Dolly Parton: Kinderfrei glücklich
Dolly Parton war 59 Jahre lang mit Carl Dean verheiratet. «Als junges Paar denkt man natürlich, man wird Kinder haben, aber für mich war das einfach keine dringende Angelegenheit. Ich hatte meine Karriere, meine Musik und war auf Reisen», sagte die damals 77-Jährige Anfang 2024 dem Magazin «Saga». Sie habe festgestellt, dass sie Kinder nicht vermisse. Hinzu kam eine Endometriose, die es dem Paar zusätzlich erschwert hätte, Kinder zu zeugen.
«Ich konnte frei arbeiten»
Die beiden beschlossen, auf Kinder zu verzichten. Das war für ihre Generation aussergewöhnlich und sorgt bis heute bei Frauen ohne Kinder für Nachfragen, wie die US-Erfolgsautorin Rebecca Solnit in ihrem Essay «Die Mutter aller Fragen» beschrieb. Auch Dolly Parton wurde oft auf ihre Kinderfreiheit angesprochen. In einem Interview mit der US-Talkmasterin Oprah Winfrey erklärte der Country-Star im Jahr 2020, dass die kinderfreie Ehe es ihr ermöglicht habe, eine erfolgreiche Karriere zu machen. «Da ich keine Kinder hatte und mein Mann ziemlich unabhängig war, hatte ich Freiheit. Ein Grund für einen grossen Teil meines Erfolgs ist also, dass ich frei arbeiten konnte.»
Entscheidung nie bereut
Den Entschluss, keine eigenen Kinder zu bekommen, hat die Musikerin nie bereut. Ihre Patentocher, die Sängerin Miley Cyrus, sei so etwas wie eine eigene Tochter geworden, sagte sie. Und sie engagierte sich ihr ganzes Leben lang auf andere Weise für Kinder. 1988 gründete Dolly Parton die «Dollywood Foundation», um Kinder schulisch zu fördern. Und seit 1995 schickt ihre Stiftung «The Imagination Library» auf Anfrage Kleinkindern monatlich kostenlos ein Buch, um die Lesekompetenz zu fördern. Mittlerweile ist die Stiftung weltweit im englischsprachigen Raum tätig.
Freiwillige Kinderfreiheit normalisiert
Mit ihrem klaren Bekenntnis gegen eigene Kinder hat Weltstar Dolly Parton eine Lanze für alle Frauen gebrochen, die kinderfrei bleiben wollen. Parton habe gezeigt, dass biologische Elternschaft nicht der einzige Weg ist, um in Kinder zu investieren, schrieb Reporterin Ashley Fetters Maloy in der «Washington Post» (Bezahlschranke). «Aber was noch wichtiger ist, sie war der Beweis dafür, dass eine Person sich für Kinder engagieren kann, während sie sich persönlich gegen Elternschaft entscheidet. Dolly Parton hat gezeigt, dass freiwillige Kinderlosigkeit nicht per se egoistisch ist und dass Elternschaft bei weitem nicht die einzige Möglichkeit ist, in Kinder zu investieren.»
Patriarchale Spaltung der Frauen überwunden
Mit ihrer Offenheit hat Parton die patriarchale Spaltung zwischen Frauen mit und Frauen ohne Kinder überwunden. Dank ihrer Kinderfreiheit hatte sie Zeit, Energie und finanzielle Ressourcen. Sie spendete Millionen für Kinder und motivierte andere Menschen, ebenfalls ihre Geldbeutel zugunsten von Kindern zu öffnen. «Wenn ich nicht die Freiheit gehabt hätte zu arbeiten, hätte ich all diese Dinge nicht getan, die ich getan habe», sagte Parton zu Oprah Winfrey.

