Pete Hegseths Krieg gegen Frauen
Die Journalistin hat vor 35 Jahren den Bestseller «Backlash: Der unerklärte Krieg gegen amerikanische Frauen» geschrieben. Kürzlich warf sie der US-Regierung in einem Beitrag für die «New York Times» vor, einen unerklärten Krieg gegen Frauen zu führen. Besonders offensichtlich sei dies bei Verteidigungsminister Pete Hegseth, der schon wegen sexueller Übergriffe angezeigt wurde.
Keine Frauen mehr in Führungspositionen
Hegseth hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er von Frauen in der Armee und insbesondere in Führungspositionen nichts hält. Er entlässt sie ohne Angabe von Gründen und befördert keine Frauen mehr. Laut Faludi gibt es nun in keiner Truppengattung mehr Vier-Sterne-Offizierinnen im aktiven Dienst und keine Kandidatinnen auf der Beförderungsliste für Spitzenpositionen.
Hegseth hat zudem erfolgreiche Frauen von offiziellen Webseiten gelöscht und das Komitee zur Förderung von Frauen im Militär aufgelöst. Zuletzt schaffte er diesen Sommer eine traditionelle, jährliche Zeremonie zu Ehren von Veteraninnen und gefallenen Soldatinnen ab.
Lisa Franchetti, Shoshana Chatfield, Yvette M. Davids
Faludi nennt namentlich mehrere Kaderfrauen, die Hegseth gefeuert hat. Drei Beispiele:
- Lisa Franchetti war die ranghöchste Offizierin in der Geschichte der US-Marine und die erste Frau im US-Generalstab «Joint Chiefs of Staff». Hegseth hat sie nach 40 Dienstjahren entlassen und durch einen Mann ersetzt.
- Shoshana Chatfield kommandierte in der Marine die «Helicopter Sea Combat»-Einheiten. Sie war die erste Präsidentin des «Naval War College», der Bildungs- und Forschungseinrichtung für die maritime Kriegführung der US-Armee. Chatfield war zudem die einzige Frau im Nato-Militärausschuss. Hegseth feuerte sie ohne Angabe von Gründen nach 37 Dienstjahren und ersetzte sie durch einen Mann.
- Yvette M. Davids ist Veteranin der Militäreinsätze «Desert Shield» in Saudiarabien, des Zweiten Golfkrieges und des Irak-Krieges. Sie kommandierte eine Flugzeugträgerkampftruppe und war die erste Frau an der Spitze der Marineakademie «United States Naval Academy». Hegseth entliess sie nach 36 Dienstjahren ohne Begründung und ersetzte sie durch einen Mann.
Faktenfreie Behauptungen
Hegseth behauptet ohne Beweise, dass die Förderung von Frauen das Militär schwach und «weiblich» gemacht habe. Faludi fragt: «Wurden die Admirale Franchetti und Chatfield, General Crosland und Co. gefeuert, weil sie nicht gut genug waren? Oder dafür, dass sie mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen zu gut waren und damit die von Hegseth propagierte ‚männliche‘ Kultur bedrohten?»
Auch Trump wirft Frauen raus
US-Präsident Donald Trump wurde in diesem Sommer in letzter Instanz wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Bereits an seinem ersten Amtstag hatte er deutlich gemacht, dass er von hart erkämpften Frauenrechten nichts hält. Beispiele:
- Trump hat seit Amtsantritt etliche Führungsfrauen durch Männer ersetzt und zahlreiche Subventionen gestrichen, von denen Frauen profitierten.
- Kurz nach seinem Amtsantritt strich er staatlich finanzierte Programme zur Frauenförderung. Von privaten Zulieferern im In- und Ausland verlangt die Regierung seither dasselbe.
- Er hat die Verwaltung angewiesen, alle Inhalte zu löschen, die sich speziell an Frauen richteten. Informationen über Frauengesundheit, Müttersterblichkeit, Gleichstellung am Arbeitsplatz und sexuelle Gewalt sind deshalb von Regierungswebseiten verschwunden, zusammen mit den historischen Beiträgen über Frauen. Geschlechtsspezifische staatliche Statistiken gibt es nicht mehr.
- Trump hat angeordnet, Frauen auch sprachlich zum Verschwinden zu bringen. Behörden mussten Wörter wie «Frauen», «weiblich» und «Feminismus» aus offiziellen Dokumenten, Reden und Regierungswebseiten streichen.
- Und kürzlich sperrte der US-Präsident drei Journalistinnen von CNN, Politico und MS Now vom Weissen Haus aus.

