<?xml version = "1.0" encoding = "UTF-8" ?><rss version="2.0"
	 xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	 xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	 xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	 xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	 xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	 xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

	<channel>
		<title>FrauenSicht - Shoutem Feed!</title>
		<atom:link href="https://frauensicht.ch/shoutemfeed/" rel="self" type="application/rss+xml"/>
		<link>https://frauensicht.ch</link>
		<description>Das führende Portal für engagierte Frauen und Männer.</description>
		<lastBuildDate>Wed, 24 Jun 2026 08:30:01 +0000</lastBuildDate>
		<language>de-ch</language>
		<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
		<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
		<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.3</generator>
				<item>
					<title>Eizellen-«Spenderinnen» sind Versuchspersonen</title>
					<link>https://frauensicht.ch/koerper/gen-und-reproduktionstechnik/eizellen-spenderinnen-sind-versuchspersonen/</link>
					<pubDate>Wed, 24 Jun 2026 08:29:56 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17989</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-15-um-18.12.05-e1781540009895-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-15-um-18.12.05-e1781540009895-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-15-um-18.12.05-e1781540009895.png 504w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Wer Eizellen «spendet», kann die Gefahren für die eigene Gesundheit nicht ausreichend kennen. Es fehlen Langzeitstudien.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Die Schweizer Regierung will Eizellen-«Spenden» legalisieren, obwohl die langfristigen gesundheitlichen Risiken für die «Spenderinnen» weitgehend unbekannt sind. Dies kritisiert die Medizinethnologin Diane Tober von der Universität Alabama in einem <a href="https://www.geneticsandsociety.org/biopolitical-times/global-economy-human-eggs-interview-diane-tober">Interview</a> mit der NGO «biorespect» (englisch). Im Unterschied zur Samenspende könne die Eizellen-«Spende» die Gesundheit der «Spenderinnen» ernsthaft gefährden, sagt Tober.<br><br><strong>Kurzfristige Risiken<br></strong>Bekannt sind bisher vor allem kurzfristige Risiken. Die Entnahme von Eizellen erfordert eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke und danach einen invasiven Eingriff in den Körper. Zu den bekannten Nebenwirkungen gehören Blutungen, Stimmungsschwankungen, Unterleibs- und Kopfschmerzen sowie Thrombosen. Die Stimulation der Eierstöcke steht im Verdacht, Eierstock- und Gebärmutterkrebs zu fördern. Doch die langfristigen Risiken kennt man nicht, da es bisher keine Langzeitstudien gibt.</p>



<p><strong>Datenbank ignoriert «Spenderinnen»</strong><br>Tober kritisiert, dass Ärzte behaupten, die Risiken seien gering, obwohl sie diese mangels belastbarer Daten gar nicht wissen können. Spanien führt laut Tober wenigstens ein nationales Register der «Spenderinnen». Zweck der Datenbank sei derzeit das Wohl der so gezeugten Kinder, erklärt Tober. Wenn später bei einer «Spenderin» beispielsweise eine genetische Erkrankung diagnostiziert wird, können dank der Datenbank die Empfängerfamilien informiert werden.<br>Hingegen gibt die Datenbank keine Auskunft über Spätfolgen der Behandlungen bei den «Spenderinnen», wie Tober feststellen musste. «Spenderinnen» in Spanien berichteten ihr, dass sie nicht einmal genau informiert wurden, welche Medikamente sie einnahmen und wie viele Eizellen ihnen entnommen wurden. Tober: «Dieses Register könnte man auch nutzen, um die Gesundheit der ‘Spenderinnen’ längerfristig zu verfolgen.»</p>



<p><strong>Keine Daten über langfristige Risiken<br></strong>Ohne zuverlässige Langzeitstudien über die Risiken sei es für junge Frauen nicht möglich, vollständig informiert einer «Spende» zuzustimmen, sagt Tober. «Eizellen-‘Spenderinnen’ sind gesunde junge Frauen, die sich einem medizinischen Eingriff unterziehen, der ihnen keinen direkten medizinischen Nutzen bietet. Und bisher haben wir immer noch keine belastbaren Daten über die langfristigen Risiken.»<br>Die meisten Studien betreffen die Empfängerinnen der Eizellen, die in der Regel älter sind und Probleme haben, ein Kind zu bekommen. Tober: «Eizellen-‘Spenderinnen’ sind eine andere Gruppe: Sie sind jünger, hochfruchtbar und werden oft für Merkmale wie einen niedrigen Body Mass Index (BMI) ausgewählt, der das Risiko für Komplikationen wie das ovariale Überstimulationssyndrom erhöhen kann.»</p>



<p><strong>«Ernsthafte ethische Fragen»<br></strong>Tober hat «Spenderinnen» interviewt, die im Alter von Anfang zwanzig Eizellen «spendeten». Ein paar Jahre später berichteten einige über gesundheitliche Probleme und später über Schwierigkeiten, ein eigenes Kind zu bekommen. Dies werfe ernsthafte ethische Fragen auf, sagt Tober. «Wir können nicht mit Sicherheit sagen, ob die Eizellen-‘Spende’ der Grund für die Probleme ist oder ob sie diese ohnehin gehabt hätten, aber die Möglichkeit zeigt, wie wenig wir tatsächlich wissen.»</p>



<p><strong>Fehlende Transparenz</strong><br>Tober kritisiert fehlende Transparenz. Ärzte und Kliniken sollen potentiellen «Spenderinnen» klar sagen müssen, dass die Langzeitrisiken unerforscht sind. Der Gesetzgeber und Förderprogramme sollen gezielt Studien finanzieren, welche die Gesundheit von «Spenderinnen» jahrelang verfolgen, fordert Tober: «Eizellen-‘Spenderinnen’ investieren viel, damit andere eine Familie gründen können. Sie verdienen das gleiche Engagement, wenn es um ihre Gesundheit und Sicherheit geht, damit sie wirklich informiert zustimmen können.»<br>Länder wie die <strong>Schweiz</strong>, welche die Eizellen-«Spende» zulassen wollen, sollten von Beginn an sicherstellen, dass der Schutz und die langfristige medizinische Begleitung der «Spenderinnen» denselben Stellenwert erhalten wie das Wohl der Kinder, sagt Tober.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Einladung für Taliban: «Schlag ins Gesicht der Frauen»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/einladung-fuer-taliban-schlag-ins-gesicht-der-frauen/</link>
					<pubDate>Fri, 19 Jun 2026 09:29:59 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17997</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-15-um-18.43.08-e1781541871295-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-15-um-18.43.08-e1781541871295-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-15-um-18.43.08-e1781541871295-1024x511.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-15-um-18.43.08-e1781541871295-768x383.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-15-um-18.43.08-e1781541871295.png 1083w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Die Taliban verweigern Frauen Menschenrechte. Dennoch lädt die EU sie zu «technischen Gesprächen» ein. Eine afghanische Politikerin kritisiert dies scharf.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Die EU-Kommission plant Verhandlungen mit den Taliban über die Rückführung abgelehnter afghanischer Asylbewerber. Nach Angaben der EU bedeutet dies keine diplomatische Anerkennung des Regimes.&nbsp;</p>



<p><strong>«Falsches Signal angesichts der Menschenrechtskatastrophe»<br></strong>Fawzia Koofi kritisiert diese Einladung in einem <a href="https://www.theguardian.com/global-development/2026/jun/03/afghan-woman-legal-protection-laws-eu-taliban-europe">Gastbeitrag für den «Guardian»</a> scharf. Die ehemalige Abgeordnete im afghanischen Parlament, die 2020 an den Friedensgesprächen mit den Taliban teilgenommen hatte, ist heute Präsidentin der Exilorganisation «Women&nbsp;for Afghanistan». Die Einladung der EU für die Taliban sei das falsche Signal angesichts der Menschenrechtskatastrophe in Afghanistan, schreibt Koofi. Sie könne die Taliban darin bestärken, Menschenrechte – insbesondere diejenigen von Frauen – weiterhin systematisch zu verletzen. Statt Verantwortliche für die <a href="https://frauensicht.ch/politik/afghanistan-experte-das-ist-gender-apartheid/">Geschlechter-Apartheid</a> in Afghanistan einzuladen, müsse die internationale Gemeinschaft sie vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zur Verantwortung ziehen. «Für afghanische Frauen und Mädchen ist dies eine Frage des Überlebens», so Koofi.</p>



<p><strong>«Ein Vogel ist besser geschützt als eine Frau»<br></strong>Seit der Machtübernahme vor fünf Jahren haben die Taliban zahlreiche Vorschriften erlassen, die Frauen und Mädchen ihrer Freiheitsrechte berauben. So drohen gewalttätigen Ehemännern maximal 15 Tage Haft – sofern die Ehefrau überhaupt Gewalt beweisen kann. Wer hingegen einem Tier Schaden zufügt, muss mit fünf Monaten Gefängnis rechnen. Koofi: «Ein Vogel ist besser geschützt als eine Frau.» Zuletzt erschwerten die Taliban Scheidungen für Frauen weiter. Faktisch hat nun nur noch der Mann das Recht auf eine Scheidung.</p>



<p><strong>«Kultur der Straflosigkeit»<br></strong>«Frauen in Afghanistan leiden jeden Tag unter der Apartheid», schreibt Koofi. «Sie werden aus dem öffentlichen Leben verbannt, zum Schweigen gebracht, sind Gefangene im eigenen Land und werden ihrer grundlegenden Menschenrechte beraubt.» Sie kritisiert eine «Kultur der Straflosigkeit» gegenüber den Taliban. Geschlechter-Apartheid müsse man im internationalen Recht als Verbrechen anerkennen, um staatlich organisierte Diskriminierung von Frauen wirksam bekämpfen zu können.</p>



<p><strong>«Wir brauchen keine symbolische Solidarität»</strong> <br>Die Einladung der EU für die Taliban komme für Frauen und Mädchen in Afghanistan einem Verrat gleich. «Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Frauen und Mädchen in Afghanistan, die unter der Diskriminierung durch die Taliban leiden und dagegen kämpfen», so Koofi. Die Botschaft der EU sei verheerend: «Versprechen der internationalen Gemeinschaft an afghanische Frauen können aus politischen Gründen gebrochen werden.» Koofi fordert die EU auf, Geschlechter-Apartheid als Straftatbestand anzuerkennen, um die Straflosigkeit für die Verletzung von Frauenrechten zu beenden. «Wir brauchen keine symbolische Solidarität oder leere Worte, sondern Mut und Engagement von denen, die behaupten, für Gerechtigkeit einzutreten.»</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Die Chefs heissen Michael, Thomas und Andreas</title>
					<link>https://frauensicht.ch/arbeit/erwerbsarbeit/die-chefs-heissen-michael-thomas-und-andreas/</link>
					<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 16:08:46 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17859</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.59.43-e1774890212544-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.59.43-e1774890212544-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.59.43-e1774890212544-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.59.43-e1774890212544.png 923w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Mittelständische Unternehmen in Deutschland werden überwiegend von Männern geführt. Das zeigt eine Analyse der Vornamen.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Im deutschen Handelsregister sind mehr als 1,25 Millionen Geschäftsführer und Geschäftsführerinnen von GmbHs eingetragen. Das Schweizer Beratungsunternehmen Peter Beglinger Training AG hat deren Vornamen analysiert. Das Ergebnis hat <a href="https://www.spiegel.de/karriere/michael-thomas-und-andreas-machen-geschaefte-a-4ddee76e-27b5-4cb6-9059-e7c2cd80b099">«Spiegel Online»</a> veröffentlicht.</p>



<p><strong>Tiefe Frauenanteile</strong><br>Von den 1&#8217;250’810 ausgewerteten Namen sind nur rund 12 Prozent weiblich (149’542). 72 Prozent sind männlich und rund 15 Prozent lassen sich nicht eindeutig zuordnen.<br>Vergleicht man nur die eindeutigen Vornamen, liegt der Frauenanteil bei etwas über 14 Prozent. Nur etwa jede achte Geschäftsführung der untersuchten GmbHs ist demnach weiblich besetzt. Die GmbH ist unter mittelgrossen Unternehmen die häufigste Rechtsform.</p>



<p><strong>Erste Frau auf Platz 64</strong><br>An der Spitze der Rangliste stehen traditionelle deutsche Männernamen ohne Migrationshintergrund: Michael mit 35’908 Einträgen vor Thomas (35’347) und Andreas (27’309).<br>Der häufigste Frauenname, Sabine, folgt erst auf Platz 64 mit 3884 Einträgen. Weitere weibliche Vornamen in den Top 100 sind Petra, Claudia, Andrea, Susanne, Katja und Nicole.</p>



<p><strong>Daten aus dem Handelsregister<br></strong>Für die Analyse wertete die Peter Beglinger Training AG die öffentlich zugänglichen Daten von offeneregister.de aus. Diese basieren auf offiziellen Eintragungen aus dem deutschen Handelsregister, insbesondere von handelsregisterbekanntmachungen.de und handelsregister.de.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Eine Werbeagentur half, Geschlechterklischees zu reduzieren</title>
					<link>https://frauensicht.ch/kultur-kirche/werbung/eine-werbeagentur-half-geschlechterklischees-zu-reduzieren/</link>
					<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 14:39:10 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17869</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-03-um-18.11.16-e1775232899226-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-03-um-18.11.16-e1775232899226-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-03-um-18.11.16-e1775232899226-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-03-um-18.11.16-e1775232899226.png 899w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>In Werbespots erklären Frauen inzwischen häufiger die Welt und Männer übernehmen Hausarbeit. Nur sind Frauen immer noch selten lustig.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Seit fünf Jahren untersucht der Verein <a href="https://www.gislerprotokoll.ch/">Gisler-Protokoll</a> Schweizer Bewegtbild-Werbung auf Geschlechterklischees – von TV-Spots bis zu digitalen Plakaten. Für die Jahresanalyse 2025 wertete der Verein 369 Werbespots aus, die im vergangenen Jahr in Branchenmedien veröffentlicht wurden und Menschen zeigen.</p>



<p><strong>Umgekehrte Rollenbilder</strong><br>In 87 Prozent dieser Spots fanden sich 2025 keine Geschlechterklischees mehr. Vereinspräsidentin und Initiantin Nina Bieli sagte gegenüber «srf.ch», dass klischeehafte Rollenbilder zunehmend verschwinden. So habe es beim Thema Haus- und Carearbeit einen Wandel gegeben. In 17 Spots übernahmen letztes Jahr Männer Fürsorgearbeit, während nur 10 Frauen in solchen Rollen auftraten.​ Gleichzeitig erklärten erstmals mehr Frauen Sachverhalte als Männer – 21 gegenüber 2.​<br>Klischees zu brechen sei wichtig, sagt Bieli. Werbung präge gesellschaftliche Normen und habe entsprechend grossen Einfluss.</p>



<p><strong>«Humor traut man fast nur Männern zu»</strong><br>Trotz Fortschritten sieht Bieli noch Verbesserungspotenzial. Ihre grössten Kritikpunkte: Männer dürfen in den Werbespots selten etwas geniessen und Frauen kaum witzig sein. «Souveränen, selbstironischen Humor traut man fast nur Männern zu. Das ist nicht repräsentativ», sagte Bieli in der «Bilanz». Insgesamt habe sich die Werbebranche jedoch weiterentwickelt: «Es ist für viele plötzlich Standard, nicht immer den weissen Mann und die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie zu zeigen. Man gönnt sich mehr kreative Freiheit – und merkt, dass das auch Spass macht.»</p>



<p><strong>Topfpflanzen-Test</strong><br>Das Gisler-Protokoll wurde vor fünf Jahren von der Werbeagentur Jung von Matt Limmat lanciert – als Initiative für eine vielfältige und nicht stereotype Darstellung von Geschlechtern in Werbung und Kommunikation. Ende 2025 hatten sich über 230 Unternehmen und Agenturen dem Gisler-Protokoll angeschlossen.​ Damit bekennen sie sich zu fünf Prinzipien, welche die Agentur im sogenannten #gislerprotokoll formuliert hat. Dazu gehören:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eine inklusive Sprache.</li>



<li>Das bewusste Hinterfragen von Ideen, Scripts und Konzepten hinsichtlich Geschlechterklischees.</li>



<li>Die Sensibilisierung der eigenen Kundschaft.</li>



<li>Teil des Gisler-Protokolls ist der «Topfpflanzen-Test»: Wenn sich die Rolle einer Frau problemlos durch eine Zimmerpflanze ersetzen lässt, gilt die Idee als klischeehaft und muss überarbeitet werden.</li>
</ul>



<p><strong>Positive Bilanz</strong><br>Nach fünf Jahren zog Nina Bieli in der «Bilanz» eine positive Bilanz: «Bis 2023 war etwa die Hälfte der Spots stereotyp. 2024 ist der Anteil klischeehafter Spots zum ersten Mal deutlich gesunken und die Art der Stereotypen hat sich verändert. Früher war der ‘Experte’ in 90 Prozent der Fälle ein Mann. Heute sehen wir deutlich häufiger Expertinnen oder gemischte Duos. Und ein für mich symbolischer Befund: Erstmals kamen 2024 die kümmernden Väter in der Werbung häufiger vor als die kümmernden Mütter.»</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Was Autokraten und Gewalttäter gemeinsam haben</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/was-autokraten-und-gewalttaeter-gemeinsam-haben/</link>
					<pubDate>Mon, 25 May 2026 08:55:30 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17981</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-21-um-17.17.34-e1779376969486-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-21-um-17.17.34-e1779376969486-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-21-um-17.17.34-e1779376969486-1024x511.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-21-um-17.17.34-e1779376969486-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-21-um-17.17.34-e1779376969486-1536x767.png 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-21-um-17.17.34-e1779376969486.png 1602w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Autokraten und gewalttätige Partner zeigen ähnliche Verhaltensmuster. Beide wollen Kontrolle über andere ausüben und Widerstand unterdrücken.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>US-Präsident Donald Trump ist ein verurteilter Sexualstraftäter. Er regiert zunehmend autokratisch. Innen- sowie aussenpolitisch droht er oft mit Gewalt. Dieses Verhalten ist typisch für Autokraten, aber auch für gewalttätige Partner von Frauen. Es gebe weitere Parallelen, sagte Rachel Louise Snyder kürzlich in einem Podcast der «New York Times». Die US-Medienwissenschaftlerin publiziert seit Jahren über Gewalt von Männern gegenüber ihren (Ex-)Partnerinnen. Sie sprach mit der Journalistin Masha Gessen, die in Russland aufgewachsen ist und über Autokratien schreibt.</p>



<p><strong>Zentrale Parallelen</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gewalt: Sowohl Gewalttäter als auch Autokraten fürchten Kontrollverlust. Um ihre Macht zu sichern und Widerspruch zu unterdrücken, setzen sie Gewalt ein oder drohen damit.</li>



<li>Klima der Angst: Autokraten und Gewalttäter erzeugen durch Drohungen einen Zustand ständiger Angst. Betroffene passen sich an, zensieren sich selbst und verlieren damit Handlungsspielraum. Ähnlich wie Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt sind, stehen auch Bürgerinnen und Bürger in autoritären Systemen vor erheblichen emotionalen, bürokratischen und finanziellen Hürden, wenn sie weggehen wollen.</li>



<li>Isolation: Gewalttäter isolieren ihre Partnerinnen oft gezielt vom sozialen Umfeld, beispielsweise von der Familie. Autokraten beschneiden die Medienfreiheit, schwächen zivilgesellschaftliche Strukturen wie NGOs und erschweren den freien Informationsfluss. Beispielsweise blockieren China und Russland westliche Social-Media-Plattformen. Ziel ist in beiden Fällen, die Wahrnehmung der Realität zu manipulieren und damit Kontrolle zu festigen.</li>



<li>Täter-Opfer-Umkehr: Autokraten und Gewalttäter lenken von eigenem Fehlverhalten ab, indem sie anderen dafür die Schuld zuschieben. Ein Beispiel sind die beiden Morde durch die US-Einwanderungsbehörde ICE Anfang dieses Jahres. Die US-Regierung rechtfertigte sie mit Notwehr und schob damit den Opfern die Schuld zu, obwohl die Fakten dagegensprechen. Gewalttätige Männer werfen ihren Partnerinnen oft vor, zu lügen oder sie mit ihrem Verhalten provoziert oder angegriffen zu haben. Exemplarisch dafür ist der Fall eines Mannes aus der Schweiz, der kürzlich vor Gericht stand. Er hatte seine Frau grausam ermordet. Vor Gericht behauptete er faktenwidrig, sie habe ihn zuerst angegriffen.</li>



<li>Skrupellosigkeit: Autokraten nehmen wirtschaftliche und menschliche Schäden in Kauf, um ihre Macht zu sichern. Ähnlich rücksichtslos handeln Gewalttäter gegenüber ihren Partnerinnen.</li>
</ul>



<p><strong>«Warnsignale ernst nehmen»<br></strong>Snyder und Gessen warnen, dass man Warnsignale oft nicht ernst nimmt – sowohl bei aufkommendem Autoritarismus wie in den USA als auch bei Gewalt in Beziehungen. Entscheidend sei, Gewalt klar zu benennen und sie nicht zu verharmlosen. Snyder: «Wir müssen über Gewalt sprechen.»<strong></strong></p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Grossmächte demonstrieren patriarchale Macht</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/grossmaechte-demonstrieren-patriarchale-macht/</link>
					<pubDate>Fri, 22 May 2026 08:48:32 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17969</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/whitehouse-e1779377126700-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/whitehouse-e1779377126700-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/whitehouse-e1779377126700.png 760w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Kürzlich war Donald Trump zu Besuch bei Xi Jinping. Frauen durften bei den Verhandlungen der Grossmächte nicht mitreden. ]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Das Foto eines ausschliesslich männlich besetzten Gipfeltreffens sorgte in den USA für Unmut. Kritikerinnen sehen darin ein Signal, wer in der Politik der Grossmächte mitreden darf und wer nicht.</p>



<p><strong>«Ende der Leistungsgesellschaft»<br></strong>Gita Gopinath, Wirtschaftsprofessorin an der Harvard University, schrieb auf X: «Ein Sinnbild für das Ende der Leistungsgesellschaft: Ein Treffen der beiden grössten Volkswirtschaften und keine Frau am Tisch.» In beiden Ländern gebe es hochqualifizierte Frauen, doch sie blieben ausgeschlossen. Entscheidend sei offenbar nicht die Qualifikation, sondern die Beziehungen, sagte Gopinath dem «Guardian»: «Es ist unfassbar, dass es am Ende einen reinen Männertisch gibt, obwohl es weltweit so viele qualifizierte Frauen gibt.»</p>



<p><strong>«Frauenstimmen spielen keine Rolle»<br></strong>Halima Kazem, Historikerin an der Stanford University, sprach von einem Rückschritt. «Auf den Gipfeltreffen zwischen den USA und China in der Obama-Ära sassen Frauen am Tisch. Heute denkt keine der Grossmächte, dass Frauen zu den Delegationen gehören müssen, die globale Politik verhandeln. Dies ist nicht nur ein amerikanisches Versagen. China und die USA senden damit das Signal, dass Frauenstimmen bei der Gestaltung der Weltordnung keine Rolle spielen.»</p>



<p><strong>Inszenierung männlicher Autorität<br></strong>Einen Mangel an qualifizierten Frauen gebe es nicht, sagt Kazem. «Es handelt sich um eine bewusste Entscheidung darüber, welche Art von Autorität man inszenieren will: männlich, militarisiert und ausschliessend.» Wenn beide Grossmächte ohne Frauen auftreten, präge das auch die Vorstellung davon, wie «ernsthafte» Diplomatie aussieht – und wer davon ausgeschlossen ist.</p>



<p><strong>Frühere Treffen mit Frauen</strong><br>Zu den ranghohen Frauen, die unter Präsident Barack Obama an bilateralen Treffen teilnahmen, gehörten Chinas damalige Vizeministerpräsidentin Liu Yandong, US-Sicherheitsberaterin Susan Rice und US-Aussenministerin Hillary Clinton.<br>Am jüngsten Treffen waren in der US-Delegation lediglich auf Seite der Geschäftsleute einige wenige Frauen, darunter Trumps Schwiegertochter Lara Trump, die Chefin der Bank Citigroup Jane Fraser sowie Meta-Präsidentin Dina Powell McCormick.</p>



<p><strong>Friedensverhandlungen ohne Frauen<br></strong>Auch an <a href="https://frauensicht.ch/politik/erneut-fehlen-frauen-an-friedensverhandlungen/">Friedensverhandlungen</a> fehlen Frauen mittlerweile weitgehend. Dabei ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass Friedensabkommen länger halten, wenn Frauen an den Verhandlungen teilgenommen haben.&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Schweizer Gerichte verurteilten Aktivistin zu Unrecht</title>
					<link>https://frauensicht.ch/lobbys/frauen/schweizer-gerichte-verurteilten-aktivistin-zu-unrecht/</link>
					<pubDate>Tue, 19 May 2026 13:27:01 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17959</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/genf-e1779196254257-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/genf-e1779196254257-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/genf-e1779196254257.png 551w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Erfolg für die Organisatorin der Demonstration zum Internationalen Frauentag 2019: Sie ist nicht für damalige Zwischenfälle verantwortlich.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Dies hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) kürzlich entschieden und damit die Urteile der Schweizer Instanzen aufgehoben (<a href="https://hudoc.echr.coe.int/fre#{%22itemid%22:[%22001-249972%22]}">Urteil in Französisch</a>). Die Schweiz muss der Klägerin Nadja Batou 10&#8217;000 Euro an die Prozesskosten zahlen.</p>



<p><strong>Demonstration am Frauentag</strong><br>Batou hatte am 8. März 2019 in Genf als verantwortliche Vertreterin eines Frauenkollektivs eine Demonstration mit rund 1000 Teilnehmenden organisiert. Im Verlauf der Kundgebung wurden einzelne Schaufenster besprüht, Feuerwerk gezündet und versucht, die bewilligte Route zu verlassen. Die Polizei nahm vor Ort niemanden fest. Dennoch warf sie Batou am folgenden Tag Verstösse gegen die behördlichen Auflagen vor. Insbesondere habe der vom Kollektiv eingesetzte Ordnungsdienst versagt.</p>



<p><strong>Busse oder Gefängnis</strong><br>In erster Instanz wurde Batou zu einer Busse von 300 Franken sowie der Übernahme der Verfahrenskosten verurteilt. Sie habe gegen die Bewilligungsauflagen verstossen, wofür sie gemäss der Bewilligung persönlich hafte. Wenn sie nicht zahle, müsse sie zwei Tage ins Gefängnis, urteilte das Gericht.</p>



<p><strong>Erfolglose Berufung durch alle Instanzen</strong><br>Batou focht das Urteil erfolglos durch alle Instanzen in der Schweiz an. Sie kritisierte, ihre Argumente seien nicht berücksichtigt und von ihr benannte Zeugen nicht angehört worden. Sie habe alles getan, um Zwischenfälle zu verhindern. Sie wirft der Schweizer Justiz vor, dass sie mit der Bestrafung andere abschrecken will, Demonstrationen zu organisieren.</p>



<p><strong>Schweiz verletzte Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit</strong><br>Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte gab Batou nun Recht. Die Schweiz habe ihre Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit verletzt. Batou habe keine strafbare Handlung begangen. Die Vorfälle während der Demonstration hätten das öffentliche Leben nicht beeinträchtigt und seien nicht als gewalttätig einzustufen.Organisatorinnen von Demonstrationen dürfe man nicht für das Verhalten Dritter verantwortlich machen, sofern sie angemessene Massnahmen zur Verhinderung unerlaubter Handlungen ergriffen haben. Die Verurteilung von Batou sei daher unverhältnismässig.</p>



<p><strong>«Abschreckende Wirkung»</strong><br>Zudem kritisierte der Gerichtshof, dass sich die Schweizer Gerichte einzig auf den Polizeibericht stützten und die von der Beschuldigten benannten Zeugen nicht anhörten. Ob der Ordnungsdienst tatsächlich unzureichend gehandelt habe, lasse sich nur durch deren Befragung klären, so der Gerichtshof. Eine Verurteilung Batous hätte eine «abschreckende Wirkung» haben können und sowohl sie als auch andere künftig von der Organisation von Demonstrationen abhalten können, befand der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Extremsportlerin war schneller als alle Männer</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gesellschaft/sport/extremsportlerin-war-schneller-als-alle-maenner/</link>
					<pubDate>Thu, 14 May 2026 13:44:17 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17949</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-14-um-15.17.50-Kopie-e1778765529680-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-14-um-15.17.50-Kopie-e1778765529680-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-14-um-15.17.50-Kopie-e1778765529680-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-14-um-15.17.50-Kopie-e1778765529680.png 897w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Die US-Amerikanerin Rachel Entrekin lief an einem Ultramarathon allen davon. Trotzdem machte ein männlicher Extremsportler Schlagzeilen.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Der Deutsche Arda Saatçi lief kürzlich 600 Kilometer quer durch Kalifornien und überwand dabei rund 6000 Höhenmeter. Die angestrebte Zielzeit von 96 Stunden verpasste er um 27 Stunden. Doch das tat der weltweiten medialen Aufmerksamkeit keinen Abbruch.</p>



<p><strong>400 Kilometer und 12’000 Höhenmeter<br></strong>Eine Woche zuvor war Rachel Entrekin eine mindestens ebenso beeindruckende Leistung gelungen. Die Extremsportlerin bewältigte den Cocodona-Ultramarathon in Arizona über 400 Kilometer in gut 56 Stunden – und war damit schneller als alle Männer. Zwar war die Strecke kürzer, dafür hatte die 34-Jährige rund 12’000 Höhenmeter zu überwinden, also deutlich mehr als Saatçi.<br><br><strong>Streckenrekord<br></strong>Der Cocodona gilt als einer der härtesten Ultramarathons der Welt. In diesem Jahr nahmen laut Veranstalter fast 400 Athletinnen und Athleten teil. Entrekin stellte mit 56 Stunden und 9 Minuten nicht nur einen neuen Streckenrekord auf, sondern unterbot auch ihre eigene Bestzeit aus dem Vorjahr um gut sieben Stunden. Zudem war sie eine Stunde schneller als der schnellste Mann im Feld. 2024 und 2025 hatte Entrekin die Frauenwertung gewonnen – 2026 dominierte sie das gesamte Rennen.<br><br><strong>Leistungsunterschied zwischen Geschlechtern<br></strong>Ein Grund ist, dass der Leistungsunterschied zwischen den Geschlechtern mit zunehmender Streckenlänge schrumpft. Ab etwa 314 Kilometern sind Frauen im Durchschnitt sogar leicht schneller als Männer, wie eine <a href="https://runrepeat.com/state-of-ultra-running">Analyse</a> des US-Marathonläufers Paul Ronto aus dem Jahr 2024 zeigt. Er hat dafür gemeinsam mit der Mathematikerin Vania Nikolova die Ergebnisse von mehr als 15’000 Ultraläufen weltweit in einem Zeitraum von 23 Jahren analysiert.<br><br><strong>Sportwissenschaft vernachlässigt Frauenkörper</strong><br>Frauen haben also körperliche Vorteile bei längeren Distanzen. Beispielsweise ermüden ihre Muskeln langsamer als die von Männern, weil Frauen Fett und Kohlenhydrate anders speichern und verstoffwechseln als Männer, sagte Sophia Nimphius, Sportwissenschaftlerin an der Edith Cowan University in Perth, letztes Jahr der «Washington Post». Nimphius kritisierte, dass sich die Sport- und Bewegungsforschung zu selten mit weiblichen Körpern befasse. Junge Athletinnen würden immer noch nicht die gleiche wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten wie junge Athleten.</p>



<p><strong>Mentale Vorteile</strong><br>Frauen haben auch mentale Vorteile auf sehr langen Distanzen. Sie schätzen ihr Tempo oft realistischer ein und können besser mit Schlafentzug, Magenproblemen und stundenlanger Monotonie umgehen. Entrekin sagte der BBC, mentale Fähigkeiten seien ebenso wichtig wie körperliche: «Deine Einstellung und deine Fähigkeit, mit Stress umzugehen, sind so wichtig, dass sie mindestens genauso entscheidend sind wie deine körperliche Fitness.»</p>



<p><strong>«Medienversagen»</strong><br>Saatçi sorgte mit seiner Leistung zu Recht für weltweite Schlagzeilen. Hingegen ging die Leistung von Entrekin medial beinahe unter. «Spiegel Online» schrieb von «Medienversagen» und nahm sich selber bei der Nase: Auch der «Spiegel» habe zu lange nicht über Entrekins Leistung berichtet. Man dürfe die beiden Leistungen zwar nicht direkt vergleichen. «Aber es ist interessant zu beobachten, wohin die Aufmerksamkeit fällt.»</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Heldenstatuen mit Babypuppen sollen Augen öffnen</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gesellschaft/geschlechterrollen/heldenstatuen-mit-babypuppen-sollen-augen-oeffnen/</link>
					<pubDate>Wed, 06 May 2026 12:22:04 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17939</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/caringmen-e1778069098230-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/caringmen-e1778069098230-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/caringmen-e1778069098230-768x383.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/05/caringmen-e1778069098230.png 950w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Plötzlich tragen Denkmäler für Männer ein Tragetuch mit Baby. Die Kunstaktion «Caring Men» sorgte im öffentlichen Raum für Aufmerksamkeit.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>In <strong>Deutschland</strong> fand am Equal Pay Day in diesem Frühjahr erstmals die Kunstaktion «Caring Men» statt. Aktivistinnen und Aktivisten befestigten Tragetücher mit lebensgrossen Babypuppen an Statuen männlicher Helden in über 13 Städten. Fotos der Denkmäler verbreiteten sich schnell im Internet. So wurde sichtbar, was oft unsichtbar bleibt: unbezahlte Care-Arbeit und überholte Rollenbilder. Immer mehr Männer wollen heute nicht nur Ernährer, Entscheider oder Beschützer sein, sondern auch Väter, die sich kümmern, die pflegen, zuhören und emotional präsent sind.</p>



<p><strong>Johann Strauss mit Baby</strong><br>In <strong>Österreich</strong> gab es Anfang März in Wien eine ähnliche Aktion. «Man(n) kümmert sich» machte am «Equal Care Day» auf überholte Rollenbilder und die ungleiche Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit aufmerksam. Aktivisten statteten Statuen von Männern wie Anton Bruckner und Johann Strauss mit Babypuppen aus.<br>Erstmals fand die Kunstaktion im vergangenen Jahr landesweit zum Vatertag im Juni statt. In mehreren Städten trugen Männerstatuen plötzlich Babys – ein ungewohntes Bild, das Fürsorge neben Stärke und Macht stellte. Hinter der Kampagne stand ein Netzwerk aus Organisationen, die sich seit Jahren mit Care-Arbeit, Gewaltprävention und Männerarbeit befassen.</p>



<p><strong>«Männer können und müssen Teil der Lösung sein»</strong><br>Die Idee hatten ursprünglich Mitarbeiterinnen einer Rechtsberatungsstelle für Schwangere in <strong>Grossbritannien</strong>. Sie befestigten vor drei Jahren erstmals lebensgrosse Babypuppen an männlichen Statuen an einem Strand nahe Liverpool. Ein Jahr später griff eine Gruppe von Vätern in London die Idee auf, um für längeren und besser bezahlten Vaterschaftsurlaub zu werben. Mit den inszenierten Bildern im öffentlichen Raum zeigten sie ein modernes Verständnis von Männlichkeit – fürsorglich und beziehungsorientiert.<br>Statuen spiegeln gesellschaftliche Werte wider. Häufig ehren sie Männer für traditionell männliche Eigenschaften: dominant, unnahbar, heroisch. Der Psychologe Gary Barker ist Mitgründer der internationalen Kampagne <a href="https://www.mencare.org/">«MenCare»</a>, die sich für ein anderes Männerbild einsetzt. Er sagt: «Männer können und müssen Teil der Lösung sein – nicht durch Macht, sondern durch Fürsorge.»</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Kontroverse um Belästigung am Arbeitsplatz</title>
					<link>https://frauensicht.ch/arbeit/erwerbsarbeit/kontroverse-um-belaestigung-am-arbeitsplatz/</link>
					<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 16:26:30 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17915</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-27-um-11.21.41-e1777282183886-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-27-um-11.21.41-e1777282183886-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-27-um-11.21.41-e1777282183886-1024x512.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-27-um-11.21.41-e1777282183886-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-27-um-11.21.41-e1777282183886.png 1212w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Der ORF-Chef verlor seinen Job wegen übergriffiger Chats und Fotos. Umstritten ist, ob diese rechtlich als Belästigung gelten.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>In <strong>Österreich</strong> wirft eine Mitarbeiterin Roland Weissmann, dem bisherigen Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Senders ORF, vor, sie über Jahre hinweg sexuell belästigt zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe.<br><br><strong>«Die Frau ist äusserst glaubwürdig»<br></strong>Den Fall öffentlich gemacht hat Barbara Tóth von der Wochenzeitung <a href="https://www.falter.at/podcasts/radio/20260423/die-weissmann-chats">«Falter»</a> (Bezahlschranke).Sie hatte Einsicht in die Chat-Kommunikation zwischen Weissmann und der Frau. «Das Material hat mich letztlich sehr überzeugt. Die Frau selbst halte ich für äusserst glaubwürdig», sagte Tóth im ORF.<br>Weissmann schrieb unter anderem: «In meiner Welt haben wir Sex, wenn ich Sex will». Er machte nicht nur wiederholt sexuelle Anspielungen, sondern schickte der Frau auch unaufgefordert Bilder seines Geschlechtsteils und forderte sie auf, ihm intime Fotos zu senden. Sie lehnte dies mehrfach ab.<br><br><strong>«Keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinn»</strong><br>Weissmann weist den Vorwurf der sexuellen Belästigung zurück und spricht von einvernehmlichem Verhalten. Eine vom ORF eingesetzte Compliance-Kommission stellte «unangemessenes Verhalten» fest, jedoch keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinn. Sie begründete dies damit, dass die beiden nicht unmittelbar zusammenarbeiteten, die Frau ihr Verhalten am Arbeitsplatz nicht geändert habe und ihr keine beruflichen Nachteile entstanden seien.<br>Dennoch kam die Kommission zu dem Schluss, dass eine Fortsetzung des Dienstverhältnisses untragbar sei. Der Sender entliess Weissmann fristlos. Dieser kündigte daraufhin rechtliche Schritte gegen den ORF und den «Falter» an.</p>



<p><strong>«Es war sexuelle Belästigung»</strong><br>Nicht alle teilen die Ansicht der Compliance-Kommission, dass keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinn vorliegt. Arbeitsrechtler Roland Gerlach berät als Anwalt den Stiftungsrat des ORF, der den Generaldirektor wählt. Er sieht im Verhalten von Weissmann sexuelle Belästigung im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes. Im ORF erklärte er, es sei «relativ wurscht», ob die Beteiligten direkt zusammengearbeitet hätten.<br>Wenn ein Vorgesetzter, der irgendwo sitzt, eine Frau wiederholt zu sexuellen Handlungen dränge, schaffe dies ein belastendes Arbeitsumfeld. Die Betroffene müsse befürchten, ihm im beruflichen Kontext zu begegnen und erneut bedrängt zu werden. Ein Foto des Geschlechtsteils sei eine «ostentative Beleidigung» der Frau im beruflichen Zusammenhang. «Ich wüsste kaum ein besseres Beispiel für sexuelle Belästigung als das Versenden eines Dickpics.»</p>



<p><strong>Strukturelles Problem</strong><br>Der ORF hat – wie viele Arbeitgeber – ein strukturelles Problem mit Sexismus am Arbeitsplatz. In einer internen Umfrage des zentralen Betriebsrats aus dem Jahr 2019 gab jede dritte Frau im ORF an, Fehlverhalten erlebt zu haben. Ungefähr jede siebte Frau berichtete sogar von körperlichen sexuellen Übergriffen. Laut dem Magazin «Dossier» blieben solche Vorfälle oft ohne Konsequenzen für die Täter. Ein Grund dafür dürfte sein, dass viele Betroffene Übergriffe nicht melden – auch weil sie negative Folgen befürchten.</p>



<p><strong>Opfer von Sexismus entlassen</strong><br>Konkretes Beispiel dafür ist Anuschka Roshani, Redaktorin beim «Magazin» der «Tamedia»-Zeitungen in der <strong>Schweiz</strong>. Sie hatte 2022 im «Spiegel»&nbsp;schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Vorgesetzten Finn Canonica erhoben, darunter Mobbing, Sexismus und Machtmissbrauch. Roshani kritisierte auch, dass ihre wiederholt intern vorgebrachten Beschwerden von den Verantwortlichen nicht ernst genommen wurden. «Tamedia» hatte zuvor sowohl ihr als auch Canonica gekündigt. Roshani klagte gegen ihre Kündigung. Im letzten Sommer entschied das Obergericht Zürich, dass die Kündigung missbräuchlich war. Damit erhielt Roshani Anspruch auf Lohnfortzahlung seit der Kündigung in der Höhe von über 200&#8217;000 Franken und auf weitere Beschäftigung. Seit letztem Herbst ist sie laut dem Impressum wieder Teil der «Magazin»-Redaktion.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>«Häusliche Gewalt»? Sicher nicht.</title>
					<link>https://frauensicht.ch/kultur-kirche/medien1/haeusliche-gewalt-sicher-nicht/</link>
					<pubDate>Fri, 24 Apr 2026 16:05:44 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17905</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/IMG_2217-2-scaled-e1777045661721-300x150.jpeg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/IMG_2217-2-scaled-e1777045661721-300x150.jpeg 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/IMG_2217-2-scaled-e1777045661721-1024x512.jpeg 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/IMG_2217-2-scaled-e1777045661721-768x384.jpeg 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/IMG_2217-2-scaled-e1777045661721-1536x768.jpeg 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/IMG_2217-2-scaled-e1777045661721-2048x1024.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Ein Mann erschiesst sieben Kinder und verletzt zwei Frauen. Eine Redaktion berichtete von «häuslicher Gewalt» und schob den Opfern damit eine Mitschuld zu.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Die Mehrfachmorde eines Mannes aus den USA sorgten kürzlich weltweit für Schlagzeilen. Die Schweizer Tageszeitung «Der Bund» übernahm zunächst einen Bericht der Nachrichtenagentur DPA unter dem Titel: «8 tote Kinder bei häuslicher Gewalt». Es sei zu einer «häuslichen Auseinandersetzung gekommen, bei der ein erwachsener Mann geschossen hat», hiess es im Text. Diese Formulierung schob den Opfern eine Mitschuld zu.</p>



<p><strong>«Mann tötet in den USA acht Kinder»<br></strong>Am folgenden Tag veröffentlichte «Der Bund» einen weiteren Bericht, diesmal von der Nachrichtenagentur SDA. Der entscheidende Unterschied war der Titel: «Mann tötet in den USA acht Kinder». Auch im Text war nicht mehr von häuslicher Gewalt die Rede. Dies kann auch Zufall sein, da mittlerweile mehr Details über die Opfer und den Täter bekannt geworden waren. So soll der Täter der Vater einiger der Kinder gewesen sein. Er wurde auf der Flucht von der Polizei erschossen.</p>



<p><strong>Irreführendes Erzählmuster</strong><br>Gewalt durch Partner und Ex-Partner ist die weltweit die häufigste Form von Gewalt gegen Frauen. Wird ein solcher Fall als «häusliche Gewalt» beschrieben, entsteht der Eindruck eines eskalierenden Konflikts – als hätte ein Verhalten der Frau die Tat ausgelöst. Dieses Narrativ ist irreführend und entschuldigt Gewalt von Männern als eine Reaktion auf das Verhalten einer Frau. Der Angriff eines Mannes wird nicht mit seinem Unvermögen erklärt, auf Zurückweisung, Kränkung oder Verlust gewaltfrei zu reagieren.</p>



<p><strong>Sprache kann Täter entlasten</strong><br>Die Art, wie Medien über Gewalt berichten, prägt, wie wir sie verstehen. Ungenaue Begriffe wie «häusliche Gewalt» können Täter entlasten und bestehende Ungleichheiten verfestigen. Präzise Sprache wie «Mann tötet in den USA acht Kinder» benennt Verantwortung klar – und trägt dazu bei, Gewalt als das zu erkennen, was sie ist.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Antibabypille: Forscherinnen ermitteln das Brustkrebsrisiko</title>
					<link>https://frauensicht.ch/koerper/gesundheit/antibabypille-forscherinnen-ermitteln-das-brustkrebsrisiko/</link>
					<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 13:37:40 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17835</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-17.58.30-e1774886454140-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-17.58.30-e1774886454140-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-17.58.30-e1774886454140-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-17.58.30-e1774886454140.png 984w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Hormonelle Verhütung geht mit seltenen bösartigen Tumoren der Brust einher. Manche Wirkstoffe bergen ein höheres Risiko.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Schweden führt ein landesweites Gesundheitsregister. Forscherinnen haben es nun genutzt, um zu ermitteln, welche hormonellen Verhütungsmittel mit dem grössten Brustkrebsrisiko assoziiert sind. Es sei die bisher grösste Studie dieser Art mit fast 2,1 Millionen Frauen und weiblichen Teenagern zwischen 13 und 49 Jahren, deren Gesundheit im Mittel zehn Jahre nachverfolgt wurde. Hormonelle Verhütung verursacht demnach jährlich etwa 7 bis 19 zusätzliche Brustkrebs-Erkrankungen pro 100’000 Frauen. Diese addieren sich zu den Brustkrebs-Erkrankungen aus anderen Gründen.</p>



<p>Die Wissenschaftlerinnen verglichen in ihrer Studie Frauen, die nie mit Hormonen verhütet hatten, mit solchen, die zeitweise damit verhüteten. Die kombinierten Anti-Baby-Pillen – sie enthalten ein Östrogen- und ein Gestagen-Hormon – schnitten bezüglich des Brustkrebsrisikos insgesamt besser ab (etwa 1 bis 13 von 100’000 Frauen pro Jahr) als sogenannte Minipillen, die ausschliesslich ein Gestagen enthalten (6 bis 18 von 100’000 Frauen jährlich). Zu diesem Unterschied könnte allerdings auch die Einnahmedauer beigetragen haben. Denn die kombinierten Pillen wurden von den Anwenderinnen im Mittel nur 966 Tage lang genommen, die reinen Gestagen-Pillen hingegen 1350 Tage.&nbsp;Dennoch vermuten die Wissenschaftlerinnen, dass in den Kombipillen der negative Effekt des Gestagens durch das Östrogen abgeschwächt werden könnte.</p>



<p><strong>Je nach Wirkstoff kleineres Risiko</strong><br>Zwischen den verschiedenen Gestagenen gab es ebenfalls Unterschiede: Der Wirkstoff Desogestrel geht gemäss dieser Studie vermutlich mit einem etwas höheren Brustkrebsrisiko einher (jährlich schätzungsweise 10 bis 11 zusätzliche Brustkrebserkrankungen pro 100’000 Pillen-Anwenderinnen) als beispielsweise Levonorgestrel (Kombipille: 5 pro 100’000 pro Jahr).&nbsp;</p>



<p>Abschliessend weisen die Autorinnen der in «<a href="https://jamanetwork.com/journals/jamaoncology/fullarticle/2840506" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jama Oncology</a>» veröffentlichten Studie darauf hin, dass das absolute Risiko für Brustkrebs im Zusammenhang mit hormoneller Verhütung klein sei und auch deren Nutzen betrachtet werden sollte. Ihrer Ansicht nach sei es zu früh, um aus dieser Studie konkrete Empfehlungen abzuleiten. Bei vielen Berechnungen waren die statistischen Schwankungsbereiche so gross, dass sich keine eindeutigen Aussagen ableiten lassen.</p>



<p>Für die Anwenderinnen spielt zudem nicht allein das Brustkrebs-Risiko eine Rolle, sondern auch das Risiko für Thrombosen sowie Lungenembolien, Herzinfarkte und Schlaganfälle, das bei den verschiedenen Wirkstoffen ebenfalls unterschiedlich ausfällt (<a href="https://www.infosperber.ch/gesundheit/anti-baby-pille-schmerzmittel-erhoehtes-lungenembolie-risiko/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Infosperber</a>&nbsp;berichtete). Das Gestagen Drospirenon beispielsweise birgt gemäss dieser Studie zwar vermutlich ein kleines Brustkrebsrisiko (Kombipillen: etwa 2 Erkrankungen pro 100’000 Frauen pro Jahr). Bezüglich der Venenthrombosen zählt Drospirenon aber zu den Wirkstoffen mit vergleichsweise höherem Risiko (<a href="https://www.gesundheitsinformation.de/pille-co-hormonelle-verhuetung.html#Wie-hoch-ist-das-Thromboserisiko" target="_blank" rel="noreferrer noopener">90 bis 120 pro 100’000 Frauen und Anwendungsjahr</a>).</p>



<div class="wp-block-infosperber-box">
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr zum Thema Verhütung im Medikamenten-Ratgeber «Gute Pillen – schlechte Pillen»</strong></h2>



<figure class="wp-block-image is-resized"><img decoding="async" src="https://www.infosperber.ch/wp-content/uploads/2025/09/Buch-Cover-Pillen-x-700x1024.png" alt="Buch Cover Pillen x" class="wp-image-651061" style="width:110px"/><figcaption class="wp-element-caption">© Konsumenteninfo AG&nbsp;</figcaption></figure>



<p class="has-text-align-left">Dr. med. Martina Frei<br>«<a href="https://www.gesundheitstipp.ch/shop/buchdetail/buchdetail/gute-pillen-schlechte-pillen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gute Pillen – schlechte Pillen</a>», Konsumenteninfo AG Zürich, 2025, 260 Seiten.&nbsp;<br>Ganzes Buch&nbsp;<a href="https://www.ktipp.ch/shop/buchdetail/buchdetail/gute-pillen-schlechte-pillen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">34 Franken</a>.<br>Nur einzelne Artikel separat als PDF je&nbsp;<a href="https://www.ktipp.ch/shop/buchdetail/buchdetail/gute-pillen-schlechte-pillen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">7 Franken</a>&nbsp;(nach unten scrollen).</p>
</div>



<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href="https://www.infosperber.ch/gesellschaft/sport/maenner-wollen-im-schiessen-von-frauen-nicht-blamiert-werden/"><em><a href="https://www.infosperber.ch/gesundheit/antibabypille-forscherinnen-ermitteln-das-brustkrebsrisiko/">infosperber.ch</a></em></a></em>.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>«Auffällig, dass nur die Frauen gehen müssen»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/regierungen/auffaellig-dass-nur-die-frauen-gehen-muessen/</link>
					<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 09:31:14 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17875</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-07-um-16.21.11-e1775572975213-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-07-um-16.21.11-e1775572975213-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-07-um-16.21.11-e1775572975213.png 767w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>In der US-Regierung war der Frauenanteil von Beginn an niedrig. Nun hat Präsident Donald Trump Ministerinnen durch Männer ersetzt.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Nach den Entlassungen von Pam Bondi und Kristi Noem sind nur noch 3 von insgesamt 18 Mitgliedern der US-Regierung Frauen. Beide sind bisher die einzigen Regierungsmitglieder, die in Trumps zweiter Amtszeit ihren Posten verloren haben. Unter den acht weiteren Regierungsmitgliedern ohne eigenes Ministerium sind auch nur drei Frauen. Nun gilt der Posten von Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard als gefährdet.</p>



<p><strong>Männer bleiben trotz Skandalen im Amt<br></strong>Die demokratische Kongressabgeordnete Jasmine Crockett schrieb&nbsp;auf X: «Trump opfert inkompetente Frauen deutlich schneller als inkompetente Männer.» Ihre Parteikollegin Yassamin Ansari forderte, auch FBI-Direktor Kash Patel und Kriegsminister Pete Hegseth müssten entlassen werden. «Ist es nicht auffällig, dass bisher nur Frauen gefeuert wurden? Kash Patel und Pete Hegseth haben beide eine lange Liste von Skandalen und sollten ebenfalls gefeuert werden.» Hegseth hatte über die Chat-App Signal vertrauliche Informationen auf privaten Geräten weitergegeben und damit laut Pentagon das Leben von US-Soldaten gefährdet. Patel hatte bei den Ermittlungen zum Attentat auf Charlie Kirk voreilig verkündet, der Täter sei gefasst.<br><br><strong>«Donald Trump ist ein Frauenfeind»<br></strong>Auch ein Republikaner kritisierte die Entlassung der Ministerinnen. Bill Kristol machte in den Regierungen von Ronald Reagan und George Bush senior Karriere als Beamter. Heute ist er konservativer Kommentator und Kritiker von Donald Trump: «Pam Bondi war schlimm, aber nicht schlimmer als Patel. Noem war schlimm, aber nicht schlimmer als Hegseth. Auffällig, dass nur die Frauen gehen müssen.»<br>Tara Setmayer, Mitbegründerin des Seneca-Projekts zur Förderung von Politikerinnen, sagte im «Guardian», es sei kaum überraschend, dass Donald Trump Frauen anders behandle als Männer. Für ihn seien Frauen austauschbare Objekte, die er fallen lässt, sobald sie ihm nicht mehr dienlich sind – genau wie die Frauen in seinem Kabinett. Autoritäre Führer sähen unabhängige, einflussreiche Frauen oft als Bedrohung. «Donald Trump ist ein Frauenfeind und seine Regierung zeigt das offen.»<br><br><strong>Die Nächste<br></strong>Laut dem «Guardian»&nbsp;könnte Tulsi Gabbard, Direktorin des Nationalen Geheimdienstes, als Nächste entlassen werden. Trump habe Kabinettsmitgliedern bereits signalisiert, dass er sie ersetzen möchte, angeblich wegen kritischer Äusserungen zum Irankrieg im Kongress. US-Frauenrechtsaktivistin Olivia Julianna schrieb auf X: «Trump hat Kristi Noem gefeuert. Trump hat Pam Bondi gefeuert. Trump wird Tulsi Gabbard als Nächste feuern. Viele Männer in seiner Regierung haben versagt und trotzdem einen Freipass bekommen. Maga-Frauen sollten sich das merken – für ihn seid ihr jederzeit ersetzbar.»</p>



<p><em>Nachtrag:</em> <em>Ende</em> <em>April</em> <em>hat</em> <em>US-Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer</em> <em>die Regierung von Donald Trump verlassen. Kommissarischer Nachfolger ist mit ihrem bisherigen Stellvertreter Keith Sonderling ein Mann.</em></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Aus frauenverachtender Satire wurde Ernst</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/aus-frauenverachtender-satire-wurde-ernst/</link>
					<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 15:51:03 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17851</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="158" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-300x158.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-300x158.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-1024x541.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-768x405.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-1536x811.png 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45-390x205.png 390w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-30-um-18.19.45.png 1966w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Grenzüberschreitender Humor ist ein Privileg von Männern. Bei Christian Ulmen zeigt sich nun, dass er es damit auch ernst meinte.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Der Schauspieler und Entertainer Ulmen fiel wiederholt mit frauenverachtenden Inhalten auf. Trotzdem bremste ihn niemand. Er profitierte von der verbreiteten Annahme, Kunst und Künstler liessen sich trennen. Doch nun wirft ihm seine Ex-Frau Collien Fernandes öffentlich vor, ihre Identität gestohlen und über Jahre gefälschte Pornobilder und -videos von ihr im Internet verbreitet zu haben. In Spanien und in Deutschland laufen mittlerweile strafrechtliche Ermittlungen. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.</p>



<p><strong>Frauenverachtende Kunstfiguren<br></strong>Ulmen provozierte mit Tabubrüchen und Grenzüberschreitungen – oft in der Rolle einer männlichen Kunstfigur, oft auf Kosten von Frauen. Ein Beispiel ist die Reality-Spielshow «Who wants to fuck my girlfriend?», in der er als Uwe Wöllner auftrat. Darin mussten die Partnerinnen männlicher Kandidaten unter anderem in Cafés oder im Bordell fremde Männer anflirten. Je erfolgreicher sie waren, desto mehr Punkte erhielt ihr Partner. Der Gewinner bekam am Ende einen Kranz mit der Aufschrift: «Everybody wants to fuck my Girlfriend».<br><br><strong>«Kritikerinnen verstehen Satire nicht»</strong><br>Trotz heftiger Kritik im Vorfeld, strahlte der Privatsender Tele 5 die Show im Jahr 2013 aus. Der damalige «Spiegel»-Journalist Matthias Matussek warf Kritikerinnen in der Talkshow «Markus Lanz» vor, sie hätten den satirischen Ansatz nicht begriffen. Ulmen nehme die Männer aufs Korn, die auf die Anmache hereinfallen. Diese Behauptung, Satire nicht zu verstehen, dient bis heute dazu, Kritik an frauenverachtendem Humor abzuwerten.</p>



<p><strong>«Kunst ist guter Indikator für den Mann dahinter»</strong><br>Die Programmzeitschrift TV Spielfilm» lobte damals Ulmens, «geniale Formate jenseits von Schmerz- und Geschmacksgrenzen». Solche Formen des Humors stammen ursprünglich aus den USA und Grossbritannien, sagte die Kultur-Journalistin und Autorin Rebekka Endler gegenüber dem Onlineportal «20min.ch». Um die Jahrtausendwende seien dort Formate entstanden, die gezielt gesellschaftliche Tabus brachen ­– oft durch Ekel, Scham und vermeintlich verbotene Witze. Dabei beriefen sich Satiriker auf die Trennung von Künstler und Werk, ein Prinzip, das bis heute als Ausrede für frauenverachtende Inhalte dient. Endler: «Künstler hauen hochproblematische, misogyne Inhalte ohne Angst vor Konsequenzen raus, weil das ja alles von der Kunstfreiheit gedeckt sei und Rückschlüsse auf den Mann dahinter vermeintlich nicht zulässig seien. Doch wie so oft stellen wir fest, dass die ‹Kunst› dann doch ein sehr guter Indikator für den Mann dahinter ist.»</p>



<p><strong>«Privileg von Männern»</strong><br>Christian Ulmen ist kein Einzelfall. Auch Entertainer wie Oliver Pocher, Stefan Raab, Jan Böhmermann, Dieter Bohlen und andere fallen bis heute mit frauenverachtenden Sprüchen auf – ohne ernsthafte Konsequenzen. Endler sagt, die «Seilschaften unter Medien-Männern» protegierten jene, die Grenzen überschreiten. Diese Form des Humors sei ein Privileg von Männern. «Sie werden geschützt, da der Wert ihres künstlerischen Outputs höher angesiedelt wird als der durch sie und ihr Verhalten verursachte Schaden.» Diese Dynamik, so Endler, wurzle in den patriarchalen Strukturen der Gesellschaft.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Partei-Austritt nach Kopftuch-Entscheid</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/migration1/partei-austritt-nach-kopftuch-entscheid/</link>
					<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 14:30:10 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17829</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-11.50.37-e1774279759152-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-11.50.37-e1774279759152-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-11.50.37-e1774279759152-1024x512.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-11.50.37-e1774279759152-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-11.50.37-e1774279759152.png 1090w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Die SP Schweiz hat am Parteitag beschlossen, dass Lehrerinnen ein Kopftuch tragen dürfen sollen. Nicht alle sind damit einverstanden.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Im Positionspapier der SP Schweiz von 2010 hiess es noch: «Die von vielen Musliminnen und Muslimen befürwortete Pflicht der Frau, ein Kopftuch zu tragen, ist aus Sicht der SP frauenfeindlich und entspricht nicht (mehr) unseren Wertvorstellungen.» Nun die Kehrtwende: In einer <a href="https://www.sp-ps.ch/wp-content/uploads/2026/03/Fuer-echte-Selbstbestimmung_gegen-antimuslimischen-Rassismus_Eine-Resolution-fuer-Gleichstellung_Religionsfreiheit-und-Antidiskriminierung-2026.pdf">Resolution</a>, die kürzlich am Parteitag eine Mehrheit fand, wird das Kopftuchverbot für Lehrerinnen abgelehnt. Es verstosse gegen Gleichstellung und Religionsfreiheit und sei rassistisch.<br>Damit reagiert die SP auf politische Vorstösse von Rechten, die Kopftuchverbote an Schulen fordern. Das Kopftuch sei unchristlich, fremd und diskriminiere Frauen heisst es von rechter Seite.</p>



<p><strong>«Symbol für niedrige Stellung der Frau»</strong><br>Nicht alle in der Partei tragen den neuen Kurs mit. Der St. Galler Kantonsrat Bernhard Hauser geriet letzten Sommer wegen des Kopftuchs an Schulen in Konflikt mit der Kantonalpartei. Am Parteitag der SP Schweiz nahm er nicht teil. Gegenüber «Nau.ch» erklärte er, das Kopftuch stehe für die Unterordnung der Frau: «Es signalisiert eine tiefere Stellung der Frau in der Gesellschaft. Aber auch, dass die Frau sich zu bedecken hat, um Männer nicht zu erregen.» Dies passe nicht in eine offene und demokratische Gesellschaft. Das Kopftuch als ein Zeichen der Emanzipation zu deuten, sei antiwestliche Propaganda. «Da ist doch zu fragen, warum sich eine Muslimin ausgerechnet das Kopftuch dafür aussucht: Dieses Symbol für die niedrigere Stellung der Frau.»</p>



<p><strong>Parteiaustritt nach Parteitag</strong><br>Die St. Galler Jusos warfen Hauser vor, rechte Positionen zu vertreten und forderten seinen Rücktritt. Nachdem der Parteitag die Resolution zum Kopftuch von Lehrerinnen verabschiedet hatte, zog Hauser die Konsequenzen: Er trat aus der SP aus und wechselte zur Grünliberalen Partei (GLP). Die zunehmende Intoleranz innerhalb der SP gegenüber sozialliberalen Positionen habe ihn von der Partei entfremdet, sagte er dem «St. Galler Tagblatt»: «Gemäss neuer Parteiräson gilt meine Position sogar als rassistisch. Diese Intoleranz gegenüber einer laizistisch-säkularen Politik halte ich für total verfehlt und nicht im Sinne vieler SP-Wählerinnen und -Wähler.»<br><br><strong>«Frauen tragen das Patriarchat auf dem Kopf»</strong><br>Säkulare Musliminnen teilen die Ansicht von Hauser. Das Kopftuch sei Symbol eines konservativen Gesellschaftsmodells, was insbesondere linke Kreise im Westen oft nicht wahrhaben wollen. Seyran Ateş, renommierte deutsch-türkische Anwältin und Frauenrechtsaktivistin, erklärt, dass das Kopftuch für ein Gesellschaftsmodell steht, das auf der Geschlechtertrennung und der Unterordnung der Frauen basiert: «Frauen tragen das Patriarchat auf dem Kopf.» Ähnlich äusserte sich die deutsch-türkische Soziologin und Publizistin Necla Kelek im «Deutschlandfunk». Das Kopftuch sei weltweit nie irgendwo ein Zeichen weiblicher Emanzipation gewesen, sondern immer Ausdruck konservativ-traditioneller Gesellschaftsmodelle, die Frauen diskriminieren.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Wiederbelebung: Frauen haben schlechtere Karten</title>
					<link>https://frauensicht.ch/koerper/gesundheit/wiederbelebung-frauen-haben-schlechtere-karten/</link>
					<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 17:12:55 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17819</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104-1024x511.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104-768x383.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104-1536x766.png 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-17.53.58-e1774026076104.png 1684w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Herzdruckmassagen werden meist an männlichen Puppen trainiert. Das kann für Frauen fatale Folgen haben.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kann eine Herzdruckmassage über Leben und Tod entscheiden. Doch in Erste-Hilfe-Kursen wird diese meist an männlichen Trainingspuppen geübt. Zum Nachteil von Frauen, wie eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck zeigt.</p>



<p><strong>Besseres Ergebnis bei männlicher Puppe</strong><br>Für die Untersuchung führten 164 Probandinnen und Probanden eine Herz-Lungen-Wiederbelebung jeweils an einer männlichen Puppe sowie an einer weiblichen Puppe mit Silikonbrüsten und BH durch. Das Ergebnis: Die Qualität der Herzdruckmassage lag bei der männlichen Puppe im Durchschnitt bei 80 von 100 möglichen Punkten, bei der weiblichen Puppe hingegen nur bei 70 Punkten.<br><br><strong>Differenz auch bei Fachleuten</strong><br>Selbst erfahrene Rettungskräfte erzielten bei der Wiederbelebung der weiblichen Puppe schlechtere Resultate, wenn auch auf höherem Niveau. Sie erreichten im Durchschnitt 87 Punkte bei der männlichen und 75 Punkte bei der weiblichen Puppe.<br>Studienleiterin Sabine Ludwig, Direktorin des Instituts für Diversität in der Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck, erklärt: «Mit der korrekten Handposition hatten die Teilnehmenden bei der weiblichen Puppe zum Beispiel grössere Probleme. Auch die Kompressionsqualität und die Drucktiefe waren im Vergleich zur männlichen Puppe mangelhaft.»</p>



<p><strong>Unsicherheit im Umgang mit weiblichem Körper<br></strong>Medizinisch gibt es zwischen Frauen und Männern keine Unterschiede bei der Wiederbelebung: Man muss in der Mitte des nackten Brustkorbs fest und schnell drücken. Dennoch zögerten Testpersonen im Umgang mit der Frauenpuppe. Insbesondere wussten sie nicht, wie sie mit dem BH umgehen sollen. So begannen einige zu reanimieren, ohne ihn zu entfernen oder aufzuschneiden, was die Wirksamkeit der Herzdruckmassage beeinträchtigt.<br><br><strong>Überlebenschancen von Frauen erhöhen<br></strong>Die Studie bestätige frühere Studien, sagt Studienleiterin Ludwig. Sie kritisiert, dass in Erste-Hilfe-Kursen und in der Ausbildung von medizinischem Personal Geschlechterunterschiede bisher zu wenig beachtet werden. Es genüge nicht, nur mit männlichen Puppen zu üben. Um die Überlebenschancen von Frauen zu erhöhen, brauche es auch Trainings mit weiblichen Puppen.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Diese Männer sagten Nein zu Epstein</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/diese-maenner-sagten-nein-zu-epstein/</link>
					<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 14:43:36 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17809</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605-1024x512.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605-1536x768.png 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-11-um-18.22.35-e1773249939605.png 1600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Prominente behaupten, von Epsteins Straftaten nichts gewusst zu haben. Doch Gegenbeispiele zeigen, dass dies billige Ausreden sind.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Jeffrey Epstein wurde 2008 wegen der Vermittlung minderjähriger Prostituierter zu 18 Monaten Haft verurteilt. Seither war er ein <a href="https://frauensicht.ch/gewalt/epstein-opfer-warten-seit-dreissig-jahren-auf-gerechtigkeit/">registrierter Sexualstraftäter</a>. Trotzdem behaupteten Prominente und Mächtige nach der Veröffentlichung der Epstein-Akten, sie hätten davon nichts gewusst. Dabei hätte jeder mit einer simplen Google-Suche herausfinden können, dass Epstein ein verurteilter Sexualstraftäter war.</p>



<p><strong>Forschungsgelder vom Sexualstraftäter</strong><br>Zu den angeblich Ahnungslosen gehören auch Wissenschaftler, die Kontakt zu Epstein pflegten und in einigen Fällen auch Geld für ihre Forschungsprojekte vom Sexualstraftäter annahmen. Das war insbesondere für Forscher in den USA interessant, da deren Arbeit stark von Mäzenen abhängig ist. Wie leicht Epstein Intellektuelle für sich gewinnen konnte, zeigen Aussagen von Forschern, die ein Finanzierungsangebot von Epstein ablehnten. Die Fachzeitschrift «Science» hat einige Beispiele kürzlich auf ihrer Webseite <a href="https://www.science.org/content/article/why-three-scientists-said-no-epstein?utm_term=69ac3d71b546144fb892d046cf1d56f5&amp;utm_campaign=TheWeekInPatriarchy&amp;utm_source=esp&amp;utm_medium=Email&amp;CMP=weekinpatriarchy_email">veröffentlicht</a>.</p>



<p><strong>«Bleib weg von ihm»</strong><br>David Agus, Krebsforscher an der University of Southern California, kam 2012 mit Epstein in Kontakt. Durch eine Google-Suche stiess er auf die Verurteilung von 2008. Doch das schien den Krebsforscher nicht ausreichend abzuschrecken. Er erkundigte sich deshalb bei Berufskollegen. «Sie sagten alle dasselbe: &#8218;Bleib weg von ihm. Er ist ein schlechter Charakter.’» Agus sagte Epstein nicht, warum er sich nicht mit ihm treffen wollte. «Ich wollte eine mächtige Person nicht verärgern», erklärte er gegenüber Science.org: «Es war nicht meine Aufgabe, ihn zu verurteilen, und ich bin kein konfrontativer Mensch.»</p>



<p><strong>Rat der Mutter<br></strong>Scott Aaronson war im Jahr 2010 Informatiker an der Universität von Texas und zunächst fasziniert, dass ein reicher Mann seine Forschung finanzieren wollte. Der damals 29-jährige Assistenzprofessor fragte seine Mutter, ob er das Angebot von Epstein annehmen soll. Sie recherchierte und riet ihm ab. «Pass auf, dass du nicht von einer Schleimmaschine eingesaugt wirst», warnte sie. Aaronson meint heute, dass die Annahme des Geldes ihn nicht zum Komplizen von Epstein gemacht hätte. «Aber, es wäre mir sehr peinlich gewesen.» Aaronson ist nicht überrascht, dass einige Kollegen der finanziellen Verlockung erlagen. Der finanzielle Bedarf in der Forschung sei gross und damit auch der Anreiz, das Geld eines Mäzens anzunehmen, ohne allzu genau hinzuschauen. «Früher hatte ich Fördermittel des Bundes, jetzt nicht mehr», sagte er gegenüber Science.org. «Ehrlich gesagt, ich würde mich über einen Mäzen freuen, aber über einen mit besserer Moral als Jeffrey Epstein.»</p>



<p><strong>«Ich hätte mehr über Epstein herausfinden können»</strong><br>Sean Carroll war Physikprofessor am California Institute of Technology, als Epstein ihn und seine Frau im Jahr 2010 zu einer Konferenz auf seine private Karibikinsel einlud. «Es wurde als Workshop von Wissenschaftlern aus verschiedenen Bereichen angepriesen, etwas, das ich normalerweise attraktiv finde, und nach Spass klang.» Doch seine Frau, die Wissenschaftsjournalistin Jennifer Ouellette, sollte mit anderen Frauen einkaufen gehen, anstatt am Workshop teilzunehmen. Deshalb nahm das Ehepaar die Einladung nicht an. Rückblickend sagt Carroll, die Absage wäre ihm noch leichter gefallen, wenn er damals gewusst hätte, dass Epstein ein verurteilter Sexualstraftäter war. «Aber 2010 war er keine bekannte Person. Wenn ich mich wirklich bemüht hätte, hätte ich sicher mehr herausfinden können. Aber dies zu tun, kam mir nie in den Sinn.»</p>



<p><strong>Google-Suche</strong><br>Ben Moore, Professor für Astrophysik an der Universität Zürich, plante im Jahr 2011 ein Festival mit einigen der klügsten Köpfe der Welt. Ein Kollege wandte sich an Jeffrey Epstein, um das Projekt zu finanzieren. «Jeffrey Epstein wollte mir 10 Millionen Dollar geben», sagte Moore kürzlich der «NZZ am Sonntag». Doch eine einfache Google-Suche brachte ihn auf Epsteins Verurteilung aus dem Jahr 2008. «Da war mir sofort klar, dass ich mit einem solchen Mann nicht zusammenarbeiten konnte.»</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Der Fokus auf Frauen steigert die Geburtenrate nicht</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/kinder/der-fokus-auf-frauen-steigert-die-geburtenrate-nicht/</link>
					<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 17:20:52 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17729</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.52.23-e1770050419258-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.52.23-e1770050419258-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.52.23-e1770050419258.png 514w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>China hat kürzlich Verhütungsmittel verteuert, um die Geburtenrate zu steigern. Keine effiziente Massnahme, sagt eine Expertin.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Für die weltweit sinkenden Geburtenraten machen Regierungen meist Frauen verantwortlich. Ihre Massnahmen betreffen deshalb Frauen. Mit Geld und Appellen sollen sie zum Gebären gebracht werden. Autokratien wie China, die USA, Russland und die Türkei schränken mehr oder weniger offen die Selbstbestimmungsrechte von Frauen über ihren Körper ein, um die Geburtenrate zu erhöhen. Sie verbieten beispielsweise den Sexualkundeunterricht und erschweren den Zugang zu Verhütungsmitteln und Abtreibungen. Anstatt Geschlechtergerechtigkeit zu fördern, propagieren sie das alte Frauenbild als Mutter und Hausfrau.</p>



<p><strong>Finanzielle Anreize sind ein Flop</strong><br>In Demokratien sollen Appelle und finanzielle Anreize Frauen zum Gebären motivieren. Doch diese fallen nicht auf fruchtbaren Boden, wie das Beispiel Südkorea zeigt. Das Land mit der weltweit niedrigsten Geburtenrate hat in den letzten 15 Jahren über 120 Milliarden Franken ausgegeben, um diese zu erhöhen. Unter anderem zahlt der Staat Geburtsprämien und monatliche Zahlungen bis das Kind acht Jahre alt ist. Allerdings ohne signifikanten Erfolg, wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtete. In Südkorea sind die Geschlechternormen so starr und die Arbeitsteilung so ungleich, dass Frauen begonnen haben, Ehe und Familiengründung grundsätzlich abzulehnen.</p>



<p><strong>Fokus auf die Männer richten</strong><br>Das Beispiel Südkorea zeigt: Wer die Zahl der Kinder pro Frau steigern will, sollte den Fokus auf die Männer richten. Dies ist auch die Schlussfolgerung der <a href="https://www.nber.org/system/files/working_papers/w34268/w34268.pdf?mj_campaign=nl_ref&amp;mj_content=zeitde_text_link_x&amp;mj_medium=nl&amp;mj_source=int_zonaudev_Fratzschers%20Verteilungsfragen">neuesten Arbeit</a> von Claudia Goldin, US-Ökonomin und Nobelpreisträgerin. Demnach ist das mangelnde Engagement der Männer der Hauptgrund für den Geburtenrückgang. Frauen sind heute besser ausgebildet als Männer, beruflich ambitioniert und ökonomisch so unabhängig wie nie zuvor. Doch gesellschaftliche Strukturen, Arbeitsmärkte und Rollenerwartungen hinken dieser Realität hinterher. Da Männer von diesen Strukturen profitieren, ändern sie ihr Verhalten nur sehr langsam.</p>



<p><strong>Diskrepanz zwischen Lebensentwürfen</strong><br>Beruflich ambitionierte Frauen, deren Partner sich nicht für eine Familie engagieren wollen, zögern deshalb die Familiengründung hinaus oder bekommen gar keine Kinder. Laut Goldin ist diese Diskrepanz zwischen den Lebensentwürfen von Frauen und Männern der Grund für den Rückgang der Geburtenraten («Grand Gender Convergence Gap»). Frauen entscheiden sich also nicht gegen Kinder, sondern gegen Strukturen, die ihre Lebensentwürfe nicht berücksichtigen. Die sinkenden Geburtenraten sind demnach kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Trump inszenierte sich als Frauenpolitiker</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/trump-inszenierte-sich-als-frauenpolitiker/</link>
					<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 11:01:40 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17795</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-03-um-19.22.59-e1772621196553-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-03-um-19.22.59-e1772621196553-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-03-um-19.22.59-e1772621196553-768x383.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-03-um-19.22.59-e1772621196553.png 846w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>In seiner Rede zur Lage der Nation stellte sich der US-Präsident als Politiker für die Anliegen von Frauen dar. Doch Abtreibung und Epstein waren keine Themen.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>US-Präsident Donald Trump macht gewöhnlich keinen Hehl aus seiner Geringschätzung von Frauen. Zuletzt mokierte er sich über die US-Eishockeyspielerinnen, die wie die US-Männer Gold bei den Olympischen Spielen gewonnen hatten. Er müsse die Frauen auch zu seiner Rede zur Lage der Nation ins Parlament einladen, sonst drohe ihm ein Amtsenthebungsverfahren, feixte er in einem Telefonat mit dem Männer-Team.</p>



<p><strong>Republikaner brauchen Frauenstimmen<br></strong>Das frauenfeindliche Verhalten Trumps und anderer Republikaner könnte im Herbst zum Problem werden. Bei den Zwischenwahlen benötigt die Partei auch die Stimmen von Frauen. In seiner Rede inszenierte sich der US-Präsident deshalb kürzlich als Politiker, der die Anliegen von Frauen und insbesondere Müttern vertritt. Er sagte beispielsweise, dass Frauen von billigeren Medikamenten bei Zeugungen im Reagenzglas profitieren würden. Er ermögliche es Müttern, mit speziellen Anlagekonten ein Vermögen für ihre Kinder aufzubauen und mit Steuergutschriften für Kinder Geld zu sparen. Der US-Präsident verschwieg, dass davon nur wenige Mütter profitieren.<br><br><strong>Trump verärgerte Stammwählerschaft<br></strong>Themen wie die Epstein-Akten und den Schwangerschaftsabbruch mied Trump. Dies könnte die Republikaner Stimmen bei ihrer Stammwählerschaft kosten, schreibt die Plattform «The 19th». Viele Parteimitglieder fordern seit Langem die Veröffentlichung aller Epstein-Akten ohne Schwärzungen. Zu seiner Stammwählerschaft gehören auch radikale Abtreibungsgegner, die gegen Zeugungen im Reagenzglas sind. Sie lehnen deshalb die Rabatte für die Medikamente bei solchen In-Vitro-Fertilisationen ab, die Trump in seiner Rede als Erfolg präsentierte.<br><br><strong>Kein Wort zur Abtreibungspille<br></strong>Unzufrieden sind die Abtreibungsgegner auch, weil Trump den Zugang zur Abtreibungspille Mifepriston nicht erschwert (Handelsname: Mifegyne). Sie fordern seit langem, dass Mifepriston nicht mehr per Post verschickt werden darf. Die Abtreibungsgegner machen die leichte Verfügbarkeit der Pille dafür verantwortlich, dass die Zahl der Abtreibungen in den USA nicht gesunken ist, obwohl das Höchstgericht vor vier Jahren das landesweit geltende Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch aufgehoben hatte.<br>Die telemedizinische Abgabe der Abtreibungspille hat die zuständige Bundesbehörde FDA vor drei Jahren erlaubt. Sie hat letztes Jahr zwar zugesagt, diese Zulassung zu überprüfen – allerdings ohne Angabe eines Zeitrahmens. Die Republikaner wissen, dass eine Mehrheit der US-Amerikanerinnen und -Amerikaner für ein Recht auf Abtreibung ist. Ein Verbot der telemedizinischen Abgabe der Abtreibungspille könnte ihnen bei den Zwischenwahlen viele Stimmen parteipolitisch ungebundener Wählerinnen und Wähler kosten. In seiner Rede zur Lage der Nation sagte Trump kein Wort zur Abtreibungspille.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>«Minderjährige Frauen» gibt es nicht</title>
					<link>https://frauensicht.ch/kultur-kirche/sprache/minderjaehrige-frauen-gibt-es-nicht/</link>
					<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 17:33:23 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17779</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-23-um-10.50.33-e1771841388545-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-23-um-10.50.33-e1771841388545-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-23-um-10.50.33-e1771841388545.png 659w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Viele Medien tun sich schwer damit, Gewalt gegen Mädchen und Frauen sprachlich zu benennen und die Opfer ernst zu nehmen.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Bei den Partys des Investmentbankers Jeffrey Epstein vergewaltigten Männer Frauen und Mädchen. Doch statt von Kindern und Vergewaltigung ist in vielen Berichten über die Epstein-Akten nun von «minderjährigen Frauen» oder von «Frauen» die Rede, mit denen Prominente «Sex» hatten.</p>



<p><strong>Kinder</strong> <strong>sprachlich unsichtbar</strong><br>Der Begriff «minderjährige Frauen» ist sprachlich ein Oxymoron, also ein Widerspruch in sich. Entweder sind die Epstein-Opfer minderjährig und damit Kinder oder volljährig und damit Frauen. Die Journalistin Melina Borčak kritisierte auf Instagram namentlich Peter Burghardt, US-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung». Er bezeichnete Epstein-Opfer als «meist junge bis minderjährige Frauen». Von Kindern ist nicht die Rede. Borčak kommentierte: «Würde man es nicht besser wissen, würde man die Kinderschändung gar nicht erkennen.»</p>



<p><strong>«Minderjährige Männer» gibt es nicht</strong><br>Wie unpassend der Begriff «minderjährige Frauen» ist, zeigt der Vergleich mit dem Pendant «minderjährige Männer». Niemand spricht bei Missbrauchsfällen im kirchlichen Umfeld von «minderjährigen Männern». Es ist von Jungen, Knaben oder Minderjährigen die Rede – also von Kindern.</p>



<p><strong>Alltägliche Geringschätzung</strong><br>Wenn Mädchen Opfer werden, macht man sie sprachlich zu «Frauen» und verharmlost damit Gewalt gegen Kinder. Und wenn man erwachsene Frauen klein halten will, nennt man sie «Mädchen». Beides entspringt der alltäglichen Geringschätzung von Frauen und Mädchen und fällt gerade deshalb kaum auf. Userin «Joy» kommentierte auf Instagram: «Um uns Frauen nicht ernst zu nehmen, nennt Mann uns gerne Mädchen bis ins hohe Alter. Aber wenn Mädchen vergewaltigt werden, sind wir plötzlich minderjährige Frauen.»</p>



<p><strong>Mutige Frau anonymisiert<br></strong>In ihrem Post machte Borčak auf eine weitere sprachliche Methode aufmerksam, mit der Opfer herabgewürdigt werden. In seinem Artikel verschwieg US-Korrespondent Burghardt den Namen einer mutigen Frau. Er schrieb, dass US-Präsident Donald Trump «in einem anderen Fall 2023 wegen sexuellen Missbrauchs einer Frau schuldig gesprochen wurde». Die Frau heisst E. Jean Carroll. Sie ging in die Öffentlichkeit und zeigte Trump an. Doch Burghardt nannte ihren Namen nicht und würdigte damit ihren Mut nicht, Trump anzuzeigen. Es ist schwer vorstellbar, dass Burghardt einen erfolgreichen männlichen Kläger anonymisiert hätte.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Epstein-Opfer warten seit dreissig Jahren auf Gerechtigkeit</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/epstein-opfer-warten-seit-dreissig-jahren-auf-gerechtigkeit/</link>
					<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 18:04:35 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17757</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-300x150.jpeg" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-300x150.jpeg 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-1024x512.jpeg 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-768x384.jpeg 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-1536x768.jpeg 1536w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/IMG_2155-scaled-e1771607975135-2048x1024.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Prominente und Mächtige vergewaltigten Frauen und Mädchen. Doch seit den ersten Anzeigen wurden nur zwei Täter verurteilt. Das liegt auch an den Strafverfolgungsbehörden.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Die ersten Anzeigen wegen Vergewaltigung gegen Jeffrey Epstein erstatteten Frauen vor über dreissig Jahren. Doch die Behörden leiteten keine Ermittlungen ein. Auch weitere Anzeigen blieben folgenlos. Erst als 2005 die Eltern eines Mädchens in den USA Anzeige gegen Epstein wegen sexueller Gewalt erstatteten, wurden die Behörden tätig. Sie ermittelten weitere mutmassliche Opfer.</p>



<p><strong>Geheime Vereinbarung mit Staatsanwalt</strong><br>Epstein drohte eine lebenslange Haftstrafe wegen zahlreicher Sexualstraftaten. Doch er handelte mit der Staatsanwaltschaft eine geheime Vereinbarung aus. Der Investmentbanker bekannte sich schuldig, minderjährige Prostituierte an Klienten vermittelt zu haben. Im Gegenzug liess die Staatsanwaltschaft die anderen Anklagen und weitere Ermittlungen fallen, ohne die Opfer zu informieren.</p>



<p><strong>Affront für die Opfer</strong><br>Dank der Vereinbarung konnte Epstein behaupten, die Mädchen seien keine Opfer, sondern Prostituierte gewesen. Das war ein Affront für die Opfer. Staatsanwalt Alexander Acosta, der die Vereinbarung damals unterzeichnete, wurde in der ersten Regierung von Donald Trump Arbeitsminister. Er verteidigte die Vereinbarung mit Epstein so lange, bis der öffentliche Druck zu gross wurde und er 2019 als Arbeitsminister zurücktreten musste.</p>



<p><strong>Straftaten blieben geheim</strong><br>Die Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 2008 wurde versiegelt. Niemand erfuhr, welche Straftaten die Behörden Epstein zur Last gelegt hatten. Epstein wurde wegen der Vermittlung von minderjährigen Prostituierten zu 18 Monaten Haft verurteilt. Und er musste sich als Sexualstraftäter registrieren lassen. Medien wie CNN und die «New York Times» kritisierten die Strafe und die Haftbedingungen damals als viel zu mild. Epstein durfte täglich zwölf Stunden in sein Büro in der Innenstadt von West Palm Beach gehen. Bereits nach 13&nbsp;Monaten wurde er wegen guter Führung aus der Haft entlassen.</p>



<p><strong>Die Party ging weiter</strong><br>Selbst als nach dem Urteil von 2008 mehr als dreissig weitere Vergewaltigungsopfer Anzeige erstatteten und ein zweiter Prozess unvermeidbar wurde, nahmen weiterhin hochrangige Politiker, Tech-Milliardäre, Top-Banker, Stars aus dem Showbusiness und Intellektuelle an Epsteins Partys teil. Einige liessen sich dort mit halbnackten Mädchen und Frauen fotografieren. In E-Mails relativierten sie die Vergewaltigungen und machten sich sogar darüber lustig. Ihre Opfer bezeichneten sie verächtlich als «Bitches» und «Cunts» (Luder und Fotzen). Die reichen und mächtigen Männer hielten sich offensichtlich für unantastbar. Das lag wohl auch an den schleppenden Ermittlungen und dem Wohlwollen der US-Strafverfolgungsbehörden gegenüber Epstein. Erst 2019 wurde er angeklagt, einen Ring zur sexuellen Ausbeutung&nbsp;von Minderjährigen unterhalten zu haben.</p>



<p><strong>Frauen glaubten die Behörden nicht</strong><br>Reiche und Mächtige vergewaltigten Mädchen und Frauen. Klagen von Betroffenen glaubten die Behörden jahrzehntelang nicht oder wischten sie beiseite. Glaubwürdiger als die Aussagen marginalisierter Frauen und Mädchen sind offensichtlich die E-Mails eines toten Mannes, wie die empörten Reaktionen nach der Veröffentlichung von Epstein-Akten zeigten. Diese Frauenverachtung geht mit der Veröffentlichung der Epstein-Akten weiter. In den Akten sind unzensierte Nacktfotos von Opfern mit deren Klarnamen und Adressen. Einige berichteten bereits von Morddrohungen, die sie nun erhalten haben. Die Namen ihrer prominenten Vergewaltiger wurden hingegen geschwärzt.<br>Juristische Folgen hatten ihre Taten bis heute nicht<strong>. </strong>Verurteilt wurden einzig Jeffrey Epstein und seine Gehilfin Ghislaine Maxwell. Die vielen Opfer warten noch immer auf Gerechtigkeit.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Frauen in den Nachrichten untervertreten: Ein Warnsignal</title>
					<link>https://frauensicht.ch/kultur-kirche/medien1/frauen-in-den-nachrichten-untervertreten-ein-warnsignal/</link>
					<pubDate>Tue, 17 Feb 2026 11:56:48 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17745</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-16.02.19-e1771265941119-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-16.02.19-e1771265941119-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-16.02.19-e1771265941119-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-16.02.19-e1771265941119-800x401.png 800w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-16.02.19-e1771265941119.png 803w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Frauen sind ein wichtiger Indikator, ob Menschenrechte eingehalten werden. In der medialen Berichterstattung ist dies zu wenig sichtbar.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Letztes Jahr war nur eine von vier Personen, die in den Nachrichten erwähnt, gezeigt oder zitiert wurden, eine Frau. Das zeigt der aktuelle Bericht des <a href="https://whomakesthenews.org/wp-content/uploads/2025/12/GMMP2025-GlobalReport.pdf">«Global Media Monitoring Project»</a>. Für diese weltweit grösste Studie zur Geschlechterrepräsentation in den Nachrichtenmedien erheben Mitarbeiterinnen seit 1995 alle fünf Jahre an einem Stichtag den Frauenanteil beim Personal und in den Nachrichten von Zeitungen, TV, Radio und Online-Medien. Am Stichtag 2025 waren Frauen nur in&nbsp;26 Prozent&nbsp;der Nachrichten ein Thema – ein Anstieg von lediglich neun Prozent seit Beginn der Erhebung vor drei Jahrzehnten.</p>



<p><strong>«Berichterstattungs-Gap»</strong><br>Die Journalistinnen Sarah Little und Zahra Nader aus Kanada sprechen auf der Plattform «Presse-toi à gauche!» von einem «Berichterstattungs-Gap», der den öffentlichen Diskurs verzerre. Little, Gründerin des feministischen Online-Magazins <a href="https://www.moretoherstory.com/">More to Her Story</a>, und Nader, Chefredaktorin des afghanischen Portals <a href="https://zantimes.com/">Zan Times</a>, sehen die Unterrepräsentation von Frauen als ein ernstes politisches Warnsignal. Ihre Begründung: «Berichte über das Leben von Frauen zeigen, ob Gesetze durchgesetzt werden, ob Gewalt bestraft wird und ob der Zugang zu Bildung, Arbeit und Sicherheit möglich ist.»</p>



<p><strong>Politisches Warnsignal</strong><br>Journalismus, der das Leben von Frauen dokumentiert, wird laut Little und Nader zu oft als fakultativ angesehen. In den Redaktionen fehle das Verständnis dafür, dass Frauen und Mädchen wichtige Indikatoren dafür sind, ob Menschenrechte tatsächlich eingehalten werden. Wenn die Stimmen von Frauen nicht öffentlich werden, sind Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen weniger sichtbar und autoritäre Strukturen können sich leichter festsetzen, so die beiden Journalistinnen.​ Die Untervertretung der Frauen in der medialen Berichterstattung müsse man deshalb als ernstes politisches Warnsignal verstehen.​</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>«Wir dürfen nicht antreten, weil wir Frauen sind»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gesellschaft/sport/wir-duerfen-nicht-antreten-weil-wir-frauen-sind/</link>
					<pubDate>Sat, 07 Feb 2026 15:44:19 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17735</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Narmbruster-e1770478233854-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Narmbruster-e1770478233854-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Narmbruster-e1770478233854-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Narmbruster-e1770478233854.png 1003w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Bei den Olympischen Spielen in Italien dürfen Frauen in der Nordischen Kombination nicht an den Start. Betroffene kritisieren dies als ungerecht.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Die Deutsche Nathalie Armbruster ist Gesamt-Weltcupsiegerin in der Nordischen Kombination und hätte gute Chancen, Olympiasiegerin zu werden. Doch diese Kombination aus Skispringen und Langlauf, ist nur bei den Männern eine olympische Disziplin. Es ist die einzige Wintersportart, bei der Frauen nicht antreten dürfen.</p>



<p><strong>«Das ist ungerecht»<br></strong>Die 20-Jährige machte ihrem Ärger auf Instagram Luft. «Niemandem sollte die Möglichkeit verwehrt werden, seine Träume zu leben, nur weil sie eine Frau ist.» Der Ausschluss der Frauen sei ungerecht. «Wir wollen unseren Platz bei den Olympischen Spielen nicht nur, weil wir Frauen sind und Gleichberechtigung wollen. Wir haben uns unseren Platz dort verdammt noch mal verdient, weil wir hochprofessionelle Weltklasse-Athletinnen sind und alle Anforderungen erfüllen, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) einst festgelegt hat. Wir fordern also nichts anderes als Gerechtigkeit. So einfach ist das. Wenn im 21. Jahrhundert schon keine Gleichberechtigung herrscht, sollte es zumindest Gerechtigkeit geben.»</p>



<p><strong>«Wir fordern Gleichberechtigung»</strong><br>Auch die US-Amerikanerin Annika Malacinski nahm auf Instagram kein Blatt vor den Mund. Die Kombiniererinnen seien einzig wegen ihres Geschlechts von Olympia ausgeschlossen. «Nicht, weil wir nicht gut genug sind. Nicht, weil wir nicht bereit sind. Sondern weil das IOC weiterhin zögert, ausweicht und Frauen die gleichen Chancen verweigert, die Männer seit Jahrzehnten haben», schrieb die 24-Jährige. «Wir trainieren. Wir bringen Opfer. Wir liefern Ergebnisse. Das Problem ist nicht die Leistung – es ist die Politik. Wir schreiben das Jahr 2026. Dass so etwas immer noch passiert, ist inakzeptabel. Wir bitten nicht um Gefälligkeiten. Wir fordern Gleichberechtigung.»</p>



<p><strong>Überholte Argumente</strong><br>Den Entscheid, dass die Kombiniererinnen 2026 nicht für die Spiele zugelassen werden, fällte das IOC bereits vor vier Jahren. Die Sportart sei zu jung, die Breite an der Spitze zu gering – und die Einschaltquoten seien zu niedrig. Für Armbruster sind diese Argumente überholt. In der laufenden Saison standen 10 verschiedene Athletinnen aus 7 Nationen und 3 Kontinenten auf dem Podest. «Wenn das keine Vielfalt ist, weiss ich nicht, was es ist.» Heute gebe es keine Argumente mehr für den Ausschluss der Frauen.</p>



<p><strong>Geschlechtergleichstellung bis 2030</strong><br>Bei den Männern ist die Nordische Kombination seit 1924 olympisch. Für die nächsten Winterspiele 2030 will das IOC die Geschlechtergleichstellung erreichen. Entweder dürfen dann auch Frauen in der Nordischen Kombination an den Start gehen oder die Disziplin wird nach mehr als 100 Jahren für Männer aus dem Olympia-Programm gestrichen. Das IOC wird im kommenden Mai entscheiden.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Alte «Tanten» modernisieren das Frauenbild</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gesellschaft/sport/alte-tanten-modernisieren-das-frauenbild/</link>
					<pubDate>Mon, 02 Feb 2026 16:47:51 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17725</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.32.59-1-e1770049801237-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.32.59-1-e1770049801237-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.32.59-1-e1770049801237-768x384.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-01-um-17.32.59-1-e1770049801237.png 870w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Ältere Frauen balancieren auf Mauern und rutschen über Geländer. Damit sorgen sie für Aufsehen und brechen mit Klischees.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>In <strong>Schweden</strong> hat der «Tantparkour» (Tantenparcours) den öffentlichen Raum erobert. Ältere Frauen klettern gemeinsam über Bänke, rutschen auf Rutschen und kriechen unter Geländern durch.</p>



<p><strong>«Wir lachen und finden neue Freundinnen»</strong><br>Initiantin ist die 61-jährige Musiklehrerin Maria Ringsén aus der südschwedischen Stadt Borås. Sie war schockiert, als sie bei einer Wanderung nicht über einen kleinen Bach springen konnte. Sie habe dies schlicht verlernt. Darauf motivierte sie andere Frauen, sich gemeinsam im öffentlichen Raum zu bewegen. Die Frauen informierten auf Instagram über den «Tantenparcours» und fanden bald Nachahmerinnen in anderen Städten.<br>Hannele Sjö ist Mitglied der «Tantenparcours»-Gruppe in der Stadt Strängnäs: «Schon nach ein paar Mal merkt man den Unterschied, das Gleichgewicht wird besser und der Körper fühlt sich sicherer an. Ein gutes Gleichgewicht ist wichtig, damit wir so lange wie möglich zu Hause und draussen zurechtkommen.» Am besten gefällt ihr die Gemeinschaft. «Wir lachen, unterstützen uns gegenseitig und finden jede Woche neue Freundinnen», sagt Hannele Sjö.</p>



<p><strong>«Tantenparcours» macht Schluss mit Vorurteilen</strong><br>Laut einem Forschungsteam der Mittuniversitet (Mid Sweden University) bricht der «Tantenparcours» mit gesellschaftlichen Vorurteilen über ältere Frauen und stärkt deren Selbstbewusstsein. Beim «Tantenparcours» gehe es nicht um Leistung, sondern darum, den Körper auf neue Weise zu nutzen und Bewegungen wie Springen, Krabbeln oder Balancieren spielerisch auszuprobieren. Ziel sei es, sich draussen selbstbewusst zu bewegen. «Die Frauen entdecken ihre Fähigkeiten und ihr Recht, Parks, Plätze, Spielplätze und Naturräume zu nutzen. Das ist eine Möglichkeit, diskriminierende Vorstellungen von älteren Körpern als passiv oder unsichtbar zu durchbrechen», sagt Kristin Godtman Kling von der Mittuniversitet.</p>



<p><strong>«Form des Alltagsfeminismus»<br></strong>Laut der Kulturgeografin ist der «Tantenparcours» eine Form des Alltagsfeminismus. «Wenn ältere Frauen auf Spielgeräte klettern oder unter Geländern hindurchkriechen, stellen sie sowohl Geschlechter- als auch Altersnormen in Frage. Indem sie in den Social Media sichtbar sind, inspirieren sie mehr Menschen dazu, neu über das Älterwerden und körperliche Aktivität nachzudenken.»</p>



<p>Die Studie über den «Tantenparcours» ist Teil eines dreijährigen Forschungsprojekts der Mittuniversitet, das den Zusammenhang zwischen Gesundheit, Naturerlebnis und Barrierefreiheit für ältere Menschen untersucht. Ziel ist es, besser zu verstehen, was ältere Menschen von alltäglichen Aktivitäten im Freien abhalten kann.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Frauen können sich gegen digitale Gewalt wehren</title>
					<link>https://frauensicht.ch/gewalt/frauen-koennen-sich-gegen-digitale-gewalt-wehren/</link>
					<pubDate>Tue, 20 Jan 2026 14:32:37 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17673</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/dbb-e1766593714522-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/dbb-e1766593714522-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/dbb-e1766593714522.png 657w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Ein Online-Marktplatz veröffentlichte die Kontaktanzeige einer Frau, die von der Anzeige nichts wusste. Der Marktplatz-Betreiber ist haftbar.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Der Europäische Gerichtshof (EuGH)&nbsp;hat in einem&nbsp;<a href="https://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&amp;docid=306764&amp;pageIndex=0&amp;doclang=DE&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1&amp;cid=15316896">Grundsatzurteil</a>&nbsp;entschieden, dass Betreiber von Online-Marktplätzen in der EU mitverantwortlich sind, wenn auf ihren Seiten Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Sie können sich nicht darauf berufen, lediglich die technische Plattform bereit zu stellen (C-492/23).&nbsp;</p>



<p><strong>Frau wusste nichts von Kontaktanzeige<br></strong>Geklagt hatte eine Frau gegen den österreichischen Russmedia-Konzern. Auf einem rumänischen Online-Marktplatz des Konzerns hatte jemand anonym sexuelle Dienstleistungen der Frau angeboten, mit ihrer Telefonnummer und Fotos von ihr. Die Frau wusste nichts davon. Die Veröffentlichungen erfolgten ohne ihre Einwilligung. Auf Aufforderung der Frau löschte der Online-Marktplatz die Anzeige zwar rasch. Doch sie war bereits auf anderen Webseiten verbreitet worden und blieb dort weiterhin einsehbar.</p>



<p><strong>Mitverantwortung wegen Nutzungsrechten<br></strong>Russmedia argumentierte, lediglich die technische Plattform bereit zu stellen und für darauf veröffentlichte Inhalte nicht verantwortlich zu sein. Für den EuGH jedoch ist Russmedia aufgrund der&nbsp;Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) mitverantwortlich für die Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Frau. Dies auch deshalb, weil sich Russmedia in den Allgemeinen Nutzungsbedingungen das Recht vorbehält, veröffentlichte Inhalte kommerziell zu eigenen Zwecken zu nutzen. «Russmedia veröffentlicht daher die in den Anzeigen enthaltenen personenbezogenen Daten nicht oder nicht nur für die inserierenden Nutzer, sondern verarbeitet diese Daten und kann zu ihren eigenen Werbezwecken und aus kommerziellen Eigeninteressen Profit aus ihnen ziehen», heisst es im Urteil. Russmedia habe deshalb ein Eigeninteresse an der Veröffentlichung der&nbsp;personenbezogenen Daten der Klägerin gehabt.&nbsp;</p>



<p><strong>Inhaltsprüfung ist Pflicht</strong><br>Laut EuGH muss der Betreiber eines Online-Marktplatzes vor der Veröffentlichung einer Anzeige prüfen, ob diese sensible Daten enthält. Falls dies der Fall ist, muss er ausserdem prüfen, ob der Nutzer, der die Anzeige platzieren will, mit der Person identisch ist, deren sensible Daten in dieser Anzeige enthalten sind. Wenn dies nicht der Fall ist, muss der Betreiber die Veröffentlichung verweigern. Eine Ausnahme ist laut dem EuGH nur möglich, wenn der inserierende Nutzer nachweisen kann, dass die betroffene Person der Veröffentlichung ihrer sensiblen Daten auf dem Online-Marktplatz ausdrücklich zugestimmt hat. Im Urteil heisst es weiter, der Betreiber müsse sicherstellen, dass eine solche Anzeige nicht kopiert und auf anderen Webseiten unrechtmässig weiterverbreitet wird. Der konkrete Fall geht nun zurück an die Vorinstanz in Rumänien.</p>



<p><strong>Urteil stärkt Rechte von Frauen</strong><br>Mit diesem Urteil stärkt der EuGH insbesondere die Rechte von Frauen, die Opfer von digitaler Gewalt wie Deepfakes werden, so der&nbsp;Deutsche Juristinnenbund (djb).&nbsp;Betroffene können Plattformen nun direkt verklagen, ohne zuerst jeden einzelnen rechtswidrigen Inhalt melden zu müssen. Dies sei ein wichtiger Schritt für die Rechte von Frauen im digitalen Raum. Bisher sei es für Betroffene von digitaler Gewalt schwer gewesen, missbräuchlich veröffentlichte Daten wie Telefonnummern, Fotos, Videos, politische Meinungen oder sexuelle Orientierung löschen zu lassen, schreibt der Juristinnenbund.&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>«Demonstrationen gegen Abtreibung verbieten»</title>
					<link>https://frauensicht.ch/koerper/schwangerschaftsabbruch/demonstrationen-gegen-abtreibung-verbieten/</link>
					<pubDate>Fri, 16 Jan 2026 14:00:44 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17709</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-11-um-17.11.51-e1768148064573-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-11-um-17.11.51-e1768148064573-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-11-um-17.11.51-e1768148064573.png 586w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Den Behörden ist die Meinungsfreiheit von Abtreibungsgegnern wichtiger als der Schutz von Frauen vor Diskriminierung. Ein Verein will das ändern.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Demonstrationen gegen das Recht auf einen straffreien Schwangerschaftsabbruch gibt es vielerorts. Die Behörden bewilligen diese «Pro-Life»-Demonstrationen von Fundamentalisten meist mit dem Argument der Meinungsfreiheit. In der <strong>Schweiz</strong> stellt der <a href="https://www.strukturelle.ch/">Verein «Strukturelle»</a> diese Begründung nun infrage. Zweck des Vereins ist es, die Gleichstellung von Frau und Mann zu fördern.</p>



<p><strong>Beschwerde gegen Bewilligung</strong><br>Ende letzten Jahres legte der Verein bei den zuständigen Behörden in Freiburg (Fribourg) Beschwerde ein gegen die Bewilligung der Demonstration einer kleinen Gruppe fundamentalistischer Katholiken im Zentrum der Stadt. Die&nbsp;Polizei&nbsp;begründete die Genehmigung der Kundgebung gegen das Abtreibungsrecht mit dem Schutz der Meinungsfreiheit. «Strukturelle» argumentiert, dass die Kundgebung zur Diskriminierung von Frauen aufrufe und ihre Rechte verletze.<br>Die Staatsanwaltschaft Freiburg lehnte eine Behandlung der Beschwerde ab. Sie begründete dies mit der Antidiskriminierungsnorm im Schweizer Strafgesetzbuch (Artikel 261bis). Darin werde das&nbsp;Geschlecht&nbsp;nicht ausdrücklich erwähnt.</p>



<p><strong>Städtische Verordnung verbietet Diskriminierung</strong><br>Vereinspräsidentin Maya Dougoud sagte gegenüber «24 heures», dass Aufrufe zur Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zwar nicht wörtlich im Schweizer Strafgesetzbuch genannt sind, jedoch in der Verordnung der Stadtpolizei Freiburg. «Die Freiburger Verordnung legt fest, dass eine Demonstration verboten werden kann, wenn das Verhalten gegen die öffentlichen Sitten verstösst, wenn Ausdrucksformen vorliegen, die eine Person oder eine Gruppe von Personen diskriminieren, insbesondere aufgrund ihres Geschlechts.» Dougoud, die unter anderem Vizepräsidentin der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen ist, argumentiert mit internationalen Abkommen gegen die Diskriminierung von Frauen und kann sich auch auf das Bundesgericht stützen. Laut dem Höchstgericht dürfen Behörden die Meinungsäusserungsfreiheit nicht so weit auslegen, dass der Kampf gegen Diskriminierung seiner Substanz beraubt werde.</p>



<p><strong>Weiter auf dem Rechtsweg<br></strong>«Strukturelle» hat nun zwei Beschwerden eingelegt: Bei der Stadtregierung gegen die Bewilligung der Kundgebung durch die Polizei und beim Kantonsgericht gegen den Entscheid der Staatsanwalt, keine Untersuchung zu eröffnen. Sollte keine der Beschwerden Erfolg haben, will sich der Verein an die höheren Instanzen wenden.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Trumps Frauenfeindlichkeit untergräbt Demokratie</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/trumps-frauenfeindlichkeit-untergraebt-demokratie/</link>
					<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 10:54:07 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17681</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="157" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33-300x157.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33-300x157.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33-1024x537.png 1024w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33-768x403.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33-390x205.png 390w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-21-um-19.07.33.png 1170w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Frauenfeindliche Aussagen des US-Präsidenten scheinen nicht mehr zu empören. Dieses Schweigen verschiebt die Grenzen des Sagbaren.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Der US-Präsident beleidigt, beschimpft und demütigt Frauen öffentlich. Daran haben sich offensichtlich alle gewöhnt. Als er Ende letzten Jahres&nbsp;an Bord der Präsidentenmaschine «Air Force One» vor versammelter Journalistenschar&nbsp;mit ausgestrecktem Zeigefinger auf die renommierte&nbsp;Bloomberg-Korrespondentin&nbsp;Catherine Lucey zeigte und&nbsp;brüllte «Still! Still, Schweinchen!», reagierte niemand im Flugzeug. Lucey hatte eine Frage zu den Epstein-Akten gestellt.&nbsp;</p>



<p><strong>Gewöhnung an Frauenfeindlichkeit</strong><br>Auch aus der Politik reagierte niemand auf Trumps Beleidigung. Einzig der demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, postete dazu eines seiner Memes. Trumps Frauenfeindlichkeit scheint die amerikanische Öffentlichkeit nicht mehr zu alarmieren, sondern bestenfalls zu amüsieren oder zu langweilen.</p>



<p><strong>Trump musste sich entschuldigen</strong><br>Im Wahlkampf 2016 war das noch anders. Damals kam ein älteres Video an die Öffentlichkeit, in dem Trump sagte:&nbsp;«Wenn du ein Star bist, lassen sie dich alles tun. Du kannst alles tun (&#8230;) ihnen an die&nbsp;Muschi greifen. Du kannst alles tun.» Die Empörung über diese frauenfeindliche Aussage war gross, auch in der eigenen Partei. Trump musste sich öffentlich entschuldigen.&nbsp;</p>



<p><strong>Frauenfeindlichkeit normalisiert</strong><br>Das ist heute undenkbar, weil Trump Frauenfeindlichkeit normalisiert hat. Er diskreditiert nicht nur Journalistinnen, sondern auch&nbsp;<a href="https://frauensicht.ch/politik/trump-drangsaliert-gezielt-schwarze-politikerinnen/">Politikerinnen</a>&nbsp;und Juristinnen.&nbsp;Wenn ein Präsident wie Trump frauenfeindliche Sprache normalisiert, verschiebt er den Rahmen des Sagbaren. Frauenfeindliche Aussagen in Talkshows, Social Media und Wahlkämpfen gelten nicht mehr als unsagbar, sondern als normal.</p>



<p><strong>Konkrete Folgen für Frauen</strong><br>Die offene Frauenfeindlichkeit der US-Regierung hat für Frauen konkrete Folgen, wie ein paar Beispiele zeigen:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat Trump nach Amtsantritt per Dekret alle staatlich finanzierten Gleichstellungsprogramme am Arbeitsplatz&nbsp;<a href="https://frauensicht.ch/politik/konzern-widersetzt-sich-anti-gleichstellungskurs/">gestoppt</a>. Private Firmen erhalten nur noch Aufträge des Bundes, wenn sie ebenfalls auf Gleichstellungsmassnahmen verzichten.&nbsp;</li>



<li>Kriegsminister Pete Hegseth, der wie Trump sexueller Übergriffe beschuldigt wird, hat Frauen aus der Führung der Armee weitgehend entfernt. Kürzlich hat er «männliche Standards» bei den Anforderungen für Kampfeinsätze angekündigt. Soldatinnen werden diese nicht erfüllen können und damit aus Kampfeinheiten entfernt.</li>



<li>An Friedens- und anderen Verhandlungen der Regierung nehmen kaum noch Frauen teil.</li>



<li>Frauen sollen weitere Selbstbestimmungsrechte verlieren. Die Regierung will nach Abtreibungen auch die Geburtenkontrolle erschweren, um die Geburtenrate zu erhöhen. Abtreibungen sind in zahlreichen US-Bundesstaaten nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr legal.&nbsp;</li>



<li>Das US-Bildungsministerium hat Ende letzten Jahres die Studienkredite für Frauenberufe wie Pädagogik und Krankenpflege massiv gekürzt. Betroffene müssen sich nun entweder zu teuren Konditionen privat verschulden oder den Beruf wechseln. Für die Professionalisierung typischer Frauenberufe hatten Frauen lange gekämpft.</li>
</ul>



<p><strong>«Frauenfeindlichkeit ist ein Trojaner»<br></strong>Die Frauenfeindlichkeit der US-Regierung werde auch für die Demokratie Folgen haben, sagte Cynthia Miller-Idriss in der «Los Angeles Times». Die Soziologin von der privaten «American University» in Washington forscht über den Zusammenhang von Frauenfeindlichkeit und Extremismus. Frauenfeindlichkeit sei ein Trojaner, um Demokratie und Rechtsstaat anzugreifen. Über Frauenfeindlichkeit schleiche der Autoritarismus in die Gesellschaft ein, der individuelle Rechte missachtet. Angriffe auf Frauen und ihre Rechte seien deshalb immer ein Warnzeichen. «Wenn Frauen Rechte verlieren, bröckeln Demokratien. Autoritäre wissen das.»</p>



<p><strong>Erosion der Frauenrechte gefährdet Demokratie</strong><br>Angriffe auf die Demokratie beginnen deshalb oft mit der Erosion der Frauenrechte, sagt Cynthia Miller-Idriss. Die Methoden seien einfach: Frauen werden herabgesetzt, verunglimpft, ihnen werden Rechte wie das Abtreibungs- oder Wahlrecht genommen und sie werden aus der Erwerbsarbeit und dem öffentlichen Leben gedrängt. US-Frauenrechtsaktivistinnen warnen seit langem, dass die Demokratie an Legitimität verliert, wenn die Rechte der Hälfte der Bevölkerung als verhandelbar gelten<strong>.&nbsp;</strong>Dadurch entstehe eine Gruppe, deren Status niedriger sei als der einer anderen Gruppe.&nbsp;Das widerspreche dem Wesen der Demokratie fundamental.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Ministerin wurde als Frau ausgelacht</title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/ministerin-wurde-als-frau-ausgelacht/</link>
					<pubDate>Fri, 02 Jan 2026 17:06:55 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17691</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2025-12-30-um-19.15.00-e1767279286994-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2025-12-30-um-19.15.00-e1767279286994-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2025-12-30-um-19.15.00-e1767279286994.png 719w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Ein Minister und eine Ministerin sagen das Gleiche. Gedemütigt wird nur die Frau. Als die Politikerin danach gegen die Mobber austeilt, reagieren diese empfindlich.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Selten sind patriarchale Strukturen in der Politik so gut erkennbar, wie bei einem aktuellen Anschauungsbeispiel aus&nbsp;<strong>Deutschland</strong>. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas erläuterte Ende November beim Arbeitgebertag die Rentenreform. Laut Medienberichten sagten Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Kanzler Friedrich Merz (CDU) an diesem Anlass inhaltlich etwa das Gleiche. Doch der männlich dominierte Saal lachte nur Bas während ihrer Rede zweimal aus. Klingbeil sagte später in der TV-Sendung «Maischberger»: «Ich habe kurz vor Bärbel Bas auf diesem Arbeitgebertag geredet. Mir wurde applaudiert. Die Frau wird ausgelacht. Finde ich dann auch sehr komisch. Obwohl wir beide das Gleiche gesagt haben.»</p>



<p><strong>«Die Herren in ihren bequemen Sesseln»<br></strong>Ein paar Tage nach dem Arbeitgebertag mokierte sich Bas auf dem Parteitag der Jusos über die Arbeitgeber: «Da sassen sie – ich sag’ das jetzt mal ganz offen –, die Herren, meistens waren es Männer, in ihren bequemen Sesseln, der eine oder andere im Massanzug. Und die Ablehnung war deutlich zu spüren.» Da sei deutlich geworden, «gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen.»</p>



<p><strong>Die Frau soll respektvoller sein</strong><br>Daraufhin beschwerten sich 15 Wirtschaftsverbände in einem <a href="https://www.bvmw.de/de/arbeit-und-soziales/news/mittelstandsallianz-richtet-offenen-brief-an-bundesministerin-baerbel-bas">offenen Brief</a> über den Ton der Ministerin und forderten mehr Respekt: «Diese Menschen erwarten kein Schulterklopfen, aber sie haben Anspruch auf Respekt. Auf Fairness. Auf einen politischen Diskurs, der nicht spaltet, sondern verbindet. Und auf eine Bundesregierung, die Leistungsträger nicht pauschal abwertet, sondern deren Beitrag würdigt.» <br>Fairness und Respekt hätte sich Bas wohl Tage zuvor auch gewünscht, als die Mittelständler sie auslachten. </p>



<p><strong>Die Frau ist verantwortungslos<br></strong>Am Schluss des Briefes&nbsp;unterstellen die Verbände der Arbeitsministerin Verantwortungslosigkeit und disqualifizieren sie damit für ihr Amt: «Wir möchten Sie eindringlich bitten, Ihre Aussagen öffentlich zu präzisieren und klarzustellen, (…) so wie es dem Anspruch einer verantwortungsvollen Regierungsführung entspricht.»&nbsp;In «Spiegel Online» kommentierte die feministische Autorin Alexandra Zykunov: «Männerdominierte Gruppe lacht Frau aus, Frau gibt Kontra, doch statt ihr Verhalten zu reflektieren, werden die Männer natürlich sauer.»</p>



<p><strong>«Doppelmoral der Wirtschaftsverbände»</strong><br>Die SPD-Frauen werfen den Mittelständlern Doppelmoral vor.&nbsp;Männliche Politiker gelten als «führungsstark» und «durchsetzungsfähig», wenn sie «Kante zeigen» oder verbal austeilen. Reagiere jedoch eine Frau auf offene Herabwürdigung mit einer angriffigen Ansage, werde ihr die Eignung für das Amt abgesprochen. Dies sei der Versuch, «eine starke weibliche Stimme mundtot zu machen, die es wagt, den Konsens der ‘Männer in Massanzügen’ zu stören.» Eine Ministerin auf offener Bühne auszulachen, sei ein «Akt der Respektlosigkeit».</p>



<p><strong>Auslachen stärkt Patriarchat</strong><br>Frauen auszulachen ist ein Mittel, um patriarchale Strukturen aufrechtzuerhalten, schreibt die feministische Philosophin Kate Manne in ihrem Standardwerk über die Logik der Misogynie. Es diene dazu, die Autorität von Frauen zu untergraben und sie als weniger kompetent darzustellen als ihre männlichen Kollegen.&nbsp;Das war wohl auch die Absicht der «Herren in ihren bequemen Sesseln». Denn inhaltliche Kritik übten sie keine. Das wäre auch schwierig gewesen, wie ein&nbsp;<a href="https://www.focus.de/politik/bas-wird-fuer-renten-satz-ausgelacht-dabei-ist-der-voellig-korrekt_18ea0a20-0dd3-4dae-adbc-8c734da9bcca.html">Faktencheck von «Focus Online»</a>&nbsp;zeigte. Danach waren alle Aussagen der Arbeitsministerin zur Rentenreform inhaltlich korrekt.&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Erneut fehlen Frauen an Friedensverhandlungen </title>
					<link>https://frauensicht.ch/politik/erneut-fehlen-frauen-an-friedensverhandlungen/</link>
					<pubDate>Wed, 24 Dec 2025 16:38:03 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17661</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="159" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/SRF-300x159.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/SRF-300x159.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/SRF-768x407.png 768w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/SRF-390x205.png 390w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/12/SRF.png 989w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Die Friedensverhandlungen für die Ukraine führen fast nur Männer. Das ist ein schlechtes Zeichen für einen stabilen Frieden.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Frauen sind nach wie vor kaum an Friedensverhandlungen beteiligt. Das zeigen aktuelle Beispiele wie der Ukraine- und der Gazakrieg. Laut der Uno lag der Frauenanteil bei Friedensverhandlungen 2024 nur bei mageren 7 Prozent. Dabei ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass Friedensabkommen länger halten, wenn Frauen an den Verhandlungen teilgenommen haben.&nbsp;</p>



<p><strong>Uno-Resolution 1325<br></strong>Die Uno anerkannte dies vor 25 Jahren in einer als Meilenstein gefeierten Resolution zu «Frauen, Frieden und Sicherheit» (WPS). Alle Mitglieder des Sicherheitsrates hatten ihr zugestimmt, was eine Seltenheit ist. Ziel der Resolution ist es unter anderem, Frauen an allen sicherheitsrelevanten Prozessen und Entscheidungen gleichberechtigt zu beteiligen.&nbsp;</p>



<p><strong>Mit Frauen ist der Frieden stabiler<br></strong>Doch 25 Jahre später sei die Bilanz «entmutigend», was den Frauenanteil bei Friedensverhandlungen betrifft. Das erklärte Politikwissenschaftlerin Elisa Piras im Magazin des Forschungszentrums «Eurac Research». Dabei sei wissenschaftlich erforscht, dass Verhandlungen, an denen Frauen beteiligt waren, zu einem stabileren Frieden führten. Frauen sind nicht wegen ihres Geschlechts friedlicher. Aber sie bringen in Friedensverhandlungen Vorschläge ein, die über die militärische Befriedung hinausgehen, so Piras. Sie hätten in der Zivilgesellschaft andere Netzwerke als Männer. Und sie seien eher bereit, grundlegende Probleme in Verhandlungen einzubringen, wie Sicherheit und den Zugang zu Arbeit, Gesundheit und Bildung.&nbsp;</p>



<p><strong>Keine Priorität<br></strong>Die weitgehende Abwesenheit von Frauen an Friedensprozessen nach einem Vierteljahrhundert zeigt laut Piras, dass Grundsatzerklärungen und ehrgeizige Reformprogramme der Uno oft nicht umgesetzt würden. Dafür seien die einzelnen Staaten verantwortlich. Doch nur 108 Staaten beschlossen «Nationale Aktionspläne» zur Resolution 1325. Mindestens ein Drittel dieser Pläne sei bereits ausgelaufen und nicht erneuert worden, so Piras. Für eine Mehrheit der Pläne gebe es zudem keine finanziellen Mittel, um sie umzusetzen. Piras: «Das ist ein deutliches Signal, dass das Thema keine Priorität hat.» Zu den Staaten ohne Aktionsplan gehören Russland, China, Israel, Indien und die Türkei.</p>



<p><strong>Militarisierung der Frauen<br></strong>Resolution 1325 brachte nicht mehr Frauen an die Verhandlungstische. Stattdessen habe man die Frauen militarisiert. «Es werden mehr Frauen zu Soldatinnen gemacht, aber Dynamiken und Strukturen bleiben unverändert.» Im Herbst 2024 rief der Uno-Generalsekretär die Mitgliedstaaten auf, Frauen häufiger und in entscheidenden Rollen an Friedensprozessen zu beteiligen. Ein Jahr später hatten sich jedoch erst 29 Staaten dazu&nbsp;<a href="https://peacemaker.un.org/en/thematic-areas/gender-women-peace-security/common-pledge">verpflichtet</a>. Zu diesen Staaten gehören die USA, die nun mit nahezu frauenlosen Delegationen zu Friedensverhandlungen erscheinen.</p>
]]></content:encoded>
														</item>
							<item>
					<title>Männliche Form nach CDU-Antrag aus Reglement gestrichen</title>
					<link>https://frauensicht.ch/kultur-kirche/sprache/maennliche-form-nach-cdu-antrag-aus-reglement-gestrichen/</link>
					<pubDate>Tue, 25 Nov 2025 14:38:30 +0000</pubDate>

					<guid isPermaLink="false">https://frauensicht.ch/?p=17623</guid>
					<description><![CDATA[<p><img width="300" height="150" src="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-17-um-16.12.02-e1763393234345-300x150.png" class="attachment-medium size-medium wp-post-image" alt="" style="max-width: 100%; height: auto; margin-bottom: 10px;" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-17-um-16.12.02-e1763393234345-300x150.png 300w, https://frauensicht.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-17-um-16.12.02-e1763393234345.png 508w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>Die CDU Friedrichsdorf will bei Personenbezeichnungen keine Doppelformen. Doch sie hat die Rechnung ohne den Bürgermeister gemacht.]]></description>
					<content:encoded><![CDATA[




<p>Im Reglement (Satzung) der Freiwilligen Feuerwehr der hessischen Stadt Friedrichsdorf in <strong>Deutschland</strong> wurden bisher beide Geschlechter genannt, beispielsweise «die Wehrführerin / der Wehrführer» oder «der Stadtbrandinspektor / die Stadtbrandinspektorin». Daran störte sich die CDU-Fraktion im Stadtparlament.</p>



<p><strong>Antrag der CDU-Fraktion</strong><br>Diesen Sommer beantragte sie erfolgreich, «aus Gründen der Übersichtlichkeit» jeweils nur eine Personenbezeichnung zu nennen. Ein Eingangssatz sollte klarstellen, dass alle anderen Geschlechter mitgemeint sind. Welche Personenbezeichnung in der Satzung stehen soll, präzisierte die CDU im Antrag allerdings nicht. Für sie war es offensichtlich selbstverständlich, dass die weiblichen Formen gestrichen werden sollten.</p>



<p><strong>Grüner Bürgermeister überrascht CDU<br></strong>Der grüne Bürgermeister Lars Keitel musste den Parlamentsbeschluss umsetzen. Er strich jedoch nicht die weiblichen, sondern die männlichen Formen. «Ich habe mich für die Beibehaltung der weiblichen Formen entschieden», sagte Keitel im Hessischen Rundfunk. «Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen in der Feuerwehr und dort auch in Führungspositionen tätig sind.» Frauen seien auch in Zukunft wichtige Einsatzkräfte für die Feuerwehr. «Wenn man diese Formulierungen als Provokation wahrnimmt, dann haben wir in Deutschland noch einiges zu tun», so Keitel.</p>



<p><strong>CDU: «Falsches Signal»</strong><br>Die CDU-Fraktion fühlte sich übertölpelt. Es sei nicht ihre Absicht gewesen, dass nun ausschliesslich weibliche Formen in der Satzung stehen, sagte die Fraktionsvorsitzende Katja Gehrmann. Das sei ein falsches Signal, da nicht alle Führungsämter weiblich besetzt sind. «Wir bedauern diese einseitige Umsetzung, denn sie widerspricht dem Anspruch auf Wertschätzung gegenüber allen Feuerwehrangehörigen.»</p>



<p><strong>Feuerwehr kann «gut damit leben»</strong><br>Stadtbrandinspektor Pino Raguso leitet die Freiwillige Feuerwehr. Er sagte im Hessischen Rundfunk, dass sich alle Führungskräfte in der Feuerwehr auf die neue Sprachregelung geeinigt hätten. An deren Ausarbeitung seien vier Männer und drei Frauen beteiligt gewesen. Ob diese Satzung in Deutschland einmalig ist, wisse er nicht. «Aber ich kann versichern, dass wir alle damit gut leben können.»</p>



<p><strong>Konservatives Plädoyer für Doppelformen</strong><br>In der <strong>Schweiz</strong> sorgten Doppelformen kürzlich ebenfalls für eine Kontroverse, wie die «Sonntagszeitung» berichtete. Anlass war ein Artikel in der «Eisenbahn-Revue», in dem nur von Lokomotivführern die Rede war. Dies kritisierte Christian Aebi vom Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern. Daraufhin kritisierte Chefredaktor Walter von Andrian die «politisch gepredigte, meist sinnlose Aneinanderreihung von männlichen und weiblichen Formen». Nun warf Aebi dem Chefredaktor Diskriminierung vor und verlangte eine Entschuldigung sowie eine Richtigstellung. Der Chefredaktor reagierte mit dem Vorwurf, Aebi verletze die Medienfreiheit. Er wandte sich an dessen Vorgesetzten, Regierungsrat Christoph Neuhaus. Dieser ist Mitglied der konservativen SVP, die bei jeder Gelegenheit gegen gerechte Sprache wettert. Doch Neuhaus reagierte überraschend mit einem Plädoyer für Doppelformen. «Für Sie genügt Lokführer», schrieb er. Es sei jedoch «mehr als angebracht», die weibliche und männliche Form zu nennen, damit sich auch beide angesprochen fühlen. Und prophylaktisch fügte er hinzu: «Sie brauchen sich nun nicht als heroischer Kämpfer gegen Genderwahn und als armes Opfer medial zu inszenieren. Und schon gar nicht aufzujaulen, die Medienfreiheit sei so gefährdet.»</p>
]]></content:encoded>
														</item>
			
	</channel>
</rss>
