es. Dahinter verstecke sich eine frauenfeindliche Behauptung, sagt der Politologe Francis Dupuis-Déri.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Zuletzt klagte die «NZZ am Sonntag» über die Krise junger Männer: «In der Schule sind sie längst abgehängt, auf dem Dating-Markt werden sie oft übergangen, sie fühlen sich an den Rand gedrängt.» Der kanadische Politologe Francis Dupuis-Déri sagt, die Rede von einer «Krise der Männlichkeit» sei historisch betrachtet eine alte, immer wiederkehrende Klage. Sie diene dazu, traditionelle Geschlechterrollen und patriarchale Strukturen zu festigen sowie feministische Bewegungen zu diskreditieren. Dieser zeitlose Antifeminismus soll die Freiheit und Gleichberechtigung von Frauen begrenzen – unabhängig von Zeit, Ort, Gesellschaftssystem und Religion.</p>



<p><strong>Gleichberechtigung verhindern</strong><br>Dupuis-Déri lehrt an der «Université du Québec» in Montreal und ist Autor mehrerer Bücher über Maskulinismus und Antifeminismus. Er&nbsp;beschreibt Männlichkeit als ein kulturelles und ideologisches Konstrukt, das dazu dient,&nbsp;Weiblichkeit als zweitrangig darzustellen.&nbsp;Die Klage von der «Krise der Männlichkeit» vermittle von Generation zu Generation die gleichen Unwahrheiten, sagte der Politologe in einem Interview mit der Online-Zeitung «Voxeurop». Seit der römischen Antike heisse es regelmässig, dass Männer angeblich benachteiligt seien, weil Frauen zu viel Platz einnehmen. Zweck dieser Behauptung sei es, Frauen weiter zu diskriminieren: «Der Diskurs über die Krise der Männlichkeit hat immer den Effekt, eine starke Unterscheidung zwischen männlich und weiblich zu rechtfertigen und die konventionelle Männlichkeit aufzuwerten, während der Wunsch oder Wille der Frauen, frei und den Männern gleichgestellt zu sein, diskreditiert wird.»&nbsp;</p>



<p><strong>Opfer-Behauptungen<br></strong>Klagen über Männer als «Opfer» der Frauen gab es in der neueren Zeit von der Französischen Revolution über die Black-Power-Bewegung der 1960er Jahre bis in die Gegenwart.&nbsp;Heute dominieren laut Dupuis-Déri Behauptungen wie diese: «Frauen nehmen Männern Arbeitsplätze weg», «Frauen vernachlässigen ihre ‘natürliche’&nbsp;Rolle als Hausfrau und Mutter», «Frauen dominieren Männer in der Ehe und zocken sie bei einer Scheidung ab», «Männer dürfen nicht mehr flirten», «Jungen haben wegen zu vieler Lehrerinnen Probleme in der Schule».&nbsp;</p>



<p><strong>Widerspruch zur Realität<br></strong>Mit solchen Opfer-Behauptungen rechtfertigen Maskulinisten traditionelle Geschlechterrollen und eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung. Maskulinist ist eine Selbstbezeichnung von Männern, die sich als Gegner der Feministinnen verstehen. Ihre Opfer-Behauptungen suggerieren, dass der heutige Feminismus zu weit geht und der Gesellschaft einen «Totalitarismus» aufzwingt. Maskulinisten klagen, dass Männer nichts mehr sagen dürfen, ohne Opfer eines männerfeindlichen Sexismus zu werden.&nbsp;Auch diese Behauptung widerspreche der Realität,&nbsp;so Dupuis-Déri. «Feminismus ist eine der friedlichsten sozialen Bewegungen, die sogar sehr moderat ist, wenn man die historischen und aktuellen Ungerechtigkeiten und Gewalttaten betrachtet, denen Frauen ausgesetzt sind.»</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>«Leihmutterschaft ist Gewalt»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/koerper/gen-und-reproduktionstechnik/leihmutterschaft-ist-gewalt/</link>
					<pubDate>Sat, 04 Oct 2025 13:54:01 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17513</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-04-um-15.30.00-e1759584657974-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-04-um-15.30.00-e1759584657974-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/10/Bildschirmfoto-2025-10-04-um-15.30.00-e1759584657974.png 554w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Leihmutterschaft ist eine neue Form der Ausbeutung von Frauen, heisst es in einem Uno-Bericht. Er fordert ein weltweites Verbot.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Für den&nbsp;<a href="https://docs.un.org/en/A/80/158">Bericht</a>&nbsp;hat Reem Alsalem, UN-Sonderberichterstatterin zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen, 120 Untersuchungen aus aller Welt ausgewertet und mit Fachleuten sowie Leihmüttern gesprochen. Ihr Fazit lautet: «Die Praxis der Leihmutterschaft ist geprägt von Ausbeutung und Gewalt gegen Frauen und Kinder. Sie verstärkt patriarchale&nbsp;Normen, indem sie den Körper von Frauen zu einer Ware macht und Leihmütter und Kinder schweren Menschenrechtsverletzungen aussetzt.»&nbsp;</p>



<p><strong>Ein Milliarden-Geschäft mit Leihmüttern</strong><br>Diese neuere Form der Ausbeutung von Frauen nehme weltweit zu, so Reem Alsalem. Leihmutterschaft könne der Sklaverei ähneln, da Auftragseltern oder Frauenhändler über den Körper der Leihmütter bestimmen. Der globale Markt für Leihmutterschaft wurde vom Marktforschungsinstitut «Spherical Insights» im Jahr 2023 auf fast 15 Milliarden Dollar geschätzt und soll bis zum Jahr 2033 auf rund 100 Milliarden Dollar ansteigen. Vom Milliardengeschäft erhalten Leihmütter jedoch nur einen Bruchteil. <br>Für Auftragseltern kann das Baby einer Leihmutter Zehntausende Euro kosten. Davon erhalten Leihmütter laut Reem Alsalem nur zwischen 10 und maximal 27 Prozent. Der grösste Teil des Geldes gehe an Vermittlungsagenturen, Anwälte und Fruchtbarkeitskliniken.</p>



<p><strong>Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt<br></strong>Leihmütter sind verschiedenen Formen von Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt, heisst es im Bericht. Einige Beispiele:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Leihmütter kommen fast ausschliesslich aus ökonomisch weniger privilegierten Verhältnissen und brauchen Geld. Die Reproduktionsindustrie nutzt dies aus. Die Entschädigung ist gering und fällt meist ganz weg, wenn die Leihmutter kein Kind zur Welt bringt.&nbsp;</li>



<li>Leihmütter müssen oft vertraglich auf medizinische Selbstbestimmung verzichten und Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit akzeptieren.</li>



<li>Viele Leihmütter leiden unter Depressionen, Angstzuständen und Traumata, weil sie sie ihr Kind direkt nach der Geburt weggeben müssen.</li>



<li>Leihmütter werden kaum über die grossen gesundheitlichen Risiken wie Hormonbehandlungen, Frühgeburten und Kaiserschnitte informiert.&nbsp;</li>



<li>Leihmütter können vertraglich dazu verpflichtet werden abzutreiben, beispielsweise wenn das Kind behindert ist, das gewünschte Geschlecht nicht hat oder sich die Kaufeltern trennen und das Kind nicht mehr wollen.&nbsp;</li>
</ul>



<p><strong>Kinderkäufer bestrafen<br></strong>Reem Alsalem empfiehlt, Leihmutterschaft und die Werbung für entsprechende Dienste weltweit gesetzlich zu verbieten. Vorbild könnte das «Nordische Modell» sein, das die Kunden von Prostituierten bestraft und die Prostituierten entkriminalisiert. Analog zu diesem Modell könnte man Käufern und Käuferinnen von Kindern sowie ihren Helfern, wie Kliniken und Vermittlungsagenturen, mit Strafe drohen und Leihmütter entkriminalisieren. Für Leihmütter müsse es Ausstiegshilfen geben. Aufklärungskampagnen sollen über Gewalt und Ausbeutung im Zusammenhang mit der Leihmutterschaft informieren. </p>



<p><strong>Medien propagieren Leihmutterschaft</strong><br>Reem Alsalem veröffentlichte den Bericht im Sommer. Deutschsprachige Medien haben bisher kaum darüber berichtet. Sie propagieren weiterhin Leihmutterschaft. Zuletzt berichtete der&nbsp;<a href="https://www.spiegel.de/ausland/leihmutterschaft-in-kanada-warum-frauen-ohne-bezahlung-kinder-fuer-andere-gebaeren-a-ae90c89b-caba-41ed-9c89-6e9c165460ea">«Spiegel»&nbsp;</a>(Bezahlschranke) über einzelne Leihmütter in Kanada, die Kinder für andere aus «Nächstenliebe» gebären. Beliebt sind auch Berichte über mehr oder weniger Prominente, die dank Leihmüttern zu Kindern gekommen sind.&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Polizei verfolgt Belästiger von Joggerinnen</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/polizei-verfolgt-belaestiger-von-joggerinnen/</link>
					<pubDate>Tue, 23 Sep 2025 13:32:18 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17493</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/09/Bildschirmfoto-2025-09-23-um-15.00.20-e1758632651450-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/09/Bildschirmfoto-2025-09-23-um-15.00.20-e1758632651450-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/09/Bildschirmfoto-2025-09-23-um-15.00.20-e1758632651450-768x383.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/09/Bildschirmfoto-2025-09-23-um-15.00.20-e1758632651450.png 931w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Unerwünschte Anmache im öffentlichen Raum kennt fast jede Frau. Ein Pilotversuch zeigt: Die Polizei könnte mehr dagegen tun.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>In der südenglischen Grafschaft Surrey liefen Polizistinnen in Zivil beliebte Joggingstrecken von Frauen ab. Uniformierte Kollegen standen in der Nähe bereit, um im Bedarfsfall einzugreifen. Sie hatten einiges zu tun. Belästiger verfolgten die Undercover-Polizistinnen, pfiffen ihnen hinterher oder riefen abwertende und übergriffige Kommentare.&nbsp;Die uniformierten Polizisten hielten die Täter an und belehrten sie über die Folgen ihres Verhaltens für die Joggerinnen.&nbsp;Im Wiederholungsfall oder bei schwereren Taten wie sexuellen Übergriffen und Diebstahl erfolgte eine Festnahme.&nbsp;</p>



<p><strong>Täter abschrecken</strong><br>Ziel des Pilotversuches war es, potenzielle Täter abzuschrecken, sagte Polizeikommandant Jon Vale dem Radiosender LBC. «Ein Mann, der langsamer wird, starrt und schreit, auch wenn es nicht immer strafbar ist, kann das tägliche Leben von Menschen beeinflussen und Frauen davon abhalten, etwas so Einfaches zu tun wie zu laufen.» Die Polizei wolle potenziellen Tätern die Botschaft vermitteln, dass sie Belästigungen von Frauen im öffentlichen Raum nicht toleriert. Sie werde Laufrouten von Frauen auch nach Ablauf des Pilotversuches im Auge behalten. Seine Botschaft an potenzielle Belästiger lautet: «Wenn Sie das nächste Mal eine Joggerin sehen, denken Sie einfach daran, dass Polizisten in der Nähe sein könnten, die bereit sind, Sie aufzuhalten. Ihr Verhalten ist in Surrey nicht willkommen.»&nbsp;</p>



<p><strong>«Für Frauen Alltag»</strong><br>Belästigungen im öffentlichen Raum können Frauen verunsichern und auch zu schweren Sexualstraftaten führen. Polizistin Abby Hayward ging für den Pilotversuch in Zivil joggen. Sie sagte, diese Form der Belästigung sei für Frauen Alltag. Man müsse Männern klarmachen, was das für Frauen bedeute. «Wenn ich privat jogge, habe ich keine Unterstützung. Belästigungen vermiesen mir dann den ganzen Lauf.»&nbsp;<br>Polizeikommandant Vale sagte, der Pilotversuch habe ihm die Augen geöffnet. Er verstehe nun viel besser, dass diese Art der Belästigung das Sicherheitsgefühl von Frauen massiv beeinträchtigen könne.<br>Das Pilotprojekt war auf einen Monat beschränkt. Auslöser war eine Umfrage der Behörde «Surrey County Council». Dabei kam heraus, dass fast alle befragten Frauen im öffentlichen Raum schon einmal sexuell belästigt worden waren. Fast die Hälfte von ihnen gab an, sich nie bei der Polizei gemeldet zu haben.</p>



<p><strong>Straftatbestand</strong><br>Belästigungen im öffentlichen Raum wie anzügliche Sprüche, Pfeifen oder Zischen werden auch als «Catcalling» bezeichnet. In den&nbsp;<strong>Niederlanden</strong>&nbsp;ist dies seit Sommer 2024 strafbar. Im Herbst letzten Jahres wurde erstmals ein Mann zu einer Geldstrafe verurteilt.&nbsp;<br>In der&nbsp;<strong>Schweiz</strong>&nbsp;ist Catcalling kein eigenständiger Straftatbestand. Täter können im Einzelfall wegen sexueller Belästigung oder Beleidigung verfolgt werden.&nbsp;</p>



<p><strong>Mutige Joggerin stellt Belästiger zur Rede</strong><br>Auch in <strong>Deutschland</strong> ist Catcalling noch kein eigener Straftatbestand. Von der SPD kommt nun die Forderung, Catcalling unter Strafe zu stellen. Anfang dieses Jahres sorgte Joggerin Yanni Gentsch für Aufsehen. Sie stellte einen Radfahrer zur Rede, der heimlich von hinten gezielt ihren Po filmte. Gentsch filmte die Konfrontation mit ihm und veröffentlichte das <a href="https://www.instagram.com/reel/DGI8q2UsJ3a/?igsh=NjByODBta25rdnNo">Video</a>. Es wurde über 16 Millionen Mal aufgerufen. Daraufhin lancierte Gensch eine <a href="https://innn.it/voyeur-aufnahmen#info">Onlinepetition</a>. Diese verlangt, eine Gesetzeslücke zu schliessen. Sexuell motiviertes Filmen ohne Einverständnis müsse auch dann strafbar sein, wenn keine nackte Haut gefilmt wird. Im Sommer hat sie die Petition mit über 125&#8217;000 Unterschriften dem Justizminister von Nordrhein-Westfalen übergeben.</p>
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														</item>
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					<title>Brustkrebs-Screening: Frauen werden seit Jahrzehnten betrogen</title>
					<link>https://frauensicht.ch/koerper/gesundheit/brustkrebs-screening-frauen-werden-seit-jahrzehnten-betrogen/</link>
					<pubDate>Fri, 19 Sep 2025 08:40:09 +0000</pubDate>

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					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/09/Bildschirmfoto-2025-09-16-um-16.56.12-e1758034679572-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/09/Bildschirmfoto-2025-09-16-um-16.56.12-e1758034679572-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/09/Bildschirmfoto-2025-09-16-um-16.56.12-e1758034679572-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/09/Bildschirmfoto-2025-09-16-um-16.56.12-e1758034679572.png 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Grosse deutsche Medien verbreiten erneut die Mär, dank dem Brustkrebs-Screening gebe es 20 bis 30 Prozent weniger Todesfälle.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p><strong>Irreführende Schlagzeilen</strong><br>Von der&nbsp;«<a href="https://www.ardmediathek.de/video/daten-der-woche/daten-der-woche-12-07-2025/sr/Y3JpZDovL3NyLW9ubGluZS5kZS9EQVdPXzE1NTY1MQ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ARD</a>»&nbsp;bis zur «Bild»-Zeitung berichteten deutsche Medien im Sommer über eine&nbsp;<a href="https://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de:0221-2025062052653" target="_blank" rel="noreferrer noopener">neue Studie der Universität Münster zur Wirksamkeit des Mammographie-Screenings</a>. Die Pressemeldungen der Universität, des Bundesamts für Strahlenschutz und des Bundesministeriums für Gesundheit feiern eine beeindruckende Zahl:&nbsp;<a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/studie-mammographie-screening-pm-09-07-25.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">«Unter den Frauen, die an dem Screening teilnahmen, gingen die Brustkrebs-Todesfälle demnach zwischen 20 und 30 Prozent zurück.»</a>&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Auch die deutsche Kassenärztliche Bundesvereinigung – ein Träger des Screening-Programms – verkündet unter dem Titel&nbsp;<a href="https://www.kbv.de/presse/pressemitteilungen/2025/mammographie-screening-rettet-leben" target="_blank" rel="noreferrer noopener">«Mammographie-Screening rettet Leben»</a>&nbsp;dieselbe Zahl. Und «Bild» glaubt:&nbsp;<a href="https://www.bild.de/leben-wissen/medizin/mammografie-rettet-leben-experten-fordern-naechsten-schritt-686e5da6e2cff87644c81c72" target="_blank" rel="noreferrer noopener">«Seit 20 Jahren rettet das Mammografie-Screening in Deutschland nachweislich Leben.»</a><br><br>In der Schweiz hatten die Krebsliga und Gesundheitsbehörden Frauen jahrelang mit den gleichen völlig irreführenden Zahlen zum regelmässigen Screening der Brüste verführt. Noch heute bieten mehrere Kantone ein «Früherkennungsprogramm»&nbsp;an und die Krankenkassen subventionieren es, indem sie die Franchise nicht belasten.</p>



<p><strong>Nur gesunde Frauen&nbsp;</strong><br>Screening-Programme zur Früherkennung von Brustkrebs betreffen nur Frauen ohne Symptome und ohne familiäre Belastung. (Frauen mit Symptomen oder mit nahen Verwandten, die an Brustkrebs gestorben sind, haben ein vielfach höheres Risiko, an Brustkrebs zu sterben. Für sie ist der Nutzen von Mammographien unbestritten.)<br>Screening-Programme für Gesunde bieten alle Kantone an – mit Ausnahme von ZH, ZG, AG, LU, BL, UR, SZ NW, OW, UR und GL. Frauen ab 50 Jahren werden alle zwei Jahre zu einer Mammografie zur Früherkennung eingeladen.&nbsp;<br><br><strong>Unstatistik des Monats</strong><br>Der Berliner Risiko-Spezialist und Buchautor Professor&nbsp;<a href="https://www.mpib-berlin.mpg.de/mitarbeiter/gerd-gigerenzer">Gerd Gigerenzer</a>, der Dortmunder Statistiker Professor&nbsp;<a href="https://statistik.tu-dortmund.de/fakultaet/emeriti/prof-dr-walter-kraemer/">Walter Krämer</a>, Statistik-Spezialistin&nbsp;<a href="https://www.stat-up.com/who-we-are">Katharina Schüller</a>&nbsp;und Professor&nbsp;<a href="https://www.rwi-essen.de/rwi/team/person/thomas-k-bauer">Thomas K. Bauer</a>&nbsp;vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung haben die Falschinformationen über das Brustkrebs-Screening zur «Unstatistik des Monats» erhoben. Im Folgenden ihre Darlegungen, warum das&nbsp;<a href="https://www.rwi-essen.de/presse/wissenschaftskommunikation/unstatistik/detail/relative-risiken-absolute-verwirrung-warum-das-mammographie-screening-nicht-haelt-was-es-verspricht">Mammographie-Screening nicht hält, was es verspricht</a>.<br><br><strong>Screenings verlängern das Leben keinen einzigen Tag</strong><br>Die Realität sieht so aus: Seit Einführung des Mammographie-Screenings wurden Frauen über Nutzen und Schaden systematisch in die Irre geführt – denn nicht zuletzt ist es eine milliardenschwere Einnahmequelle für Radiologen, Kliniken und Gerätehersteller.&nbsp;</p>



<p>Die «20 bis 30 Prozent weniger Todesfälle» sind ein aufgewärmtes, längst widerlegtes Beispiel. Bevor wir die Entstehung dieser Zahlen einordnen: Was sagen die besten wissenschaftlichen Studien – insbesondere die acht existierenden randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt rund 500’000 Frauen?</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><a href="https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2808648" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lebenserwartung:</a>&nbsp;Es gibt&nbsp;<a href="https://www.iqwig.de/download/s21-01_altersgrenzen-im-mammografie-screening-programm_abschlussbericht_v1-1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">keinen Beleg</a>&nbsp;dafür, dass Frauen, die am Screening teilnehmen, auch nur einen Tag länger leben als jene, die nicht teilnehmen.</li>



<li><a href="https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD001877.pub5/full" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Krebssterblichkeit:</a>&nbsp;Die Gesamtsterblichkeit an Krebs – einschliesslich Brustkrebs – ist in beiden Gruppen gleich.</li>



<li><a href="https://doi.org/10.1002%2F14651858.CD001877.pub5" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Brustkrebssterblichkeit:</a>&nbsp;Von jeweils 1000 Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren sterben<em>&nbsp;in einem Zeitraum von etwa elf Jahren</em>&nbsp;rund fünf an Brustkrebs, wenn sie nicht am Screening teilnehmen. In der Screening-Gruppe sind es vier (eine weniger in elf Jahren). Doch gleichzeitig stirbt dort eine Frau mehr an einem anderen Krebs – was erklärt, warum die Gesamt-Krebssterblichkeit unverändert bleibt (siehe Punkt 2).</li>



<li><a href="https://hardingcenter.de/sites/default/files/2024-07/Faktenbox_Mammographie_DE_neues_Design_20191012_final.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Risiken des Screenings:</a>&nbsp;Neben einer (geringen) Strahlenbelastung gibt es zwei wesentliche Risiken:<br>– Etwa jede zehnte gesunde Frau erhält ein falsch-positives Ergebnis, was unnötige Ängste, weitere Untersuchungen oder Biopsien nach sich zieht.<br>– Einige Frauen erhalten eine Krebsdiagnose, obwohl sie eine sehr langsam oder nicht-fortschreitende Zellveränderung haben, die zu Lebzeiten nie Beschwerden verursacht hätte – und ihnen wird unnötigerweise Brustgewebe oder gar die vollständige Brust amputiert (siehe folgende Faktenbox des Harding-Zentrums für Risikokompetenz an der Universität Potsdam).</li>
</ol>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://www.infosperber.ch/wp-content/uploads/2025/07/Brustkrebs-Frueherkennung-1024x707.png" alt="Brustkrebs Früherkennung" class="wp-image-639437"/><figcaption class="wp-element-caption">Nutzen und Schaden der Brustkrebs-Früherkennung. Grössere Auflösung&nbsp;<a href="https://www.infosperber.ch/wp-content/uploads/2025/07/Brustkrebs-Frueherkennung.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>.&nbsp;© Harding-Zentrum für Risikokompetenz&nbsp;</figcaption></figure>



<p><br><strong>Mammographie-Screening rettet kein Leben</strong><br>Der frühere deutsche Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach – der das Screening-Programm gemeinsam mit der ehemaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt eingeführt hatte – äusserte sich inzwischen kritisch. Gegenüber dem «Spiegel» erklärte Lauterbach:&nbsp;<a href="https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/mammografie-screening-zur-frueherkennung-von-brustkrebs-in-der-kritik-a-981994.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">«Alle neuen Erkenntnisse sprechen in der Tendenz eher gegen das Screening.» Es sei an der Zeit, den Brustkrebscheck neu zu bewerten.</a></p>



<p>Weitere Politiker sollten diesem Schritt folgen und eingestehen, dass die Einführung ein Fehler war.&nbsp;</p>



<p>In der Schweiz haben einige Kantone und die Krebsliga ihren Kurs bereits korrigiert. Die Krebsliga, die zwei Jahrzehnte lang verbreitete, das Screening führe zu 20 bis 30 Prozent weniger Todesfälle,&nbsp;<a href="https://shop.krebsliga.ch/files/kls/webshop/PDFs/deutsch/brustkrebs-frueh-erkennen-011414011111.pdf?_gl=1*6ytdtn*_up*MQ..*_ga*NDk3MzkyNC4xNzUzMDE3MTE3*_ga_7ETTSSGFK4*czE3NTMwMTcxMTckbzEkZzAkdDE3NTMwMTcxMTckajYwJGwwJGgw" target="_blank" rel="noreferrer noopener">informiert heute</a>, dass von 1000 Frauen, die 20 Jahre lang alle 2 Jahre zur Früherkennung gehen, nur «16 statt 20 Frauen sterben». Die Krebsliga behauptet jedoch immer noch, dass dadurch «4 Leben gerettet» würden.&nbsp;</p>



<p>Das ist falsch. Es sterben in 20 Jahren ganz wenige Frauen weniger an Brustkrebs, aber nicht an Krebs insgesamt. Es werden keine Leben gerettet. Der Gesamtnutzen für Frauen ist Null (siehe Punkt 3 oben).<br></p>



<p>Aktuell wenden die deutschen Krankenkassen jährlich etwa eine Milliarde Euro für das Screening-Programm auf. Sie könnten dieses viele Geld effektiver dort einsetzen, wo tatsächlich Leben gerettet werden.</p>



<p>Die beiden entscheidenden Informationen – dass es keinen Nachweis gibt, dass Screening die Lebenserwartung verlängert, und keinen Nachweis, dass das Screening es weniger wahrscheinlich macht, an Krebs zu sterben – werden Frauen so gut wie nie mitgeteilt.&nbsp;</p>



<p>Auch die Medienberichte zur aktuellen Münsteraner Studie klärten darüber nicht auf.</p>



<p><br><strong>Der Trick mit den relativen Risiken</strong><br>Wie kommt man zu der vermeintlich spektakulären Reduktion der Brustkrebssterblichkeit in Höhe von 20 bis 30 Prozent? Diese Zahl ist keineswegs neu. Bereits bei der Einführung des Mammographie-Screenings wurde von der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt – und in der Schweiz von der Krebsliga und von kantonalen Gesundheitsbehörden – mit dieser Zahl geworben.</p>



<p>Der statistische Trick ist alt: Man informiert über die&nbsp;<em>relative</em>&nbsp;Reduktion der Brustkrebssterblichkeit. Unterschlagen werden die absoluten Zahlen: Die Sterblichkeit sinkt während elf Jahren von 5 auf 4 unter je 1000 Frauen, also um 1 von 1000, oder um 0,1 Prozentpunkte (siehe Punkt 3).&nbsp;</p>



<p>Stattdessen präsentiert man diesen Effekt als&nbsp;<em>relative</em>&nbsp;Reduktion von 20 Prozent (von 5 auf 4), oft aufgerundet auf 30 Prozent. Diese Darstellungsweise überhöht den winzigen Effekt dramatisch.</p>



<p>Die kommunizierten «20 bis 30 Prozent» in den Pressemeldungen der Universität Münster, des Bundesamts für Strahlenschutz und des&nbsp;<a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/studie-mammographie-screening-pm-09-07-25.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bundesministeriums für Gesundheit</a>&nbsp;sind damit nicht nur irreführend, sondern stellen einen klaren Verstoss gegen die seit langem etablierten Standards der evidenzbasierten Gesundheitskommunikation dar, die von vielen anderen Akteuren im Gesundheitssystem und von kritischen Journalistinnen und Journalisten regulär eingehalten werden.</p>



<p><br><strong>Korrekte Information&nbsp;</strong><br>Auch die Deutsche Krebshilfe warb in ihren ersten Broschüren mit der relativen Risikoreduktion in Höhe von 20 bis 30 Prozent. Unstatistik-Autor Gerd Gigerenzer arbeitete um 2010 mit der Krebshilfe zusammen: Gemeinsam wurden die relativen Risiken – ebenso wie die irreführenden Fünf-Jahres-Überlebensraten – aus dem&nbsp;«Blauen Ratgeber Brustkrebs»&nbsp;gestrichen und durch verständliche absolute Zahlen ersetzt. Heute finden sich in den Broschüren tatsächlich keine relativen Risiken mehr, und auch über Nachteile wird informiert.</p>



<p>Bei der Schweizer Krebsliga dauerte es ein paar Jahre länger.</p>



<p>Doch selbst die besten Informationsmaterialien überzeichnen den Nutzen des Screenings weiterhin, wie etwa die aktuelle Broschüre des Gemeinsamen Bundesausschusses zeigt, die bundesweit an Frauen verschickt wird. Dort steht nicht, dass das Screening das Leben nicht verlängert, und auch nicht, dass 1 von 1000 Frauen weniger an Brustkrebs stirbt. Stattdessen heisst es: «3 bis 8 von je 1000» (Schweizer Krebsliga: «4 von je 1000 Frauen»).</p>



<p>Wie kommt das zustande? Man rechnete anscheinend den Effekt, der für einen Zeitraum von etwa elf Jahren nachgewiesen ist, linear auf 25 Jahre hoch – ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage. Die einzige Studie, die den Effekt über 25 Jahre verfolgte (mit 100’000 Frauen), fand überhaupt keinen Rückgang der Brustkrebssterblichkeit durch Screening-Programme.</p>



<p><br><strong>Informierte Entscheidung setzt vollständige Information</strong>&nbsp;<strong>voraus</strong><br>«Tagesschau online»&nbsp;der ARD betont, «jede Frau kann für sich selbst entscheiden». Doch wie soll eine Entscheidung möglich sein, wenn Ergebnisse unvollständig und verzerrt dargestellt werden?</p>



<p>Frauen und Frauenorganisationen sollten hier einschreiten. Leitmedien wie die «ARD» und Institutionen wie das Gesundheitsministerium müssen sich endlich klar auf die Seite der Wissenschaft stellen – und dafür sorgen, dass Frauen wirklich informiert entscheiden können.</p>



<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst auf&nbsp;<a href="https://www.infosperber.ch/gesundheit/public-health/brustkrebs-screening-frauen-werden-seit-jahrzehnten-betrogen/"><em>infosperber.ch</em></a></em></p>



<p></p>
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