«Auffällig, dass nur die Frauen gehen müssen»
Nach den Entlassungen von Pam Bondi und Kristi Noem sind nur noch 3 von insgesamt 18 Mitgliedern der US-Regierung Frauen. Beide sind bisher die einzigen Regierungsmitglieder, die in Trumps zweiter Amtszeit ihren Posten verloren haben. Unter den acht weiteren Regierungsmitgliedern ohne eigenes Ministerium sind auch nur drei Frauen. Nun gilt der Posten von Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard als gefährdet.
Männer bleiben trotz Skandalen im Amt
Die demokratische Kongressabgeordnete Jasmine Crockett schrieb auf X: «Trump opfert inkompetente Frauen deutlich schneller als inkompetente Männer.» Ihre Parteikollegin Yassamin Ansari forderte, auch FBI-Direktor Kash Patel und Kriegsminister Pete Hegseth müssten entlassen werden. «Ist es nicht auffällig, dass bisher nur Frauen gefeuert wurden? Kash Patel und Pete Hegseth haben beide eine lange Liste von Skandalen und sollten ebenfalls gefeuert werden.» Hegseth hatte über die Chat-App Signal vertrauliche Informationen auf privaten Geräten weitergegeben und damit laut Pentagon das Leben von US-Soldaten gefährdet. Patel hatte bei den Ermittlungen zum Attentat auf Charlie Kirk voreilig verkündet, der Täter sei gefasst.
«Donald Trump ist ein Frauenfeind»
Auch ein Republikaner kritisierte die Entlassung der Ministerinnen. Bill Kristol machte in den Regierungen von Ronald Reagan und George Bush senior Karriere als Beamter. Heute ist er konservativer Kommentator und Kritiker von Donald Trump: «Pam Bondi war schlimm, aber nicht schlimmer als Patel. Noem war schlimm, aber nicht schlimmer als Hegseth. Auffällig, dass nur die Frauen gehen müssen.»
Tara Setmayer, Mitbegründerin des Seneca-Projekts zur Förderung von Politikerinnen, sagte im «Guardian», es sei kaum überraschend, dass Donald Trump Frauen anders behandle als Männer. Für ihn seien Frauen austauschbare Objekte, die er fallen lässt, sobald sie ihm nicht mehr dienlich sind – genau wie die Frauen in seinem Kabinett. Autoritäre Führer sähen unabhängige, einflussreiche Frauen oft als Bedrohung. «Donald Trump ist ein Frauenfeind und seine Regierung zeigt das offen.»
Die Nächste
Laut dem «Guardian» könnte Tulsi Gabbard, Direktorin des Nationalen Geheimdienstes, als Nächste entlassen werden. Trump habe Kabinettsmitgliedern bereits signalisiert, dass er sie ersetzen möchte, angeblich wegen kritischer Äusserungen zum Irankrieg im Kongress. US-Frauenrechtsaktivistin Olivia Julianna schrieb auf X: «Trump hat Kristi Noem gefeuert. Trump hat Pam Bondi gefeuert. Trump wird Tulsi Gabbard als Nächste feuern. Viele Männer in seiner Regierung haben versagt und trotzdem einen Freipass bekommen. Maga-Frauen sollten sich das merken – für ihn seid ihr jederzeit ersetzbar.»

